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Normalerweise dröhnen solche Blastbeats nicht zu Zeilen wie “you make me feel warm when everything is so cold”. Doch Fir Cone Children vereint Extreme. Kratzige, verzerrte Fuzz-Gitarren, Black-Metal-Drums, Pop-Harmonien, ein naiver, klarer Gesang und spielhafte Lyrics.

Das Ergebnis ist die EP „The Age of Blastbeatles“ – schnell und noisey, ein Rausch. Die komplette EP gibt es auf Bandcamp auf dem Label Blackjack Illuminist Records. Sieben Tracks, die wie ein Zug vorbeirasen und den Hörer mit einem Wirbel positiv desorientieren.

Sehr schön ist es, wie Fir Cone Children immer wieder schafft, aus den härteren, verzerrtesten und verstörendsten Momenten herauszukommen, um in melancholische und sanfte Passagen zu gleiten, die oft – wie zum Beispiel im Opener „The Age of Blastbeatles“ oder „Turn Around“ – fast wie Kinderlieder klingen. Es sind Pausen, Augenblicke, die perfekt zu dieser Wucht und auch zu den Lyrics harmonieren. „From Afar“ überzeugt mit den sehr schönen und verzerrten Gitarren, die immer wieder an The Jesus and Mary Chain erinnern – nur mit viel mehr Speed. Die Melodie des Gesangs schleift die Kanten ab und lässt alles weicher und verspielter klingen. Viel Punk erklingt in der EP, wie in dem Old-School-artigen „Number One“.

Mit Songs wie „Marsian“ oder „Who Surrounds You?“ zeigt der Berliner Musiker, dass er es auch ruhiger kann. „Marsian“ hat einen abgehakten Takt und einen sehr angenehmen, dissonanten LoFi-Sound. Die klaren Gitarren am Anfang des wunderschönen „Who Surrounds You?“ kreieren eine leuchtende, verträumte Atmosphäre. Der Song unterscheidet sich von den anderen mit seinem saubereren Wave-Sound. Der wieder wildere Track „Marz &Lailz“ steht vielleicht am besten für die Stimmung dieses Albums. Der Song ist schnell, kratzig und doch sanft, der Text ist wie ein Spiel. „Marz and Lailz are on the run having epic adventures“, singt Alexander und das ist auch was man beim Hören fühlt. Der Hörer ist wie mitten in einem dichten, ineinanderfließenden Stream of Consciousness und genießt diese imaginäres Abenteuer aus Verzerrungen, schnellen Beats und brachialen Gitarrenriffs.

Mit diesem Solo-Projekt schafft Alexander Leonard Donat (Vlimmer, Feverdreamt) eine Art rabiaten, punkigen Shoegaze, der einen wegbläst und einen mit einer positiven, fast euphorischen Energie zurücklässt.

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