Lukas Creswell-Rost – Go Dream

Plain Sailing Records www.lukascreswellrost.com

Lukas Creswell-Rost gibt sich auf „Go Dream“ als leiser Songwriter und Soundtüftler. Er überzeugt weniger durch die Qualität seiner Stimme, die doch eher durchschnittlich als markant ist, als durch ausgefuchste Arrangements und Sounddesign.

2009 zog Creswell-Rost, der aus Leeds stammt, nach Berlin. Eine solcher Einschnitt zieht natürlich immer Veränderungen nach sich, sowohl in persönlicher als auch musikalischer Hinsicht. Dies soll sich auf seiner neuen Veröffentlichung widerspiegeln.

Ein Großteil der Klänge, die Creswell-Rost zu einer bunten Collage verarbeitet, entstammt der Ära von Synthie-Pop; von Drumcomputern und Gated Reverbs: stets sind die 80er im Sound von „Go Dream“ präsent. Dem Briten gelingt es meistens, diese klischeehaften Versatzstücke in einen modernen Kontext zu bringen, sodass das Ergebnis mehr als reine Retro-Nostalgie ist.

Trotzdem bleibt das Soundgewand generell eher reduziert und auf Dauer etwas eintönig. „Summer of George“ sticht unter diesem Gesichtspunkt durch kraftvolle, wellenartigen Ausbrüche hervor. Das nachfolgende „Week of Warmth“ erschafft eine wohlige Intensität, man fühlt sich fast wie vor einem warmen Kamin – lediglich das übertrieben kitschige Saxophon stört diese Idylle. Nun gut, vielleicht ist man mit der Ironie hier auch übers Ziel hinausgeschossen, man muss es jedenfalls nicht mögen.

Creswell-Rost changiert generell zwischen Drum-lastigem Synth-Pop und folkigen, intimen Momenten, zwischen langsamer, aber treibender Machart und losgelöstem, einsamem Gesang-mit-Gitarre. Dabei wird die zurückhaltende Stimme sehr verträumt inszeniert.

Die Lyrics geben Einblicke in die Erfahrungen des Songwriters mit der Musikwelt. „Week of Warmth“ blickt aus Sicht des geldgierigen Bandmanagers auf die Band Bad Finger, die Ende der Siebziger Jahre aktiv war. Auch ein Zwischenfall mit dem Altrocker und Gitarrenhelden Yngwie Malmsteen wird in „Ten Dollar Cocktails“ thematisiert. Der atmosphärisch äußerst dichte Titeltrack reflektiert Creswell-Rosts Tätigkeit als Tourmusiker für Tanita Tikaram, die – natürlich – ebenfalls in den Achtzigern bekannt wurde.

„Go Dream“ ist ein eher unauffälliges Album für das „zweite Hören“, das die persönlichen Geschichten aus dem Leben eines Musikers erzählt, der sich nicht aufdrängt, aber doch einiges zu sagen hat. Irgendwie anders, dabei notorisch unhip – da kann man mal ein Ohr riskieren.


01 Foreign Movies
02 Ten Dollar Cocktails
03 Time Waster
04 Smallest Things
05 Own Night Out
06 Go Fish
07 Summer Of George
08 Week Of Warmth
09 Patient Pilot
10 Go Dream
11 Stolen Thunder



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