Cargo-Vinylaktion

Joseph Myers, der Osnabrücker Singer- und Songwriter stand mir, vor seiner nächsten Deutschlandtour im März, für ein kurzes Interview zur Verfügung. Danke Joseph und euch viel Spaß beim lesen!

PiN: Wie lange machst du schon Musik und wie bist du dazu gekommen?

Ein Leben ohne Musik kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe mit 4 Jahren meine erste Gitarre geschenkt bekommen und bin seitdem unentwegt am Musizieren. Meinen ersten Song habe ich mit 12 Jahren geschrieben, den ersten Auftritt hatte ich mit 16 Jahren. Ich bin in einer musikalischen Familie groß geworden. Meine Geschwister haben beide Klavier gelernt.

PiN: Deine Texte sind auf Englisch. Hat das einen bestimmten Grund?

Diese Frage höre ich des öfteren. Früher, zu meinen Anfängen, habe ich auch deutsche Texte geschrieben. Es hat sich mit den Jahren jedoch so entwickelt, dass Englisch für mich beim Komponieren meine Muttersprache geworden ist. Mit englischer Lyrik habe ich viel mehr Möglichkeiten als mit deutscher. Ich bewundere jeden Künstler, der es schafft, deutsche und zudem authentische Texte zu schreiben. Ich könnte das nicht. In englisch fällt es mir leichter, metaphorisch zu arbeiten.

PiN: Wie holst du dir Inspirationen für deine Texte?

Meine Texte entstehen durch Gefühle und Erfahrungen meines Lebens. Wenn Worte nicht ausreichen, kommt die Musik zum Einsatz. Es kann um Liebe handeln, um Zweifel, aber auch um Zuversicht und Verarbeitung mancher Ereignisse in meinem Leben. Ich bin zwar erst 26, habe aber schon Einiges durchmachen müssen. Mir werden so schnell nicht die Themen ausgehen 🙂

PiN: Im März gehst du auf Tour. Worauf freust du dich am meisten?

Ich freue mich sehr auf den März. Es wird meine vierte Tournee in einem Jahr. Das erste Mal mit meiner wundervollen Band und als Support Jürgen Ufer, ein hervorragender Hamburger Songwriter. Bisher war ich nur solo unterwegs auf den Tourneen, diesmal begleitet mich meine hinreissende Band. Wir werden also zu dritt auf der Bühne stehen. Neben mir kommt Nick, mein Pianist mit und Daniel am Schlagzeug bzw. Cajon. Das wird großartig.

Ich freue mich auf jedes einzelne Konzert. Ganz besonders werden sicher die zwei Konzerte im Sony Center in Berlin, während des Herzgrün Festivals. Eine ganz besondere Location. Zudem freue ich mich sehr auf München. Die Besucher dort sind einfach unvergesslich. Ich durfte bereits 2x im Kult Café Pepa spielen und beide Konzerte waren absolute Highlights der Tourneen. Ich kann es kaum erwarten, bis es endlich losgeht.

PiN: Gibt es Musiker, die du als Vorbilder betrachtest?

Vorbilder nicht direkt. Aber ich bin großer Fan von William Fitzsimmons. Ich bewundere seine Art des Songwritings sehr. Die Gänsehaut, die er mir mit jedem seiner Songs verpasst, ist unbeschreiblich. Für mich einer der größten und unvergesslichsten Songwriter der heutigen Zeit.

PiN: Welche Musik hörst du privat?

Die selbe, die ich auch auf der Bühne mache. SingerSongwriter. Um mal ein paar Namen zu nennen: William Fitzsimmons, Enno Bunger, Lestat Vermon, Florian Ostertag usw. Ich könnte hunderte Namen aufzählen. Es gibt so unfassbar viele, tolle Musiker in diesem Genre, dass man nicht mehr alle aufzählen kann.

Ich bin zudem großer Fan von Metal oder Rap. Wenn ich es mir recht überlege, höre ich abgesehen von Schlager und Eletrco eigentlich so ziemlich alles. Ich finde auch Max Raabe großartig, Udo Lindenberg oder Pur.

PiN: Spielst du noch andere Instrumente, außer Gitarre?

Irgendwann hat mir die Gitarre nicht mehr gereicht. Seit ein paar Jahren versuche ich es meinen Geschwistern gleich zu machen und Klavier zu lernen. Erste Songs sind mit diesem wunderbaren Instrument bereits entstanden. Zudem bin ich leidenschaftlicher Schlagzeuger, übe mich gern an der Mandoline und möchte irgendwann noch Cello lernen. Das wäre mein Traum.

PiN: Was wünscht du dir für deine muskalische Zukunft?

Dass ich es mein Leben lang beruflich weiterführen kann. Es gibt kein schöneres Gefühl, als auf der Bühne zu stehen mit dem Wissen, dass es gerade Arbeitszeit ist, sich aber nicht wie Arbeit anfühlt. Menschen mit meiner Musik zu erreichen als Beruf zu haben, ist einfach toll.

Abgesehen davon würde ich gern mal als Support für Enno Bunger oder Sea&Air auf Tour. Und damit das alles weiterhin Wirklichkeit bleibt, wünsche ich mir die Einsicht mancher Musikkonsumenten, die es für die heutige Zeit nicht mehr einsehen, für Kunst zu bezahlen. Mit dieser Einstellung macht man es den Nicht-Mainstream-Musikern schwer, zu überleben.

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