6 Tipps, wie du den besten Sound aus deinem Plattenspieler holst

To Vinyl or not to Vinyl – das ist die Frage!


Für viele gehört das Format längst der Vergangenheit an. Manch einer schwört aber nach wie vor auf das schwarze Plastik und kann sich die Welt nicht anders vorstellen. Manche jedoch haben die Schallplatte wieder neu entdeckt.

Wenn du dir heute einen Plattenspieler kaufst, brauchst du zumeist nicht einmal selber Hand anzulegen. Die Hersteller sorgen dafür, dass es so einfach wie möglich ist. Lediglich anschließen und das Musikvergnügen kann beginnen.

Ist die Tonqualität deines Plattenspielers mau, liegt das vielleicht auch daran, dass die Einstellungen der Hersteller nicht automatisch korrekt sind. Dann wird es Zeit das Justieren selber in die Hand zu nehmen.

Aber nicht nur die verschiedenen Einstellungen des Geräts beeinflussen den Klang. Die Tipps dazu sind meist sehr vielfältig und bei manchen fragt man sich: Hat das wirklich etwas mit dem Ton zu tun?

Auch wenn du dir das nicht vorstellen kannst: Es ist so!

Um zu verstehen, welche Faktoren den Klang des Plattenspielers beeinflussen, werfen wir zunächst einen Blick auf die Grundlagen.

Wie entsteht der Ton beim Plattenspieler?

In den Rillen der Schallplatte befindet sich die Information, die benötigt wird, um die Musik abzuspielen. Um diese kleinen Signale auslesen zu können, besitzt der Plattenspieler eine Nadel, die durch die Rillen des Vinyls gleitet.

Vinyl
Im Tonabnehmer werden die aufgenommenen Signale umgewandelt und weitergeleitet. Bis im letzten Schritt dieser Kette die Musik aus dem Lautsprecher schallt, ist also schon einiges passiert.

Damit der Sound perfekt klingt, sollte dieser Ablauf so einwandfrei wie möglich ablaufen.

Einige Dinge können hier Störungen verursachen. Dazu zählt beispielsweise sich ansammelnder Staub, aber auch Trittschall.

Die empfindliche Nadel des Plattenspielers ist so eingerichtet, dass sie jede kleine Erhebung aufnimmt. Das passiert auch bei Staubkörnern und anderen Schmutz. Dadurch entsteht das allseits bekannte (und von manchen geliebte) Knistern.

Aber nicht nur Staub wirkt sich negativ auf den Sound aus – auch andere Dinge spielen hier mit. Wenn du diese beachtest, kannst du noch viel mehr aus deinem Gerät herausholen.

Wie du den besten Sound aus deinem Plattenspieler holst

Dem charakteristischen Knistern und Knacken von Vinyl schafft eigentlich schon das Reinigen der Schallplatte Abhilfe. Andere Dinge benötigen zwar etwas mehr Vorbereitung und Aufmerksamkeit, haben aber dafür auch große Wirkung.

1. Finde den besten Platz für den Plattenspieler

Jeder, der schon einmal einen Plattenspieler bedient hat, weiß, wie empfindlich das Gerät auf jegliche Berührung und Erschütterung reagiert. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass diese Störungen den Ton beeinflussen – der Boden kommt somit also schon mal nicht infrage.

Plattenspieler
Sorge für eine gerade und harte Unterlage
. Die meisten Vinyl-Liebhaber verlassen sich hier am liebsten auf ein Regal oder auch auf sogenannte Hi-Fi-Racks.

Achte jedoch darauf, aus welchem Material besagter Untergrund besteht. Dieses sollte nämlich nicht mitschwingen – somit über einen niedrige Resonanz verfügen. Gewöhnliches Holz ist oft zu weich und trägt deshalb leicht zur Übertragung des Schalsl bei. In diesem Fall sollte eher ein dämpfendes Material zum Einsatz kommen.

Handelt es sich um einen härteren Boden, wie z. B. Stein, kann auch ein schweres Material verwendet werden. Gute Hi-Fi-Regale werden meist in Handarbeit gefertigt und bestehen aus Materialien, die Schwingungen absorbieren.

2. Tausche den Tonabnehmer aus

Kein anderes Bauteil des Plattenspielers hat so viel mit dem Ton zu schaffen, wie der Tonabnehmer. Kein Wunder also, dass sich mit einem qualitativ hochwertigen Tonabnehmer auch einiges am Sound ändern lässt.

Die im Lieferumfang enthaltenen Tonabnehmer sind oft nicht sonderlich gut. Deshalb lohnt sich hier ein Upgrade besonders dann, wenn man etwas am Klang verbessern will.

Bevor jetzt allerdings gleich zum Fachmarkt rennst und dir einen neuen Tonabnehmer kaufst, recherchiere noch, wie der vom Hersteller verbaute Tonabnehmer von Experten bewertet wird. Ist dieser gut, kannst du an anderer Stelle mehr verbessern.

3. Richte den Plattenspieler korrekt ein

Viele stolze Käufer eines Plattenspielers geben sich mit dem zufrieden, was aus der Schachtel kommt. Und auch wenn diese Geräte zumeist sicherlich zufriedenstellend sind, kannst du mit wenigen Handgriffen und etwas Zeit noch einiges herausholen.

Begutachte das Äußere des Plattenspielers

Überprüfe zuerst, ob wirklich alles gerade und eben aussieht: der Untergrund, auf dem der Plattenspieler steht, der Sockel (der Rahmen des Plattenspielers) und der Plattenteller.

Oft können über die verstellbaren Füße kleine Unebenheiten ausgeglichen werden. Gibt es ein Problem mit dem Plattenteller, solltest du den Plattenspieler umtauschen – hier kannst du nämlich nichts ausbalancieren!

4. Justiere den Plattenspieler

Stelle die Auflagekraft ein

Widme dich nun dem Tonarm. Ganz vorne befindet sich der Tonabnehmer mit der Nadel. Am hinteren Ende des Tonarms findest du bei den meisten Geräten ein Rad zur Einstellung der Auflagekraft.

Tonabnehmer
Woher weißt du, welchen Wert du einstellen solltest? Schau dazu am besten in der Gerätebeschreibung des Plattenspielers bzw. des Tonabnehmers nach. Mit diesen Werten solltest du nicht spaßen.

Die richtige Auflagekraft sollte sich irgendwo zwischen 1,5 – 2,5 g befinden. Suche ansonsten auch im Internet nach Empfehlungen.

Justiere das Antiskating

Durch die Reibung der Nadel mit der Rille wird eine Zugkraft in Richtung der Rille erzeugt. Diese Kraft nennt sich Skatingkraft. Auch für dieses Problem gibt es eine dazugehörige Einstellungsmöglichkeit. Dabei orientiert man sich jedoch an der Auflagekraft.

Generell gilt: das Antiskating sollte nicht höher als die Auflagekraft sein. Für den Anfang kannst du den gleichen Wert wie für die Auflagekraft nehmen. Von hier aus kannst du den Wert in kleinen Schritten herabsetzen.

Nachdem das Antiskating die Nadel in der Mitte der Rille halten sollte, kannst du testen, bei welchem Wert du beide Kanäle gleich laut hörst. Aber auch hier sollte in der Anleitung ein empfohlener Wert auffindbar sein.

5. Reinige deine Schallplatten!

Kaum zu glauben aber wahr – saubere Platten klingen besser, als schmutzige.
Deshalb ist es wichtig, auch deiner Schallplattensammlung etwas zusätzliche Pflege zukommen zu lassen.

Schallplatten
Besonders praktisch ist natürlich eine Plattenwaschmaschine. Hier können auch größere Sammlungen mit Leichtigkeit gesäubert werden. Es gibt jedoch auch günstigere Alternativen wie z. B. Reinigungsflüssigkeiten, Bürsten, Tücher, Reinigungssets.

Neben den Schallplatten solltest du auch deiner Nadel hin und wieder etwas Pflege gönnen.

6. Entferne beim Musikhören die Staubschutzhaube

Diese ist zwar recht praktisch, wenn es darum geht neugierige Finger fernzuhalten, leider nimmt sie auch Vibrationen mit Leichtigkeit auf und überträgt diese auf die wichtigen Teile des Geräts.

Zumeist können die Schutzhauben leicht entfernt und wieder angebracht werden. Denn als Schutz vor Staub und anderen Dingen hat sie generell ja ihre Berechtigung.

Fazit:

Es ist gar nicht so schwer, den eigenen Plattenspieler auf Vordermann zu bringen! Mit ein paar (gut überlegten) Handgriffen kannst du Einstellungen vornehmen, die aber große Wirkung erzielen.

Klar – aller Anfang ist schwer! So ist es auch mit dem Justieren des Plattenspielers und dem Reinigen der Schallplatten. Mit der Übung wird es leichter und bald bist du vielleicht sogar schon Experte auf dem Gebiet.

Wir wünschen dir viel Spaß mit deinem Plattenspieler und hoffen er ist in bester Verfassung!


Falls du Fragen hast oder noch mehr erfahren möchtest, kannst du uns jederzeit auf unserer Seite 33eindrittel.com besuchen.

Viktoria schreibt auf ihrer www.33eindrittel.com Webseite über alles zum Thema Plattenspieler und Vinyl. Sie liebt ein großes Frühstück und versucht schon seit längerem ihre Kaffeesucht in den Griff zu bekommen.



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