Dress – Angst

Eigenvertrieb www.dresstheband.com

Wie warmes Sonnenlicht, das viele Schatten wirft, so klingt der Dreampop von Dress. Etwas Eingängiges, das aber starkmelancholische Züge verbirgt.

Das Trio aus Regensburg (Sänger und Bassist Konstantin Steinhauser, Gitarrist Tom Fischer und Drummer Johannes Romer) hat am 14. November seien zweite EP „Angst“ veröffentlicht. Release-Termin war das einzige deutsche Konzert von Craft Spells, supported von Dress.

Die drei Mittzwanziger bewegen sich zwischen Indierock, Shoegaze und Dreampop. „Angst“ liefert eine Art Post-Punk in träumerischem Glanz – reich an Reverbs und Effekten, aber bodenständig und mit Melodien, die verführen. Genau so wie die erste EP „Dress“. Als Vorbilder erkennt man DIIV und Beach Fossils.

In den fünf treibenden Tracks hallt es nach Ferne und Loslassen. Die Songs sprechen von einer Suche nach Bestimmung, nach Orten, nach Glück: „I’m willing to find a better love for you/ a better time for me/ a better life for us”, singt Konstantin Steinhauser in einem der besten Songs aus der EP, „For you, for me“. Der Track fühlt sich wie Samt an, weich und glatt, ist etwa romantischer als die anderen auf der EP. Der Gesang ist sehr gefühlsvoll und dehnt sich atmosphärisch in die Weite hinaus. Wie in allen Tracks ist der Bass besonders stark und mitreißend, schafft einen pulsierenden Klangteppich.

Der erste namensgebende Track der EP ist ein instrumentales Stück, wo die klaren Gitarren hervorstechen. Dieser helle, funkelnde Gitarrensound ist in jedem Song zu finden. Ein Hauch 90er Jahre schwebt in „Cuomo“. Die Melodie ist eingängig, bleibt im Kopf. Die hallende, atmosphärische Stimme kommt wie Wolken vor, während der Bass für einen bedrohlichen, stärkeren Charakter sorgt. „About the Sea“ ist ein nostalgischer, wunderschöner Ruf nach der Ferne, gerade in diesen kalten Tagen besonders berührend. Man stellt sich bildlich das Meer vor, das weit weg im Traum oder in Erinnerungen liegt. Unaufgeregt ruft der sehr rhythmische und träumerische Song Gefühle hervor. Die treibenden Gitarren erinnern an Motorama.

Verzerrter geht es im letzten Song der EP zu. „Where are we“ ist noisiger, hat einen aggressiveren Ton, den die Frage im Titel eindringlicher wirken lässt. Der Text ist kurz, introspektiv. „I thought about my life and what is there to find, I thought about my life and what is left behind, where are we?”, diese Sätze schließen „Angst” ab. Direkt, einfach und gleichzeitig tief sind diese Sätze. Wie die Musik von Dress.



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