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Nach ‚Merriweather Post Pavillon‘ stürzen sich Animal Collective mit ‚Centipede Hz‘, Album Nummer Neun, zurück zu ihren Ursprüngen. ‚Centipede Hz‘ ist schockierend, atemberaubend und revolutionär avantgardistisch. Oder einfach: ein grandioses Meisterwerk.

Animal Collective, seit jeher als geniale Köpfe der elektronischen Kunstmusik bekannt, haben (so erinnern wir uns) 2009 mit ‚Merriweather Post Pavillon‘ einen Meilenstein der alternativen Musikgeschichte gelegt. Es war für viele eines der Alben des Jahres, doch haben sich Panda Bear und sein Gefolge da in einem Geschwulst aus Pop, Indie und Electronica verirrt.

Was passiert da mit den schrägen Jungs, die wir noch aus zerebralen Mythengesängen und ausschweifender Schreiakrobatik kannten?

Jetzt bekommen wir endlich die Frage auf diese Antwort: Centipede Hz ist die Mischung aus genau den Punkten, die Animal Collective zu dem gemacht haben, was sie sind. Ein Potpourri aus verträglicher elektronischer Musik und einer Avantgarde von einem Anspruch, in dessen Nähe zuvor noch niemand gekommen ist.

Die verqueren Songstrukturen, die hier einen genauso großen Teil, wie die potentiellen Hitsingles im alternativen Radio, ausmachen und die Feinheit, mit der hier Psychedelic und Folk gemischt werden, ist neu und außergewöhnlich.

‚Today’s Supernatural‘ ist catchy, seltsam und berauschend. Urwaldstimmung und wirrer Sound geben eine gelungene Mischung. Hier hätte sich Emiliana Torrini einiges abgucken können.

Unglaublich Hit-orientiert, aber dennoch konzentriert auf ihre Wurzeln, geben sich Deakin, Geologist, Panda Bear und Avey Tare ab der Mitte des Albums.

„Monkey Riches“, eine Mischung aus 8-bit und modernen Synthpop-Sounds steht exemplarisch für die Kreativität und Stärke, die in Centipede Hz steckt. Kein Wunder, dass da auch Lapsteelgitarrist Dave Scher von den Beachwood Sparks keine Abneigung zeigt, an den Aufnahmen teilzunehmen.

Durchweg, bedingt durch die Namensgebung des Albums und der Vorliebe zu Radiofrequenzen, findet sich ein weiches Rauschen und leichte Frequenzen. Ein Fetisch, der vorher schon zu ‚Oddsac‘ geführt hatte, ein visuelles Album auf DVD.

Trotz allem aber, werden hier keine Sounds produziert, sondern Songs publiziert und man sollte sich gut überlegen, diese in der nächsten Zeitkapsel zu verwahren.

Abschließend lässt sich sagen, dass ‚Strawberry Jam‘ nicht der Hochpunkt programmierter Unterhaltungsmusik bleibt. ‚Centipede Hz‘ ist der Zenith der akustischen Misanthropie und Diffusität und somit definitiv ein Anwärter auf die Auszeichnung ‚Album des Jahres‘.

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