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FJØRT sind momentan eine Art Senkrechtstarter. Zusammen mit Centuries haben sie sie nun einen Teil Europas bereist und werden Ende März erneut auf Tour gehen um ihr neues Album „D’accord“ zu promoten. Sichtlich müde, aber bester Laune haben sich die 3 sympathischen Jungs Chris (Gitarre, Gesang), Frank (Drums) und David (Bass, Gesang) nach einer stundenlangen Nachtfahrt von Wien aus die Zeit genommen, sich im Rahmen des letzten Konzerts mit Centuries im Sonic Ballroom in Köln, zu einem gemütlichen Plausch mit mir zusammen zu setzen und ein wenig über die Tour und das neue Album zu plaudern.

PiN: Die Tour läuft nun schon ein paar Tage, dies ist heute eure letzte Show zusammen mit Centuries. Wie zufrieden seid ihr bisher?

David: Ja, also erstmal sehr geil bei einer Tour als Support dabei zu sein, ich glaube, das ist der Punkt. Wir sind von unserem neuen Label This Charming Man Records gefragt worden ob wir die 10 Tage mit Centuries mitfahren können und wollen und das hat super gepasst. Es ist alles geil bisher. Wir hatten im Vorfeld ein wenig Sorge ob wir mit der Band klarkommen, schliesslich müssen wir 10 Tage miteinander verbringen. Aber das sind alles top Typen…

Chris: Wieder mal, ja.

David: Genau, absolute top Typen wie immer halt, da brauchten wir uns eigentlich gar keine Sorgen machen. Shows waren bisher sehr gut besucht, wir können uns in keinster Weise beschweren. Wir empfinden das als sehr bereichernd.

Chris: Wir haben sehr viele Städte gesehen, wo wir vorher noch gar nicht waren, Budapest in Ungarn oder Ostrawa in Tschechien zum Beispiel. Auf jeden Fall ein paar geile Sachen dabei, eine rundum schöne Tour.

Frank: Gute Verpflegung!

David: Viel Schlaf! (lacht)

Chris: Haha, ja, das ist nicht normal auf einer Tour.

Frank: Ich hab nicht ein einziges Mal ein Lenkrad in der Hand gehabt, komplett deluxe, haha.

PiN: Ihr habt gestern in Wien gespielt, seid die ganze Nacht durchgefahren, dementsprechend müde seid ihr, womit vertreibt ihr euch die Zeit zwischen den Shows und auf den Fahrten?

David: Ich fahr ja super gerne Auto, ich glaube, das ist der große Vorteil, warum ich das auch immer noch machen kann. Wenn du in einer Band spielst und du hast keinen Bock im Bus zu sitzen, dann hast du echt ein Problem. Chris sagt lustigerweise immer wir brauchen mehr Zeitschriften, weil irgendwann das Internet halt auch mal leer ist (lacht)…

Chris: Wenn es dann mal W-Lan gibt, haha.

David: Wir schauen halt alle gern aufs Handy, erzählen uns aber auch gern Geschichten.

Frank: Ich guck derweil total gern aus dem Fenster…

David: An den unlustigsten Witzen können wir uns auch echt hochziehen.

Chris: Das haben aber auch andere Bands schon gesagt, dass wir uns immer über Sachen kaputtschmeissen und die anderen es dann halt gar nicht verstehen. Wir haben einfach total Spass an einer total unlustigen Sache, aber dann auch stundenlang. Deswegen vergeht die Zeit dann auch ganz schnell (lacht).

David: Auch wenn das total romantisch klingt, aber wir sind auch einfach eine Band von 5 Typen die sich einfach bolle verstehen. Auch bevor wir Musik gemacht haben, haben wir zusammen gesoffen und deswegen können wir auch ne Menge Spass miteinander haben.

Chris: 3 Typen aber! Nicht 5!

David: Hab ich 5 Typen gesagt? Haha. Ja dann, 3 Typen.

Frank: Gestern waren wir schwimmen, im Wiener Hallenbad…

Chris: Oh ja, das war richtig erquickend…

Frank: Ja, richtig schöne, warme Dusche und so, das ist echt belebend, haha.

David: Also wir kriegen uns beschäftigt.

PiN: Nächsten Monat kommt euer neues Album „D’accord“ heraus, wie kam es zum Albumtitel?

Chris: Wir hatten einen Song der so hiess, im Prinzip ist es einfach ein Wort was für mich eine sehr vielschichtige Bedeutung hat. Es bedeutet übersetzt zwar „Zustimmung“, aber man kann jetzt nicht direkt sagen woher diese Zustimmung kommt. Ist es eine Zustimmung aus Resignation nach dem Motto „Ich mach das jetzt einfach mit“ oder aus der Motivation heraus wofür man einsteht. Warum für etwas und gegen das andere ist, das ist vielleicht auch der Tenor des Albums.

D’accord vorab im Stream

PiN: Also hat sich das auch auf das textliche Konzept übertragen?

Chris: Ja, aber ich würde jetzt nicht sagen, dass das Konzept vorher da war, aber man könnte wahrscheinlich sagen, dass dies das übergeordnete Thema ist.

PiN: Schreibt ihr die Texte und Musik gemeinsam, oder kommt einer von euch in den Proberaum mit nem coolen Riff oder ner coolen Idee auf der man aufbaut?

David: Also das beginnt bei uns erstmal alles bei der Musik, ich will zwar nicht sagen dass wir faul sind, aber keiner von uns nimmt sich zuhause die Gitarre, fängt an darauf was zu klimpern und kommt damit in den Proberaum. Wir sind im Proberaum, treffen uns zum proben, ich fang an einen Ton zu machen, Frank macht dazu einen Beat und Chris hat dann ein Riff oder andersrum, irgendwie kommt es jedenfalls zusammen. Ein Punkt ist auf jeden Fall, dass wir ganz viel wegwerfen von dem was wir machen und irgendwas passt dann doch. Wenn der Song dann erstmal die Runde hat, legen wir die Vocals drüber bzw. an manchen Stellen wissen wir halt schon, dass da jetzt was hinmüsste was von der Intensität her passt. Aber das macht der Chris alleine, die Texte gehören ihm dann… zu 98 Prozent jedenfalls (lacht).

Chris: Ja, sagen wir mal 80 Prozent.

PiN: Habt ihr euch vorher Gedanken darüber gemacht wo ihr mit dem neuen Album musikalisch hinwollt oder habt ihr erst im Nachhinein festgestellt, dass vielleicht ein paar Dinge anders sind als noch auf der „Demontage“?

David: Letztendlich hast du ja nur 3 Leute die ihre Ideen einbringen und kreativ irgendwas auf die Pappe kriegen. Wir sind nicht in den Proberaum gegangen und haben gesagt „wir wollen jetzt genau so klingen“ oder „wir wollen genau das machen“. Wir haben „Demontage“ geschrieben was irgendwie unser Sound war, und den haben wir jetzt weiterentwickelt. Die neue Platte ist keine zweite „Demontage“ und das wollten wir auch nicht. Es ist dann irgendwie in eine hochmelodiöse und sehr verzweifelte Richtung gegangen, ohne dass einer von uns gesagt hat „so machen wir das“. Wir haben uns ziemlich zerlegt für die Platte, vielleicht ist es in 3 Jahren anders, aber zu dem Zeitpunkt war es wirklich das Beste was momentan aus unseren Köpfen kommen kann. Ich glaube es gab keinen Schritt mehr darüber wo man noch eine Probe hätte einlegen können um es noch geiler zu machen.

Chris: Ich würde sagen dass die Platte textlich eindringlicher ist als die „Demontage“. Ich habe mir da primär mehr Mühe gegeben, auch bei der Aussprache, so dass man die Texte versteht. Für mich hat jeder Text einen sehr wichtigen Knackpunkt und den versuche ich so rüber zu bringen, dass man ihn textlich versteht und dann „abgeholt“ wird. Textlich ist es wahrscheinlich immer noch sehr kryptisch, aber wenn man was versteht, dann hoffe ich, dass es Anklang findet.

PiN: Ihr habt für das Album nicht ganz 1 1/2 Jahre gebraucht, andere Bands brauchen für ein Album wesentlich länger, warum ist das bei euch anders und was beeinflusst euch beim Schreiben?

Chris: Die „Demontage“ ging auch sehr schnell, wir haben uns zur ersten Probe getroffen und direkt den Song „Demontage“ geschrieben und haben gesagt „wow, das funktioniert ja gut, lass uns ne Deadline für das Studio setzen“. Das ist so unsere Arbeitsweise, wir wollen das durchziehen und setzen uns daher ne Deadline. Wir haben dann innerhalb von 4 Monaten das komplette Album mit 6 Songs fertig geschrieben. Als das Ding im Kasten war haben wir eigentlich direkt im Anschluss wieder angefangen neue Songs zu schreiben.

David: Und natürlich auch viele Ideen weggeworfen, wo wir als Band aber auch sagen, dass wir sehr, sehr gut miteinander Trinken und Zeit verbringen können, aber gleichzeitig auch sehr gut miteinander proben und an etwas arbeiten. Es gibt Bands die treffen sich uns saufen miteinander und schreiben dabei 2 Riffs. Das ist geil, macht auch super Bock, hab ich in Projekten auch schon gehabt. Aber wir hatten halt so viele Ideen und wollten auf jeden Fall was machen und dazu haben wir uns auch nicht gegeißelt. Ist schön, dass das so schnell läuft, ich hab aber auch zu den Jungs nach dem letzten Song der „D’Accord“ gesagt, wenn man von mir jetzt verlangen würde, noch einen Song rauszuhauen wäre es nicht gegangen, der Kopf war einfach leer. Seitdem haben wir auch kein Ding mehr gemacht, nachdem wir im November den letzten Akkord für das Album geschrieben haben.

Frank: Wir waren wirklich jede freie Minute im Proberaum und haben uns da zerlegt.

David: Jeder Pizzaservice kannte schon unsere Nummer und unsere Bestellungen (lacht)

Chris: Der örtliche Grill. (lacht)

Frank: Haha, ja da hatten wir schon ne Goldkarte (lacht).

Chris: Um auch nochmal die Einflüsse aufzugreifen: Wir verstehen uns super und reden sehr viel.

David: Und laufen auch mit offenen Augen durch die Welt.

Chris: Aber musikalisch ist es echt schwer zu sagen, eine Band die man als Beispiel nennen könnte war Eaves aus Aachen die es seit 2006 nicht mehr gibt.

David: Da sind wir mit groß geworden, ja.

Chris: Die haben die Platte „Höhenangst“ rausgebracht, die wir unglaublich abfeiern und die uns auch dazu bewogen hat jetzt auch „Krachmusik“ machen zu wollen. Nicht das Gleiche, aber als Inspiration.

David: Wir hören auch ganz klar viel in die Richtung der Musik die wir selbst machen, aber letztendlich stehen wir alle im Proberaum und jeder hat seine Idee, und davon kicken wir auch keine, weil wir sagen „nee, das klingt jetzt nicht nach FJØRT“, weil es nicht dazu kommt, dass etwas nicht nach FJØRT klingt. Wir als Band wollen bei keiner anderen Band abschreiben oder wollen wie irgendwer anders klingen, sondern machen einfach unser Ding.

Frank: Wir haben jetzt auch kein überlegtes Konzept nachdem wir vorgehen oder nach dem wir arbeiten so nach dem Motto „Das ist jetzt unser Rahmen und so soll es klingen.“

Chris: Woran wir uns meistens entlanghangeln, ist dass die Parts an sich hintereinander gut passen bis der Song rund ist, aber wir sagen nicht dass an dem und dem Punkt ein Breakdown hin muss oder so was. Es muss einfach gut ineinandergehen.

David: Genau, wie die Sachen ineinandergehen ist uns immer sehr wichtig. Die Könige der Übergänge in verschiedene Riffs sind für mich immer noch Kvelertak, die bringen 10 Riffs hintereinander und es fällt keinem auf. Das ist glaube ich so ein Ding wo man sagen kann, das sind gute Songwriter. Ist zwar eine völlig andere Mucke, aber da kommt Kreativität zusammen und buff es kommt ne Bombe dabei raus, wo man bei anderen Bands denkt, dass man hier und da hätte noch ein bisschen feilen können.

Chris: Lyrisch geht es bei uns oftmals um Leute die man trifft, die in bestimmten Siuationen stecken oder feststecken wie man selber vielleicht auch. Manchmal sieht man ja jemanden und sieht sich selber darin. Es sind auch viele Zitate von Leuten in den Texten die diese zu mir gesagt haben und die sehr in mir nachgehallt haben, weil ich das Gesagte als ziemlich wahr empfunden habe, oder auch ich habe etwas zu jemandem gesagt. Sowohl auf der „D’accord“ als auch auf der „Demontage“ sind einige Zitate von Leuten die das vielleicht garnicht wissen.

PiN: Ihr habt im Dezember bei einem „Benefizkonzert“ im Haus der Jugend in Neuss gespielt für Leute die beispielsweise gegen Rechtsradikalismus demonstriert haben sich nun mit einem Gerichtsprozess konfrontiert sehen, für den sie die Anwaltskosten aufbringen müssen. Gleichzeitig gab es am gleichen Tag Ausschreitungen in Hamburg im Zuge der geplanten Schliessung der „roten Flora“. Was haltet ihr von all den Dingen und dem, was dort vorgefallen ist und inwieweit seid ihr selbst politisch aktiv?

David: Politisch aktiv sind wir als Band und auch persönlich nicht, wir machen uns aber sehr viele Gedanken über Dinge die wir als richtig empfinden. Ein Punkt wo wir uns alle einig sind ist der Punkt der Gewaltfreiheit in jeglicher Hinsicht. Es werden immer mehr Räume geschlossen und ich bin ein Freund davon wenn man Dinge mit Worten löst und keine Autos brennen müssen. Für mich hat das im Leben bisher gut funktioniert. Ich setze immer auf Dialog, auch wenn ich es in Hamburg durchaus verstehen kann, dass es in eine andere Richtung gegangen ist. Wenn kein Verständnis von einer Seite da ist, kann man auch nicht erwarten, dass von der Gegenseite Verständnis kommt. Trotzdem hätte ich nicht in der ersten Reihe gestanden, weil ich auch trotzdem weiterhin auf Dialog gesetzt hätte. Über den ganzen rechten Flügel brauchen wir uns gar nicht unterhalten das ist der größte Scheiss den es in der Menschheitsgeschichte je gegeben hat, möchte ich auch relativ schnell abhaken, ganz klar.

PiN: Habt ihr konkrete Pläne für die Zukunft oder lasst ihr alles auf euch zukommen? Schliesslich werdet ihr ja sicherlich noch ein Leben abseits von Fjort haben.

David: Ich denke es ist jetzt erstmal interessant zu erfahren was die Leute von dem denken was wir da gebaut haben. Wir haben jetzt was gemacht und das hören sich andere an. Dann kommen die ganzen Kritiker und sagen „ist geil“ oder „ist nicht geil“, was die Band eigentlich nicht interessiert, aber für Konzerte ganz ausschlaggebend ist. Bei einer Kritik denkt sich vielleicht jemand „Cool, schau ich mir mal an“ oder „nee, lass ich“. Wir mögen es gemeinsam Musik zu machen und versuchen es so oft zu machen wie es irgendwie geht, aber natürlich müssen wir nebenbei auch noch ein bisschen Geld verdienen, weil wir auf keinen Fall von der Musik leben können. Wir versuchen jetzt trotzdem zu den Release-Shows und den Shows mit Tidal Sleep so viel wie möglich unterwegs zu sein um den Leuten zu zeigen „Das sind wir, hört es euch mal an“. Wenn sie es scheisse finden ist es okay, wenn es ihnen gut gefällt freut es uns natürlich.

Frank: Wir freuen uns auf jeden Fall auf die Shows die noch kommen, auch nachdem heute die Tour zusammen mit Centuries endet.

PiN: David spielt neben FJØRT noch bei Kosslowski, habt ihr ansonsten noch Nebenprojekte und hat FJØRT momentan Vorrang?

Chris: Frank und ich haben auch früher in anderen Bands gespielt, aber mittlerweile ist FJØRT für uns die einzige Band.

Frank: Mehr geht auch nicht. (lacht)

Chris: Nee, für mich würde auch nicht mehr gehen.

David: Ich bin so ein kleiner Duracell-Hase ich mach irgendwie alles, aber Fjort hat einen anderen Werdegang hinter sich als ich mir gedacht hab. Wir sind davon ausgegangen, dass wir einfach Kumpels sind die mal was zusammen machen. Ich hätte nicht gedacht dass die „Demontage“ so großen Anklang findet und mittlerweile labelseitig in den dritten Re-Press geht, weil so viele Leute zu Shows kommen und auch die Vinylplatte kaufen. Ich hab vorher bei Kosslowski gespielt, FJØRT parallel, aber FJØRT hat inzwischen eine so große Position eingenommen, dass die ein oder andere Kosslowski-Show halt mal ausfallen musste. Kosslowski ist also ganz zurückgefahren, die anderen Bandmitglieder machen andere Sachen in ihrem Umfeld. Ich musste glücklicherweise bei keiner Band sagen „Ich bin jetzt mal raus“, weil es einfach gepasst hat und sich so ergeben hat. Deswegen ist es für alle sehr entspannt.

PiN: Was macht ihr abseits von FJØRT?

David: Joa, wir machen alle in irgendeiner Form etwas um Geld zu verdienen.

Chris: Ich studiere noch.

David: Frank und ich sind erwerbstätige Menschen (lacht).

PiN: Wenn ihr beruflich aktiv seid, wie funktioniert das mit dem touren? Geht der ganze Jahresurlaub dafür drauf?

David: Ja, einfach nur ein klares Ja. Wir haben Glück, dass die Menschen in unserem Umfeld das akzeptieren.

Frank: Dass die einfach sagen wir sollen unser Ding machen.

David: Dann macht man halt hier mal ne Überstunde und dann da dafür mal frei oder jemand vertritt einen, ohne die Mithilfe von anderen Menschen würde das niemals funktionieren. Aber der Jahresurlaub ist weg, wenn man 10 Tage auf der einen Tour und 3 Wochen auf der anderen Tour ist. Und am Wochenende spielen wir ja auch noch.

Frank: Auch wenn wir gerne mal am Strand liegen würden, so einen Tag unter einer Palme. (lacht)

David: Aber es macht ja auch Bock, wir geißeln uns nicht, von daher ist es ok. Wenn wir von der Musik leben könnten, weil so viele Menschen von uns Platten und Shirts kaufen würden und zu Shows kommen, würde keine von uns wahrscheinlich nein sagen. Aber wir wissen auch wie groß man dafür werden und sein muss.

PiN: Ja, wer weiss, vielleicht kommt in der Zukunft ja die große Südamerika-Tour.

Frank: Ja geil, dann checken wir da mal so ein Hallenbad aus. (lacht)

PiN: Ihr habt die „Demontage“ für einen kleinen Betrag bei Bandcamp online gestellt und werdet dies bei „D’accord“ sicher wieder tun, was haltet ihr von illegalen Downloads?

David: Find ich mega! Ladet die Platte bitte erst nach dem Release, aber ladet die Platte überall illegal hoch, dementsprechend schnell verbreitet sie sich auch. Effektiv bringt uns das mehr, weil derjenige der uns abfeiert, möchte die Platte auch im Schrank stehen haben. Wer die „Demontage“ gekauft hat, hat einen Downloadcode bekommen, und der war nicht nicht begrenzt, dass heisst man kann den Code auch an 50 andere Leute weitergeben. Hört es euch einfach an, wir wollen dass Leute damit in Kontakt kommen! Und wenn es dann jemand kauft, noch geiler! Gab sogar Menschen die haben statt der angeschlagenen 6 Euro für die „Demontage“ dann 15 Euro bezahlt, weil sie unbedingt wollten, dass wir weiter Mucke machen. Die Menschen die es wertschätzen kommen auf uns zu. Deswegen, ladet die Platte runter! Find ich super!

PiN: Gibt es eine Band mit der ihr mal richtig Bock hättet gemeinsam zu touren?

David: Viele.

Frank: Viele.

Chris: Ja, ziemlich viele (lacht).

David: Wir feiern viel ab. Wir fahren 6 Stunden Bus und hören Bands die wir auch alle feiern. Ich glaube springender Punkt bei uns ist Philipp Poisel (lacht). Boah, das wär richtig geil.

Frank: Haha, ich glaube den feiern nur 2 ab.

Chris: Ich nicht, das will ich nur noch kurz klarstellen.

David: Ich glaube ich würd gern mit den Riffkönigen Kvelertak gern mal touren, auch einfach um zu sehen wer da der kreative Kopf ist.

Chris: Ich würd John Coffey mal einwerfen. Tidal Sleep haben wir ja bald.

David: Ich glaube auch ganz viel aus dem Underground, ich glaub keiner von uns hat Bock mit Bands wie Slipknot, Limp Bizkit oder Motörhead zu touren. Da sind leider einfach keine Bands die wir feiern und ich verstehe auch nicht dass die von so vielen Menschen abgefeiert werden, ich glaube da stecken auch viele gute Werbekanäle hinter.

PiN: Ich hab damals mit Bands wie Limp Bizkit, Slipknot und Linkin Park angefangen harte Musik zu hören.

David: Ja klar, ich auch! Aber irgendwann stösst du auf den Untergrund und denkst „hey wow, was geht da ab?“. Und ich glaube den Punkt erreichen viele Menschen nicht. Wir sagen nicht wir finden kommerzielle Musik scheisse, wir feiern auch Biffy Clyro ab, die mit ihrer Musik sicherlich gutes Geld verdienen, aber ich glaube wir feiern momentan einfach viel mehr Bands aus dem Untergrund.

Chris: Patsy O’Hara ist auch ne Band die wir ohne Ende abfeiern.

David: Trainwreck.

Frank: Wie heisst noch mal diese Band mit diesem unfassbar geilen Riff? Ritual, oder?

David: Ja genau, Ritual. Einfach Bands wo du die Platte einlegst und weggefegt wirst, da brauch mir dann auch keiner mit Linkin Park oder so kommen, haha.

Chris: Ja, das ist einfach uninteressant geworden.

PiN: Man wird ja auch älter.

Chris: Ja, ich sehe das schon, wahrscheinlich wird es doch noch was mit Philipp Poisel.

Frank: Genau, oder FJØRT Akustik. (lacht)

PiN: Jemand, der noch nie einen Song von euch gehört hat, mit welchem Song vom neuen Album würdet ihr ihn am liebsten von euch überzeugen wollen?

Chris: Da würde jeder von uns wahrscheinlich was anderes sagen. Die Songs sind alle extrem unterschiedlich im Gegensatz zu „Demontage“, die ein recht straffes Paket war. Die „D’accord“ ist facettenreicher und breit gefächert. Der letzte Song „Passepartout“ hat für mich einfach die wichtigste Message, der berührt mich am meisten, ist aber wohl auch am weitesten entfernt vom „Demontage“-Sound. „Schnaiserkitt“ mag ich auch und der ist vielleicht noch am nächsten zum „Demontage“-Sound. Schwer zu sagen, aber ich glaube ich nehme „Schnaiserkitt“.

David: Viele Leute aus meinem Umfeld die die Platte schon gehört haben, haben auch gesagt „Schnaiserkitt“ ist ein super Song. Aber „Klein von Welt“ den man bereits auf Soundcloud hören kann, hat wahrscheinlich die meisten Bereiche unseres Sounds abgedeckt. Aber ich glaube so ne Mischung aus „Schnaiserkitt“ und „Passepartout“ sollte man sich mal anhören.

Frank: Man darf aber auch „Valhalla“ nicht vergessen! (lacht)

David: Letztendlich ist das ja auch alles Geschmack, genauso wie bei Limp Bizkit. Gibt aber auch bei mir Bands wo ich das Album höre und einen Song geil und den Rest kacke find.

PiN: Mein persönlicher Favorit vom alten Album ist ja immer noch „Demontage“. Ihr habt also auch keine Angst davor irgendwann mal einen Song zu haben ohne den ihr Live nicht von der Bühne kommt und ihr vielleicht auch müde werdet diesen Song zu spielen?

Frank: Also bei uns ist dieser Punkt definitiv noch nicht erreicht, ich spiele „Demontage“ immer noch genauso gerne wie beim ersten Gig.

Chris: Das finde ich zum Beispiel auch interessant, dass es da so viele unterschiedliche Meinungen gibt, manche Leuten sagen „Glasgesicht“ ist DER Song der sie emotional berührt, worüber ich mich sehr freue, andere sagen „Demontage“ und wieder andere sagen bei „Kleinaufklein“ dass sie den gut finden. Ich bin froh darum, dass es so abwechslungsreich ist.

Frank: Wir freuen uns alle ungemein ne neue Platte aufspielen zu können und zu dürfen und werden aber auch nicht die alten Songs in Gänze vernachlässigen.

David: Man hat so ein paar alte Songs, wo man mal sagen könnte, die könnte man mal auslassen, aber dazu gehört halt nicht „Demontage“, „Glasgesicht“ und „Kleinaufklein“, da denken wir, dass da auch live am meisten rüberkommt. Die werden also definitiv drinbleiben.

Chris: Bei den neuen Songs wird sich das zeigen, wahrscheinlich werden die Leute dann genau einen Song abfeiern mit dem wir überhaupt nicht gerechnet haben.

PiN: Also ich hab auch im Kontakt mit anderen Kritikern schon festgestellt, dass die meisten ähnlich begeistert von „D’accord“ wie seinerzeit von „Demontage“ sind.

David: Das ist grossartig!

Chris: Ja wirklich, sehr schön zu hören, wir haben bis jetzt noch keinerlei Feedback erhalten.

David: Ausser halt von unserem Label This Charming Man Records , wo wir wirklich begeistert waren, dass die das mit uns machen, weil das für uns schon einen ziemlichen Quantensprung darstellte. Wir empfinden das schon als eine etwas höhere Nummer im Untergrund.

Frank: Ja wirklich, danke dafür!

David: Jetzt warten wir, was die Leute und Kritiker zu dem Ding sagen, da sind wir echt gespannt. Auch wenn viele es dann vielleicht kacke finden ist es dann auch einfach cool Feedback zu bekommen mit dem wir arbeiten können.

Chris: Ja, das würde ich dann auch echt gerne wissen, ohne Scheiss! (lacht) Würde mich auch nicht kränken.

David: Nee, bleibt ja wie schon mehrfach erwähnt, Geschmack.

Frank: Und man kann mehr damit anfangen, als wenn nur jemand sagt „boah, geil, geil, geil, geil geil“.

David: Und wenn es gefällt freuen wir uns auf jeden Fall auch darüber.

PiN: Zu guter letzt: Würdet ihr gerne noch etwas loswerden, nach dem ich jetzt nicht gefragt habe?

David: Ich sag dann immer ein riesengroßes Dankeschön an Pretty in Noise und an Dich, dass Du dir das anhörst und darüber was schreibst. Wir als Band können ja nur irgendwas kreieren und ein ganz wichtiger Indikator ist das dann an die Leute zu bringen. Am liebsten wäre es mir, wenn jeder in Deutschland die Platte mal anklickt und sagt „geil“, oder „nicht geil“. Aber wir haben nichts davon, wenn niemand weiss, dass diese Platte und diese Band existiert und ihr seid Indikatoren dafür, den Einzugsbereich zu vergrößern.

Frank: Ja, wir danken für das Interesse und finden es schön, dass wir hier mit Dir sitzen dürfen.

David: Wir sind für jeden dankbar der über uns schreibt, sich mit uns unterhält, schlichtweg der irgendetwas mit uns tut.

PiN: Dann vielen Dank für das nette Gespräch


28.03.2014 STUTTGART, Juha West
29.03.2014 WINTERTHUR (CH), Gaswerk
30.03.2014 BERN (CH), Rössli
31.03.2014 THUN (CH), AKuT
02.04.2014 ZAGREB (HR), Klub Attack, AKC MEDIKA
03.04.2014 WIESBADEN, Kreativfabrik
04.04.2014 MÜNCHEN, Kafe Marat
05.04.2014 LINZ (AT), Stadtwerkstatt
06.04.2014 DRESDEN, AZ Conni
07.04.2014 CHEMNITZ, AC17
08.04.2014 MÜNSTER, Baracke
09.04.2014 HILDESHEIM, Kulturfabrik Löseke
11.04.2014 NEUBRANDENBURG, AJZ
12.04.2014 JÖNKÖPING (SWE), Lingon
13.04.2014 GOTHENBURG (SWE), Fängelset
14.04.2014 DETMOLD, Alte Pauline
15.04.2014 KÖLN, Club Privat
16.04.2014 MARBURG, Café Trauma
17.04.2014 AACHEN, Musikbunker
19.04.2014 ILLINGEN, JuZ (This Is For The Kids Festival XXI)
24.04.2014 BONN, Bla
25.04.2014 OSNABRÜCK, Bastard Club
26.04.2014 WERMELSKIRCHEN, AJZ Bahndamm (Heartcoretage)
07.05.2014 ESSEN, Emokeller
23.05.2014 ESPELKAMP, isy7
24.05.2014 NEUMÜNSTER, AJZ
25.05.2014 BRAUNSCHWEIG, Nexus
30.05.2014 MANNHEIM, Maifeld Derby
21.06.2014 KRUMPA, What The Fuck Festival
28.06.2014 BAMBERG, UpYours Sommerfest

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