Die Blaue Blume steht als zentraler Begriff für Liebe und Sehnsucht, für das Streben nach Unendlichkeit in der lyrischen Romantik des 17. Und 18. Jahrhunderts. Umso merkwürdiger, dass das dänische Quartett sich diesen Begriff als Bandnamen zulegt.

Was aber haben Blaue Blume aus Kopenhagen mit dem romantischen Symbol zu tun? Zuerst fällt dazu das Cover auf, denn es zeigt zwei nackte Körper, die mit dem Rücken zueinander liegen. Darunter ist in kleiner Schrift „You kissed my ear and whispered something and threw yourself in the flames – and I quickly followed ‚ ‚cause you’re mine” geschrieben. Hier sind also erste Züge der Hauptthematik zu erkennen: Liebe und Sehnsucht, Nähe und Ferne. So weit so gut.

Beim ersten Hören wirken diese Themen erst einmal weit hergeholt, jedoch versetzen einen die 10 Indierock Tracks mit Pop- und Disco-Anstrich tatsächlich in eine romantische Stimmung. Alle Songs des Debütalbums strahlen eine unbeschreibliche Ruhe aus, ohne dabei zu unterfordern. Ganz im Gegenteil, denn das Album wird den Hörer hinsichtlich Dynamik und Melodie dazu herausfordern, sich auf die seichte Tanzmusik einzulassen. So ist jeder Track ein Kunstwerk an sich und wird von der fast androgyn wirkenden Stimme des Sängers Jonas Smith getragen. Einflüsse von The Smiths, Kate Bush und Roxy Music sind hier durchaus erkennbar, ohne dass sie sich zu sehr aufdrängen.

Gleich mit dem ersten Song „Candy“ wird der Hörer mit den flirrenden, wabernden Melodien in die Spirale der Traumwelt von Blaue Blume gerissen. Der Sound der Platte ist jedoch weder zu sphärisch, noch zu abgehoben und zieht sich konsequent durch die 10 Tracks ohne langweilig zu werden. So erkennt man nach dem Endstück „Gently Lovely Baby“, dass sich alle Songs zu einem einheitlichen Ganzen zusammenfügen. Ein weiteres Highlight auf der Platte ist die erste Single „Sky“, die einen guten ersten Eindruck von dem Konzept der Musik vermittelt.

Blaue Blume schaffen durch die gezupften Melodien, die perlenden Gitarrensounds und den Art-Pop-Attitüden ein identitätsstiftendes Werk, das alles andere als öde oder altbacken daher kommt. Beim Hören fühlt man sich merkbar wohl und genießt die verschiedenen Nuancen jeden Stückes. Um die vier jungen Dänen passend dazu zu zitieren: „We lose our hips to the sound of apocalypse“ – und wie wir das tun!

Single „Sky“!

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Blaue Blume auf Tour: (Tickets)
08.03.16 Dortmund, FZW
10.03.16 Berlin, Blaues Zimmer
11.03.16 Köln, Yuca
12.03.16 Hamburg, Häkken



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