Doomina – Elsewhere

Gitarrensoloabwechslungsfetisch?

Doomina. Heheheeeeeeeee. So viel infantiler Spaß muss bei dem Namen erlaubt sein. Kann mir auch keiner erzählen, dass die Bandmitglieder den bei der Namensfindung nicht auch hatten.

Wie dem auch sei.

Doomina machen, im Gegensatz zu dem, was der Name vermuten lässt, aus dieser Platte keinen Doom. Jedenfalls keinen reinen. Viel eher sind die fünf Tracks, die sich auf Elsewhere befinden, netter Post-Rock der etwas härteren Gangart, vielleicht mit ein Paar doomigen Sahnehäubchen.

Nach einem verschwurbelten Intro kommt das erste Stück schön schleppend, aber auch melodisch um die Ecke. Ein wenig erinnert alles dann doch wieder an etwas zahmere Isis und artverwandtes, wenn auch melodiefixierter und ohne den sehr prägnanten… nennen wir es mal „Gesang“. Eine Überraschung findet sich dann auch schon direkt auf dem ersten Track, ‘Aeronaut': Da kommt doch tatsächlich nach Hälfte der Spielzeit fast sowas wie ein hübsches Gitarrensolo aus den Boxen. Ich frage mich, wie lange ich kein Solo mehr auf einem zeitgenössischen Stück Musik gehört gehört habe – dieser kläglich klingende Solo-Versuch auf der neuen Muse-Single (die genauso mies ist wie ihr Solo) zählt nicht. Das alleine macht den ersten Track auf Anhieb interessant genug, ihn ein zweites Mal hören zu wollen. Und den Rest von Elsewhere auch.

Und eigentlich ist der Bandname auch irgendwie passend. Je nachdem bezahlt man eine Domina dafür, dass sie ihm in die Fresse haut. Und dieses in-die-Fresse, das können Doomina eigentlich auch ganz gut. Nach dem Finale von Stück Nummer Eins klimpert ‘Mockingbird’ zur Entspannung erstmal ein wenig lieblich und clean daher, viel mehr passiert nicht, das is gut so, Entspannung is nie verkehrt. Die braucht der Hörer auch, Track 3, der Titeltrack von Elsewhere, braucht immerhin für seine Entfaltung fast 13 Minuten – und wird dann doch ordentlich doomig, aber, Doomhörer mögen mir das verzeihen, dabei nicht so langweilig und nervtötend langsam-düsterlich wie Genrekollegen. Danach geht’s mit ‘Below’, Nummero vier, wieder in etwas höhere Tongefilde – leider aber mit zehn Minuten auch ein wenig langatmig, selbst für dieses schöne Genre. Denn viel passiert da irgendwie nicht mehr. Dafür ist dann wieder der fünfte Track, ‘Deus Ex Herba’ (Als Latinumsinhaber, übrigens doppelt, denn ich bin Streber: I see what you did there, Doomina!), wird dafür wieder abwechslungsreicher und nimmt fahrt auf und bietet wieder ein Paar sehr schöne, durchaus auch groovende Gitarrenpassagen, die sich ordentlich auf großen Boxen machen und tritt einem nochmal ein wenig in den Arsch. Wie man’s von ‘ner Domina dann auch erwarten würde. Eintönigkeit ist auch in dem Falle nicht gut, ausser man hat ‘nen Eintönigkeitsfetisch. Aber dann wiederum sollte man… ach, egal, hier geht’s nicht um das Preis-Leistungsverhältnis im horizontalen (oder, je nach Fetisch auch anders gelagerten) Gewerbe, sonder um ‘ne CD. Und die ist gut. Ende. Und der Name Doomina amüsiert mich in meinem infantilen Humor immer noch. Heheheheheeeeee….

1. Aeronaut (10:41)
2. Mockingbird (3:47)
3. Elsewhere (12:54)
4. Below (10:47)
5. Deus Ex Machina (7:47)



Schreib einen Kommentar

Bitte gib deinen Namen ein

Du musst deinen Namen eingeben

Bitte gib eine gültige Email-Adresse ein

Du musst eine Email-Adresse eingeben

Bitte gib deine Nachricht ein

prettyinnoise © 2014 All Rights Reserved