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Stereo an. 4 Years and 1 Day. Press Play. Love What Survives.

Die Reise geht durch eine offene Landschaft, vielleicht eine Wüste. Der Himmel ist zu hoch, der Blick geht weit, am Horizont ziehen Gebirge vorbei, über allem trohnt der Mount Kimbie. Alles rauscht vorbei, die Landschaft, die Zeit. Einzelne Artefakte wirken unnatürlich, sie stechen aus dem Gesamtbild heraus und sind digital. Der Rest ist organisch, wächst, verzerrt und fällt schließlich wieder in sich zusammen. Viel Wiederholung, keine Eintönigkeit, kein Muster, keinen Click, kein ‚Grid‘ und auch keine Vapowaves. Die Bikes sind aus Holz, die Neonfarben sind nur Licht und Schatten, die Antiken Statuen, Palmen und Wellen Collagen aus monochromen, körnigen Fotografien.

Mount Kimbie nehmen uns mit durch dieses Arcade Game aus Biokunststoff und zeigen uns die vielen verschiedenen Seiten ihrer Welt. Nicht alles ist warm hier, dafür heimelig unperfekt – im Gegensatz zu den vorschnell assoziierten Neonwelten.

Berauscht klicken wir von Track zu Track, immer neue und immer andere Welten verbergen sich hinter den Abzweigen. An jeder zweiten Ecke des Weges warten Feature Artists auf uns: King Krule erklärt in „Blue Train Lines“ auf Post-Punk Manier wo die Reise hingehen wird, Micachu bringt in „Marilyn“ ihre Lofi zu Tragen und Andrea Balency verfeinert „You Look Certain I‘m Not So Sure“ mit ihrer verträumten Stimme und geschrammel. Schließlich ist da noch James Blake, der uns in einem fast sakralen Moment erzählt, wie wir mit ihm nach Hause gehen.

Bei „Delta“ und „T_A_M_E_D“ haben wir plötzlich das nicht zu bändigende Bedürfnis uns zu bewegen, zu tanzen, den bunten Lichtern zu folgen, zu den verschrobenen Beats zu pulsieren und uns letztendlich in den unendlichen Wogen der Schaltkreise alter Orgeln und analoger Synthesizer zu verlieren.

Wieder einmal liefern Mount Kimbie im großen Stil ein Album, dass sich vielschichtig erleben und genießen lässt. Zugegeben, man braucht etwas Zeit um das Album als ganzes zu hören und sich einzulassen, wird dann jedoch mit wunderbaren Traumwelten belohnt und darf den Rest des Tages sentimental-beschwingt die Realität nach den wabernden Harmonien von „Love What Survives“ absuchen. Die Visionäre haben es wieder einmal verstanden, den Sound von elektronischer Musik neu zu bestimmen und zu kombinieren: Von dem anfänglichen Post-Dubstep, Half-Step oder was auch immer ist jedenfalls nichtmehr viel zu hören, Genrebezeichnungen die über „Ambient“ hinaus gehen müssen noch gefunden werden.

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