Die Gitarren der größten Rock Stars

Gitarren sind aus der Rockmusik nicht wegzudenken, einige der größten Musiker legten sich ausschweifende Sammlungen an, andere wiederum begrenzen ihren persönlichen Instrumenteschatz auf wenige Exemplare. Doch eines ist jedem von ihnen zu eigen: die persönliche Lieblingsgitarre mit ihrem unvergleichlichen Sound und den zahllosen Erinnerungen, die daran haften.


Jimmy Pages »Number One«

James Patrick Page, so sein vollständiger Name, gilt seit jeher als untriebiger Ausnahmemusiker. Seine Lieblingsgitarre in Led-Zeppelin-Zeiten war ein echtes Frankenstein-Monster, eine Gibson Les Paul Standard, die er im Laufe der Jahre immer mehr zu einem Flickenteppich transformierte. »Number One«, wie Jimmy Page sein Instrument liebevoll nennt, stammte aus der Hand von Joe Walsh, dem späteren Eagles-Gitarrist. Im April 1969 wechselte sie ihren Besitzer, zu diesem Zeitpunkt war sie bereits geschliffen und neu lackiert, wobei die Seriennummer verloren ging. Page selbst ließ den Gitarrenhals gefährlich verschmälern und die originalen cremefarbenen Kluson Tuner mit goldenen Ersatzprodukten der Marke Grover ersetzen. Bei späteren Reparaturarbeiten kam sogar zeitweise Klebeband zum Einsatz und das Jackplate wurde um 45 Grad gedreht, damit es wie ein Diamant auf der Gitarrenfront prangte. Auch aus den 80er Jahren tauchen in »Number Ones« Vita mehrere chirurgische Eingriffe auf, wahrscheinlich ein Liebesbeweis ihres Besitzers, der sich von dem guten Stück bis heute nicht zu trennen vermochte.

Saul Hudsons Chris Derrig 1959er Les Paul Copy

Guns ‘n‘ Roses Gitarrist Saul Hudson alias Slash kennt die zahlreichen Gerüchte, die sich um seine innig geliebte Kris Derrig Les Paul ranken. Im Gespräch mit Gitarre & Bass brachte er 2012 die wahre Geschichte des Instruments auf den Tisch: Die Story begann bei der Aufnahme des ersten Guns ’n‘ Roses Albums »Appetite For Destruction« im Jahr 1987, für sich allein schon ein historischer Moment der Musikgeschichte, denn diese Band hat sich ihren Ehrenplatz im Rock-Olymp wahrlich verdient.

Noch heutzutage füllt die Band problemlos ganze Stadien und unterhalten ein komplettes Merchandising rund um das kultige Logo. So findet man überall Kleidung, Figuren, DVDs oder digitale Produkte der Kultband. Die Verehrung geht auch heute noch so weit, dass sogar e-Gaming Anbieter PokerStars der Rocklegende eine eigene Slot-Machine widmete. Wie dem auch sei, Slash wechselte zu jenem Zeitpunkt von einer Gitarre zur nächsten, nur um festzustellen, dass die Instrumente im Studio einfach nicht den richtigen Klang besaßen. Sein Manager Alan Nivem brachte ihm schließlich die gelungene Les Paul Kopie aus der Werkstatt des begnadeten Instrumentenbauers Chris Derrig. Slash war augenblicklich hingerissen von dem Instrument! Eben diese Gitarre mit der Seriennummer 9 0607 war es, die der Musiker auf sämtlichen Guns ’n‘ Roses Alben spielte und auch mit auf die ersten großen Touren nahm.

SaulHudson

Jimi Hendrix` Fender Stratocaster

Jimi Hendrix besaß nicht gerade den Ruf, liebevoll mit seinen Instrumenten umzugehen. Anfang November 1966 zerschmetterte er seine erste Gitarre inklusive Verstärker auf der Bühne des Münchner Clubs »Big Apple«. Wie eine Streitaxt hob er das empfindliche Instrument über den Kopf und schlug dann einfach kräftig zu. Angeblich war er wütend über die falsche Schreibweise seines Namens, schämte sich anschließend, erhob dann aber das öffentliche Zerstören von Zupfinstrumenten zu seinem Markenzeichen. Dabei kam nicht nur pure mechanische Gewalt ins Spiel, sondern auch die verzehrende Kraft des Feuers. Ein Opfer für die Götter der Musik? Man möchte fast glauben, dass Hendrix im Rausch der Klänge seinen eigenen Kult erfand, doch brachte der Star es nicht übers Herz, seine schwarze Fender Stratocaster zu vernichten. Dieses Prunkstück, das kürzlich in einer Auktion für 250.000 £ Pfund über den Tisch ging, tauschte der Gitarrist gegen ein weniger kostbares Exemplar aus, bevor er wieder mal öffentlich zündelte. So blieb die Stratocaster als Ganzes erhalten; doch auch die angesengten Bruchstücke anderer Hendrix-Gitarren erzielen auf dem aktuellen Sammlermarkt Höchstpreise.

Diese drei Gitarrentalente stehen als Beispiel für viele andere Musiker, die ihren Lieblingsinstrumenten einen Ehrenplatz im Künstleralltag zukommen ließen. Sogar Joe Bonassama, der weit mehr als 200 Gitarren sein Eigen nennt, besitzt seine erklärten Lieblinge: Zum Beispiel »Paula«, die mehrere Hunderttausend Dollar gekostet hat, aber auch sein allererstes Instrument, eine Stratocaster, die er eigenhändig zerlegte, nachdem sämtliche darauf gesammelten Autogramme ausgeblichen waren.

Jimi Hendrix
Diese liebgewonnenen Stücke erinnern die großen Stars vor allem an eines: Dass es Dinge gibt, die sich mit allem Geld der Welt nicht wiederbeschaffen lassen.



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