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Das Berliner Startup Soundcloud ist seit Jahren ein beliebtes soziales Netzwerk und Promotool für Musiker und ihre kostenlose Musik. Mit Bandcamp steht Artists und kleinen Labels ein Store zu fairen Konditionen zur Verfügung. Orfium will jetzt das beste aus beiden Welten vereinen.


Soundcloud steckt in einer tiefen Krise. Erst vor wenigen Wochen machten die Berliner die Geschäftszahlen für 2014 öffentlich: fast 40 Millionen Euro Verlust. Knapp 200 Millionen User vertrauen dem Dienst nach wie vor, obwohl sie dafür bezahlen müssen, dass sie Soundcloud ihren wertvollen Content zur Verfügung stellen dürfen. Nicht umgekehrt. Es gibt natürlich gute Gründe die dennoch für Soundcloud sprechen, vor allem die soziale Komponente der Plattform und ihr angenehmes Layout – beides Vorteile gegenüber dem Konkurrenten Mixcloud (was aus diversen Gründen allerdings die bevorzugte Variante vieler Djs ist). Verkaufen können die Kreativen auf Soundcloud aber nichts, deshalb leiten sie ihre Hörer gerne über einen Buy-Link zu Bandcamp weiter. Dass funktioniert zwar, ist aber relativ umständlich.

Auf unzufriedene Soundcloud-Nutzer hofft der neue Dienst Orfium, weshalb auch das unkomplizierte Importieren der Songs aus SC möglich ist. Im Gegenzug bietet Orfium einen wesentlich höheren Payout für Artists als Soundcloud, iTunes und Spotify. Wie bei Soundcloud soll eine Community entstehen, indem der Nutzer sowohl andere Nutzer als auch Playlists abonieren kann. Wichtig: Orfium erlaubt neben dem Verkauf einzelner Tracks auch, sie zu verschenken oder den Download gar nicht zu gestatten. Das eigene Profil bietet personalisierten Header, Bio, Feed und zusätzlich – anders als zum Beispiel Soundcloud – einen Videoplayer. Prima! Allerdings wirkt das Layout von Orfium wie ein Firmenbüro aus Glas und Stahl, und all inklusive bedeutet eben auch ein ziemliches Gedrängel auf dem Bildschirm.

orfiumlaptop
Wer neue Musik entdecken will ist zu Beginn auf Standartlisten und Keywords angewiesen. Während Bandcamp mit Podcasts, Saff Picks und Artist-Empfehlungen spannende Entdeckungen ermöglicht, präsentiert Orfium auf der Startseite bloß Charts und das derzeit beliebteste Gedöns.

Die Liste fehlgeschlagener Musikplattformen, die gerne das nächste dicke Ding geworden wären, ist lang – sehr lang. Warum sollte es mit Orfium anders laufen? Das unterkühlte, überfrachtete Design spricht gegen den Neuling. Die faire Monetarisierung und der all inklusive-Gedanke sprechen dafür, die Sache wenigstens mal auszuchecken.

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