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„The Clearing“ ist ein Appell an die Genialität unserer Musikwünsche. Ich denke, das ist genau, wonach wir lange gesucht haben, als wir Folk Rock in die Suchleiste eingaben.

Bowerbirds kehren nach schwierigen Zeiten und durchwachsenen Jahren zurück an den Folk-Olymp. Zwischen Krankheit, Spaziergängen und Kunst entstand „The Clearing“, welches ab der Veröffentlichung am 5. März große Schritte gehen und auch Dead Oceans verändern wird. The Clearing ist eine gewagte Ohrfeige für den klassischen Folk und ein Magenhieb für alle Skeptiker. Hier wird verschachtelt, geliebt und vergeben. Gewonnen, verwirrt und letztendlich gelächelt.

Nachdem Beth Tacular nach einer mysteriösen Krankheit beinahe am Ende ihres Lebens stand, war die Kunst und somit die Musik der letzte Ausweg für die Bowerbirds. Es wurde geschrieben und ein Bandhund eingeführt. Sicherlich wird auch selbiger viel zu der Einzigartigkeit des Albums beigetragen haben, denn hier ist Fröhlichkeit des Zentrum alles Daseins. Einzelne, präzise Dissonanzen prägen „The Clearing“ und geben jedem einzelnen Song seine Individualität. Gesang, wie Teppiche und dezentes Schlagzeug, wie Ornamente am Fenster einer Blockhütte in tiefstem Winter.

Warm die Gitarren, einfach das Xylophon in „Hush“ und schwerelos das Klavier in „Stitch the Hem“. Hier gilt Musikaufbau der modernen Klassik, heruntergebrochen auf einen Sound von Devendra Banhart, Beirut oder sogar Portugal. The Man.

Der Abspann einer Tragödie, die letzte Szene eines Dramas oder auch einfach die Schönheit von „The Clearing“ können Tränen aus Augen reißen und Herzen narkotisieren. „Death Wish“ ist melodramatisch, rührend wie eine aufplatzende Blüte und romantisch, wie Sonnenuntergänge an einsamen Stränden. Der Wechsel von Dur zu Moll, die undurchsichtige Struktur, die trotzdem wiederkehrenden Motive und die Trompete zum Schluss zerstören den Boden unter deinen Füßen und schubsen dich in tiefste Abgründe. Aufgefangen und Verloren, geborgen und zerstört zugleich, kann das Album auch Neugeburten erwecken und Emotionen ins Positivste kehren.

„Brave World“ geht schrittweise voran, erinnert zeitweise an Arms & Sleepers oder ist einfach nur überwältigend und großartig. Wie die Gefühle hier verarbeitet wurden, bleibt zwar undurchsichtig, aber hörbar.

„The Clearing“ ist ein Appell an die Genialität unserer Musikwünsche. Ich denke, das ist genau, wonach wir lange gesucht haben, als wir Folk Rock in die Suchleiste eingaben.

Der Schlüssel zum Schloss der Prinzessin, die Vollendung, der Himmel des Folks. Zumindest gehört es dahin.

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