Porches – Pool

Porches machen Musik, die man umarmen will, zum Tanzen und Träumen: „Pool“ ist wirklich ein Album, worin man eintauchen möchte. Aaron Maine mischt hier Dance-Musik, Pop und New-Wave. Und dabei vergisst er nie einen nostalgischen, intimen Grundton.

Porches‘ „Pool“ ist emotional aber unaufgeregt, sehr warm und gleichzeitig definiert und präzise im Sound. Viel punktierter als der Lofi-Indie- Vorgänger „Slow Dance in the Cosmos“ (2013), der deutlich weniger Elektronik und mehr Gitarren besaß. Porches bedient sich aus den 80er und er tut das gut: Das Album wirkt familiär, doch es wirkt nicht wie eine Kopie; es hat eine klare Vision, ist sehr kompakt und konsequent aber nie langweilig.

Schon im Opener „Underwater“ tauchen alle prägenden Elemente von „Pool“ auf. Die Synths bewegen sich wie Reflexe auf einer Wasseroberfläche, die 80er Jahre- Keyboards erinnern an Phil Collins, der Gesang mit Vocoder an Air. Wasser ist sowieso eine Art wiederkehrendes Motiv der LP. Und oft, wie hier, treibt sich der Sound wie über Wasser, so glatt und fließend. Die Stimme von Aaaron Maine ist sehr klar und nostalgisch, er singt immer mit einem traurigen Nachgeschmack. Sehr schön, süß und hypnotisierend ist es auch, wenn der Gesang von den Background-Vocals seiner Freundin Greta Kline alias Frankie Cosmos begleitet wird, wie in „Braid“.

Gleich beim ersten Hören ragt die Single „Be Apart“ heraus. Die Melodie ist eingängig, gleich vom ersten Ton der Synths bleibt man eingefangen. „I wanna be apart, I wanna be a part o fit all“ singt Maine und das ist auch das, was man beim Hören dieses Albums fühlt. Diese Art von Dreamdance lässt einen von weit weg träumen, gleichzeitig fühlt man sich ganz drin in diesem elektronischen, umhüllenden Universum.

Eine wunderschöne Ballade wie aus den 80ern ist „Mood“, das wieder mit einer starken Gesangslinie überzeugt. Sehr berührend und ergreifend ist der Bass, im Kontrast dazu steht diese Easy-Listeining Stimmung mit den kristallklaren Synths und den Handclaps. Eher Richtung Depeche Mode bewegt sich das so schön traurig gesungene „Hour“, hier will man wirklich diese Stimme umarmen, sich darin verlieren. Genau wie in „Even The Shadow“, das gleich mit einem dunklen und einschleichenden Einstieg entführt. Genauso wie in „Glow“: Einem engen Tanz mit zwinkernden Synths.

Eine Stärke von Porches ist es, in wenigen Sekunden eine Klangwelt zu schaffen, die sofort fasziniert und alles vergessen lässt. Weiteres Beispiel: der Bass bei „Pool“. Der Song erinnert an einen sehr stillen und heißen Nachmittag am Pool eben. Das Wasser steht still, die Hitze verlangsamt alles, „slow Motion“, wie Maine singt. Und dann verwandelt sich diese Atmosphäre in eine Art entspannter Trance während des schnelleren Outro.

Eine Trance vermittelt auch das bassgeladene „Car“. Eine Ode ans Losfahren, einfach so frei und ziellos. Und der Song klingt wirklich wie eine Fahrt, mit offenen Fenstern, Wind im Haar, nachts ins nirgendwo. Hier hört man auch mehr Gitarren, der Sound ist fülliger als in den anderen Tracks und klingt mehr nach dem Porches des ersten Albums. Einen schönen Kontrast bildet das langsamere „Shaver“ mit seinem düsteren Bass, der tief pulsiert und dem Sax-Solo am Ende. Pulsieren tut auch der Synth in „Shape“, der den ganzen Track unterschwellig bestimmt und direkt ins Herz trifft. Als ob er die Verzweiflung, von der Maine singt –

And for all the shapes that we get into/ Only wanna be in them with you/ I’m only real in my longing/ And I long to be so real

– in einen Klang umwandeln würde.

Und zuletzt erklingen wieder die 80er Keyboards mit modernen Beats in „Security“. Ein Song, der einen großen Wunsch ausdrückt –

Man I wish there was a place/ That I knew I could always stay/ Cause all I want and all I need is some security

Es ist ein Wunsch, der so einfach wie ergreifend ist. Genau so wirkt das ganze Album mit seiner dichten Stimmung und Melancholie, mit seinem minimalistischen doch vollen Sound. „Pool“ klingt eingängig und berührend. Porches lässt Elektronik im Herz fühlen. – Bandcamp





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