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Kokomo bleiben auch auf diesem Album dem instrumentellen Postrock treu. Sie verstehen es einfach, sich auch ohne Gesang auszudrücken und Emotionen und Stimmungen in ein musikalisches Gewand zu kleiden. Wie Jacques Derrida treffend bemerkt hat, sind Worte nur Hülsen, die sich täglich ändern können.

Kokomo steht für Oliver Ludley, Benjamin Hellig, René Schwenk und Tobias Stieler aus Duisburg, die seit 2008 zusammen Musik machen und die sich mittlerweile einen festen Platz in ihrem Genre erarbeitet haben.

Ihr Name steht aber für mich nicht nur allein für großartigen Postrock, sondern sie verkörpern mit allem, was sie tun, ihre Liebe zur Musik. Sie produzieren, sie touren, sie sind eine wahnsinnig starke Live-Band und sie stellen immer wieder in liebevollen DIY Aktionen Merchandise her.

Bei soviel Herzblut ist es nicht verwunderlich, dass ihr drittes Album, KOKOMO, dass am 29.03.2013 auf dem Dunk! Festival in Zottegem erscheint, ein so großes und überwältigendes Werk geworden ist.

Kokomo bleiben auch auf diesem Album dem instrumentellen Postrock treu. Sie verstehen es einfach, sich auch ohne Gesang auszudrücken und Emotionen und Stimmungen in ein musikalisches Gewand zu kleiden. Wie Jacques Derrida treffend bemerkt hat, sind Worte nur Hülsen, die sich täglich ändern können.

Den Anfang macht Kaputt Finker, dessen fast schon heroische Melodie gerade die zwei Gitarren und deren Zusammenspiel gekonnt in Szene setzt. An dieser Stelle möchte ich aber ebenso auf die Drum Parts aufmerksam machen, die viel zu oft in den Hintergrund geraten, obwohl sie der Kleister sind, der alles zusammen hält. Ich bin schon immer bei den Liveshows beeindruckt vom Können von Tobias am Schlagzeug, aber gerade bei diesem Song wird es mehr als deutlich, dass ein solcher Drummer Gold wert ist.

Mein Favorit des Albums ist aber definitiv They Seem to be Dead Set. Dieser Song lässt eine kraftvolle, ausdrucksstarke Atmosphäre entstehen, die einen zwingt auf Repeat zu drücken. Die Melodie schwillt an, es kommt ein Cut und es geht weiter, bis schließlich auf einen weiteren Cut eine ruhige, melancholische, aber starke Melodie folgt.

Tauben im Gras war der zweite Song, den Kokomo als Vorgeschmack auf ihr Album online gestellt haben und die massige Resonanz darauf, spricht für sich. Synonyme wie packend und fesselnd, beschreiben ihn wirklich gut!

Der vierte Song Ein Dachs hat Zweifel, fällt auf diesem Album völlig aus der Reihe und zeigt, dass Kokomo auch anders können. Eine sanfte Gitarrenmelodie macht den Anfang und dann folgt, wer hätte das erwartet, ein Saxophon! Diese wunderschöne Kombination verleiht dem Ganzen etwas Einmaliges.

Deconstructure ist eine Mischung aus flitternden Gitarren und einer straighten Melodie, ohne große Schnörkel und ohne besondere Vorkommnisse. Nicht langweilig, aber auch nicht mein Highlight des Albums.

Das Schlusslicht Le Trieste beginnt mit einer aggressiven, harten Melodie, die Drum-und Basslastig ist, bis sie in ein, von sanften Gitarren untermaltes, Sprach-Outro gleitet. Was solche Dinge angeht, sind Kokomo wahre Meister ihres Fachs. Ein tollerer Schluss hätte ihnen für ihr Album nicht einfallen können!

Eine Rezension kann den Zauber instrumentaler Musik kaum einfangen, geschweige denn gebührend beschreiben, darum empfehle ich jedem, sich darauf einzulassen und einfach rein zu hören!

Ich danke der Band für dieses einmalig schöne Album und für die Arbeit, die dahinter steckt. Ich spreche, denke ich, nicht nur für mich, wenn ich sage: Es hat sich gelohnt!

01. Kaputt Finker
02. They seem to be dead set
03. Tauben im Gras
04. Ein Dachs hat Zweifel
05. Deconstructure
06. Le Trieste

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