In den 90ern haben The Afghan Whigs unter anderem mit „Congregation“, „Gentleman“ und „Black Love“ bedeutende, einflussreiche Alben veröffentlicht.


Greg Dulli – The Afghan Whigs Mastermind und Frontmann – verstand es Grunge mit Psychedelia perfekt zu mischen und kreierte Rockmusik, die die Massen ansprach. 2014 kamen sie dann mit einem neuen Album und Tourdaten zurück, nach 16 Jahren Pause. Das war bereits ein Ding! Dulli sagte damals noch in einem Interview, dass Deutschland ein schwerer Markt für sie wäre, vor allem im Live-Geschäft. Nirgendwo anders würden Bands mit so einer Nichtbeachtung bestraft wie in Deutschland – allen voran in Hamburg. Downer!

Nun, sie waren wieder hier. Mit ihrem neuen Album „In Spades“ trauten sie sich wohl wieder in diese undankbare Stadt und hatten direkt ein paar Regeln mitgebracht. Der Eingangsbereich war gepflastert mit Schildern, dass man doch bitte sein Handy nicht in die Höhe halten solle, um Fotos zu machen und erst recht K-E-I-N-E-N B-L-I-T-Z! Dazu kann man stehen wie man will, die zahlreichen Fans hielten sich weitestgehend dran, was auch sehr angenehm war. Nachdem der Beginn sich ganz schön rauszögerte, stieg die Band gleich mit voller Lautstärke ein und Greg Dulli bewies, dass er noch weiß, wie es geht. Stellenweise mit drei Gitarren war die Band auf der Bühne unterwegs und es schien als hätte die Technik die Anweisung bekommen, die Lautstärke nach oben hin nicht zu begrenzen. Das war anfangs ganz schön krachig, schien aber nach kurzer Zeit keinen mehr zu stören.

Gesprochen wurde wenig zwischen den Stücken, nur ab und an mal abgefragt, ob es allen gut geht und noch jemand Bock hat weiter zu rocken. Das Publikum hatte Bock. Ein guter Mix aus alten und neuen Songs machte auch ordentlich Laune, auch wenn der jüngere Teil des Publikums doch etwas verwirrt war, hat sich der ältere umso mehr gefreut über „Gentleman“, „Debonair“ und andere Klassiker. Oben drauf noch die großartigen „Demon in Profile“ und „Birdland“ – perfekter Mix.

Das Konzert war zwar nicht ausverkauft, dennoch gut gefüllt. Für mich stand am Ende fest, schaute man in die schwitzigen, aber glücklichen älteren Herrengesichter: dem Publikum hats ordentlich gebockt, bei der Band konnte man sich nicht sicher sein. Es war zwar schön zu sehen, dass das Sechser-Gespann so harmonisch und homogen auf der Bühne auftritt, die Lautstärke und die Power, die sie ausgestrahlt haben, war auch wirklich mitreißend – aber es fehlte ein wenig an Leidenschaft. Aber alldem zum Trotz war es laut, wild und vor allem gute Musik!

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