Agent Blå – s/t

Ein durchdringendes „Death-Pop“-Album voller melancholischer Ohrwürmer.

„Death-Pop“, aha. Was in aller Welt ist das denn jetzt und wer hat denn jetzt schon wieder eine neue Genre-Schublade gezimmert und in die große Kommode eingefasst? Nun, das war in diesem Fall die Band selbst und man kommt kaum umhin, den Schöpfern dieser Kreation zu attestieren, hier den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Agent Blå aus dem schwedischen Göteborg besteht aus blutjungen (17 -20 Jahre), höchst versierten Musikern und einer unglaublich charismatischen Frontfrau. Der Legende nach haben sich die Mitglieder der Band in verschiedenen Formationen bei einem Joy Division Songcontest konkurrierend gegenübergestanden und aufgrund der gemeinsamen Liebe zu Ian Curtis‘ Musik eine komplett neue Band gegründet. Cooler Zufall, muss man sagen, könnte auf jeden Fall Schicksal gewesen sein, sonst wäre hier kein solch wunderbares Album entstanden.

Die 10 Songs des selbstbetitelten Debuts sprudeln nur so vor Kreativität und jugendlicher Leichtigkeit und die bei ihren Idolen Joy Division stets präsente Düsternis, findet sich in fast allen Songs wieder, wobei man die Musik zudem mit einem beachtlichen Shoegaze- und 80s-Wave-Anteil angereichert und somit verfeinert hat. Pate gestanden haben hier hundertprozentig auch Bands wie Slowdive oder The Cure, deren Einflüsse man hier kaum verleugnen kann. Ein sich über alle Stücke legender, stimmungsvoller Hall in Verbindung mit der unglaublich intensiven Gesangstimme und einem immensen Melodieverständnis, schafft hier ein komplettes Album ohne jegliche Ausfälle, Längen oder Ungereimtheiten. Hier klingt alles wie aus einem Guss! Die Stimme wechselt dabei von kühl und lasziv zu kraftvoll und zuckersüß. Die musikalische Spanne reicht von knackigem Post-Punk („Lucid“, „Frustrerad“) über Wave mit Schwedenpopeinschlag („Red, White Rose), bis hin zu einnehmenden, modernen Shoegaze („Strand“, „Dream Boy Dream“), wie ihn die Genreprotagonisten von der großen Nordseeinsel vor über 30 Jahren gespielt haben. Alle benötigten Trademarks wie effektbeladene Twang-Gitarren, eine funktionierende Bass- und Drumeinheit und die Schaffung einer für den Moment einzigartigen Atmosphäre, beherrschen die Jungspunde absolut meisterhaft.

Das Vinyl erscheint hierzulande bei einem meiner Lieblings-DIY-Label „Through Love Records“ und ist selbstverständlich absolut wertig und fehlerfrei verarbeitet. Also auch hier kann eine absolute Kaufempfehlung ausgesprochen werden.



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by: Florian Dietmar Gropp & Marc Michael Mays

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