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Zuerst einmal möchte ich mich hochoffiziell dafür entschuldigen, dass ihr nun so lange auf diesen Bericht warten musstet. Persönliche Angelegenheiten haben mich leider dazu gezwungen, mich für eine Weile zurückzuziehen. Doch wie ihr sehen könnt, bin ich zurück und bringe euch meinen laaangen Bericht vom Festival mit.


Wenn euch die Einzelheiten nicht interessieren, könnt ihr hier direkt zum Fazit am Schluss springen. Dort findet ihr außerdem neue Informationen zum Dunk! USA.

Am Wochenende des 25.–27. Mai 2017 verbrachte ich zum nunmehr dritten Male die besondere Zeit des Jahres, die sich Dunk!festival nennt. In Zottegem, einem kleinen Städtchen im Herzen Belgiens, erstreckt sich in diesen paar Tagen ein großes (Zirkus-)Zelt gen Himmel und es breitet sich der Duft nach Fritten und Paella aus, damit jeder Anreisende es findet, dieses Epizentrum der Leidenschaft für den Post-Rock.

Verzeiht, ich werde schon wieder pathetisch.


Donnerstag, 25.05.2017

Kälte. Wasser tropft auf meine Stirn. Scheiße, das ist kein guter Anfang.

Benommen öffne ich meine Augen nach meiner ersten Nacht dieses Festivals. Es ist das erste Mal seit fünf Jahren, dass ich in einem Zelt schlafe, auf einer Isomatte, und ich bin heilfroh, dass niemand den Rasen des Campingplatzes gemäht hat. Man wird ja nicht jünger.

Ich sondiere meine Umgebung und vergewissere mich, woher die Wassertropfen kommen. Zelthaut auf Zelthaut, kondensierte Atemluft, na klar. Ich krieche aus dem Zelt, indem ich mich noch einmal kurz in der nassen Zelttür verfange wie in den Tentakeln eines sehr glitschigen Oktopus und stelle zu meiner Beruhigung fest, dass es nicht geregnet hat. Es ist sehr früh, die bisher angereisten Besucher schlafen größtenteils noch und die Sonne hat Erbarmen mit uns.

In diesem Jahr wurde der Dunk!-Campingplatz enorm ausgeweitet, das wird schon auf den ersten Blick klar. Neben dem Camping only-Bereich gibt es eine große Fläche für Autocamper – sprich: Wohnmobile, Wohnwagen, VW-Busse – und eine weitere Fläche, auf der alle Zelte und Autos stehen, wie sie eben gerade geparkt wurden. Wir nennen es mal den Anarchiebereich. Für gewöhnlich wurden die Besucher angehalten, ihre Autos auf dem Parkplatz an der Einfahrt abzustellen und ihre Zelte auf der separaten Campingfläche aufzustellen. Natürlich wurden Ausnahmen gemacht für mehrere Personen, die in einem Bus anreisten, aber nicht alle gemeinsam im selben Auto schliefen. Gerade in diesem Jahr sind es jedoch einige Campingmobile und separate Zelte mehr, die die entsprechende Parkfläche in Anspruch nehmen, sodass anderweitig ausgewichen werden muss. Durch das erneut größere Bühnenzelt hat sich die Aufteilung ebenfalls verändert und wo noch im letzten Jahr ein Parkplatz für die Musiker eingerichtet wurde, steht die Fläche nun den Besuchern zur Verfügung; die Fläche, die ich soeben den Anarchiebereich nannte.

Die sanitären Anlagen wurden ebenso ausgebaut. Die Anzahl der Toilettencontainer wurde verdoppelt und es gibt zwei Duschcontainer sowie Pissoirs auf der kleinen Fläche zwischen dem Zelt und dem Anfang des Waldes, wo sich die Wege zum Vereinshaus befinden, in dem sich die Festivalgesellschaft zum Arbeiten, reden und essen trifft. Dieses Haus ist in diesem Jahr nicht mehr von beiden Seiten zu betreten, da der Vordereingang mit ein Teil des Backstage-Bereiches geworden ist.

Nach unserem standesgemäßen Maggieierfrühstück (gekochte Eier mit Maggi Würze, eine Spezialität, die es überraschenderweise über die Grenzen des Saarlands hinausgeschafft hat) nimmt die Sonneneinstrahlung ordentlich Fahrt auf und es ist zu spüren, dass dies der erste heiße Tag des Festivals werden wird. Es finden sich mehr und mehr Besucher ein, Freunde aus den letzten Jahren, die herzlich begrüßt werden und denen ein Plätzchen für ihr Zelt freigehalten wurde, um sich bei uns niederzulassen.

Mit meinen Freunden spreche ich über das Line Up des heutigen Tages und sage, dass ich ja bis zur letzten Sekunde gehofft hatte, Swans seien nur ein Aprilscherz gewesen und in Wahrheit würden heute Abend sleepmakeswaves spielen, die ich so gerne endlich live sehen würde. Meine Freundin Ann sagt, dass ich sie ja einfach auf dem VIVID (Post-Rock Festival in Norwegen) in diesem Jahr sehen kann, da wir doch sowieso hinfahren wollen würden und ich stutze einen Augenblick. sleepmakeswaves auf dem kleinen VIVID, das in diesem Jahr erst zum dritten Mal stattfinden wird? Wie sollte unser Freund Timo, der Veranstalter des Festivals ist, es geschafft haben, diese Band aus dem fernen Australien zu buchen? Sie hält mir den Flyer unter die Nase, den sie jüngst von Timo bekommen hat. Da steht sleepmakeswaves. Ich lese es mehrmals und es muss sich um einen Druckfehler handeln. Das kann doch nicht sein. Ich gehe also zu Timo, der mir natürlich bestätigt, dass er sleepmakeswaves erfolgreich gebucht hat und auf diesen Schock (im positiven Sinne!) brauche ich erst mal ein Bier.

Der Vormittag rast voran und ich schaue auf den Spielplan und frage mich, ob die erste Band des Festivals schon immer bereits um 13 Uhr gespielt hat. Der Opener wird in diesem Jahr die chilenische Band La Ciencia Simple sein, die schon beim kurzen Reinhören einen sehr positiven Eindruck erweckt hat. Für mich persönlich steht viel Arbeit auf dem Plan und ich versuche, Ordnung in das Chaos zu bringen. Natürlich möchte ich so viele Bands wie möglich sehen und fotografieren. Geplant sind außerdem zwei Interviews, eines am Freitag und ein weiteres am Samstag, für die ich mir Zeit schaffen muss. Und natürlich steht auch das private Vergnügen auf dem Zettel, denn es ist ein Ereignis, das ich mit einigen meiner besten Freunde erlebe und mit denen, die ich nur zu dieser Gelegenheit, einmal im Jahr treffe.

Die Zeit verfliegt schnell und gegen kurz vor 13 Uhr machen wir uns geschlossen auf den Weg ins große Zelt, um zu sehen, wie La Ciencia Simple das Festival eröffnen und natürlich auch, wie die Veränderungen sich in diesem Jahr gestalten.

La Ciencia Simple

Der Merchandise-Bereich befindet sich in diesem Jahr im hinteren Teil des Zeltes. Um noch einmal daran zu erinnern, wie es seit meinem ersten Besuch im Jahr 2015 ausgesehen hat: Damals hat sich der Merch- und Pressebereich, in dem die offiziellen Dunk!-Interviews abgehalten wurden, noch im Haus befunden. Der Merch-Bereich war sehr klein und es gab wenig Möglichkeiten, sich mit den Musikern zu unterhalten, da man ständig den anderen Besuchern im Weg stand. 2016 wurde ein weiteres kleines Zelt zwischen der Main Stage und dem Parkplatz aufgebaut, worin sich der Interview- und Merch-Bereich befanden sowie einige Tische und Stühle, um ein wenig zu entspannen. Für mich war dies die bisher beste Lösung, da es einerseits geräumig und einladend war, andererseits aber auch die Lautstärke aus dem großen Zelt nicht so einnehmend war, dass man sich nicht mehr unterhalten konnte.

In diesem Jahr betritt man das Zelt der Main Stage am rechten Ende des langgezogenen Merch-Bereichs, der sich über die gesamte Breite des Zelts erstreckt und an dessen linken Ende sich eine Bar befindet. Vom Zuschauerraum wird dieser Bereich nur durch einen großen schwarzen Vorhang abgetrennt; die Lärmbelastung während der Konzerte ist bereits abzusehen. Der Zuschauerraum ist in diesem Zelt in die Breite gezogen, während er im letzten Jahr eher eine Tunnelform aufwies, mit einer Empore, auf dem sich das Mischpult der Ton- und Lichttechniker befunden hatte. Die Beleuchtung auf der Bühne ist ebenfalls gänzlich verschieden zu den Vorjahren. In diesem Jahr gibt es rotierende LED-Würfel, die zu meinem Erschrecken manchmal bizarre Formen annahmen, die an dieser Stelle nicht weiter erläutert werden sollen, um niemandem zu nahe zu treten. Einiges davon ist eventuell auf den Fotos zu erkennen. Es gibt große, in warmem Orange beleuchtete Schirme, die mich an Reflektorlampen aus der Studiofotografie erinnern, und das große LED-Board aus dem letzten Jahr, das einen Regen weißen Lichts auf die Bühne werfen und die Bandnamen abbilden konnte, ist leider entfernt worden.

Doch kommen wir nun endlich zu unserem Opener, La Ciencia Simple. Dies ist das erste Konzert der jungen Band aus Chile auf ihrer Europatour und ich erinnere mich noch an 2015, als The End of the Ocean ebenfalls ihre allererste Europatour mit dem Dunk!festival einläuteten. Die fünf Musiker betreten die Bühne und legen mit einer sagenhaften Energie eine Show hin, die der perfekte Auftakt für ihre Karriere auf diesem Kontinent ist. Ihr Post-Rock ist nicht emotional-langsam, er ist wild, fröhlich – genau so wie sie selbst es sind. Solltet ihr diese Band noch nicht kennen, lege ich euch wärmstens an Herz, das so bald wie möglich zu ändern. Leider ist ihre Spielzeit nach nur 40 Minuten vorbei und die Besucher verlassen das schon jetzt unglaublich warme Zelt, um zur Stargazer Stage zu pilgern, die nun von der mexikanischen Band Run Golden Boys bespielt wird. Und ich, ja, ich brauche meine erste Auszeit des Tages, um mir meiner Sinne klar zu werden.

Die nächste Band, die auf der Main Stage spielt, ist Lost In Kiev, die im September des vergangenen Jahres ihr zweites Album Nuit Noire veröffentlicht hat. Lost In Kiev stehen für harte Riffings, die eine gewisse Düsterkeit vermitteln, gespickt mit vielen Sound Samples, die der Hörerschaft Geschichten erzählen und die auf der Bühne mit einer ausgefeilten grafischen Untermalung dargeboten werden. Im Klartext bedeutet dies Filmaufnahmen der Sprecher der Samples im Close Up mit einer wunderschönen szenischen Bearbeitung. Auf der Bühne schlägt das französische Quartett in die Saiten, tontechnisch leider ein wenig diffus abgemischt, und einer meiner Freunde sagt mit aufgerissenen Augen, bei Lost In Kiev möge es sich um eine Metalband handeln, denen der Metal zu langweilig geworden sei und die darum in den Post-Rock abgebogen wären. In der Tat spielen sie, wie selten Post-Rock-Bands spielen. Da werden mitten in einem Gitarrensolo die Saiten umgestimmt und es herrscht Brachialromatik pur (ich entschuldige mich an dieser Stelle bei der Band Colaris, die diesen Begriff für ihre Musik nutzt, aber er passt schlichtweg auch sehr gut zu Lost In Kiev). Ich glaube, Lost In Kiev haben an diesem Wochenende eine der schönsten Lightshows, und ich verlasse die Main Stage nach dem Auftritt ergriffen von so viel Energie.

Lost in Kiev

Nach diesem Konzert treffe ich mich mit Timo Helmers, der, wie schon erwähnt, der Veranstalter des VIVID Post-Rock Festivals im norwegischen Kristiansand ist, das Ende September dieses Jahres zum dritten Mal stattfinden wird (Facebook Event). Bereits 2015 war ich zu Besuch auf der ersten Ausgabe des VIVID und berichtete von dieser Veranstaltung, die sich innerhalb von zwei Jahren einen guten Namen in der Szene gemacht hat. Wir nehmen uns eine Flasche Pfeffi und ein paar Biere mit und ich starte den Live Stream auf Facebook, um mich mit Timo über das VIVID zu unterhalten. Die ersten Bands für dieses Jahr sind bereits bestätigt: Neben den schon erwähnten sleepmakeswaves werden sich Show Me A Dinosaur, Silent Whale Becomes a Dream, The Shaking Sensations, Mokri, die deutsche Band Shipwrecks, sowie Leonov und Year Of No Light die Ehre geben, womit das Line Up allerdings noch nicht komplett ist. (In der Zwischenzeit wurden Amenra als weiterer Headliner bestätigt!)

Timo erzählt uns ein wenig von der Entwicklung des Festivals in den letzten zwei Jahren seit seiner Gründung, von der Unterstützung der Stadt und den freiwilligen Helfern aus der ganzen Welt, die sich bei ihm gemeldet und ihre Unterstützung angeboten haben.

Nach dieser kurzen Pause geht es für mich am Nachmittag weiter mit Terraformer, die ich mir jedoch nur kurz ansehe, da schon zehn Minuten später der erste Auftritt auf der neuen Forest Stage stattfindet. In den Vorjahren hatte es spontan angekündigte Waldshows von Musikern gegeben, die ihr Equipment auf einer kleinen Lichtung aufgestellt haben, ohne dass die Musik in besonderem Maße technisch kontrolliert wurde. Dieses Mal haben die Veranstalter des Dunk! eine richtige kleine Bühne tiefer im Wald aufgebaut, am Fuße eines Abhangs, mit vernünftiger Licht- und Tontechnik, doch ich stehe der Bühne zu Beginn zwiegespalten gegenüber. Die Bühne ist sehr klein und bietet keiner Band mit mehr als drei Personen Platz. Dadurch, dass die Bühne fest in den Zeitplan eingebracht wurde, ergeben sich auf diesem Dunk! erstmals Überschneidungen mit den Konzerten auf der Stargazer Stage, sodass man sich entscheiden muss, welche Band man sehen möchte. Vorteilhaft ist neben der Tontechnik der Standort der Bühne. Von den sie umgebenen leichten Abhängen entsteht ein kleines Amphitheater, das es den Zuschauern ermöglicht, sich bequem auf einer Decke niederzulassen und trotzdem die Bühne gut im Blick zu haben. Doch es ist das Dunk!, es war der erste Versuch mit dieser neuen Bühne und erfahrungsgemäß ändert sich in jedem neuen Jahr alles, da die Veranstalter auf das Feedback der Besucher hören und sich fortwährend verbessern wollen.

Terraformer

Mit M[[O]]ON weiht ein Drone-Duo die Forest Stage ein, das in leiser Wohnzimmerkonzert-Manier seine Klänge sanft in den Wald hinausspielt. Das Publikum scheint nicht in erster Linie interessiert an dieser spezifischen Band zu sein, sondern vielmehr im Wald Zuflucht vor der Sonne zu suchen. Fair enough, denn es ist warm und was passt da schon besser als ein schattiger Platz auf dem Waldboden, begleitet von traumartiger Musik über die Schönheit der Natur und der Nacht? Ich jedenfalls bin ganz verzaubert von diesen Menschen, die dort lächelnd auf der Bühne stehen und langsam auf ihren Gitarren spielen und ich denke, sie haben ihre Mission erfüllt. Zwar ist der Sound wirklich sehr leise und dünn und es ist fraglich, wie viel Absicht dahinter steckt, jedoch lädt diese Atmosphäre eben auch dazu ein, einfach mal sehr still zu sein, nicht zu reden, sondern sich zu entspannen und forttragen zu lassen.

Da The Black Heart Rebellion einfach keine Musik nach meinem Geschmack machen, ziehe ich es vor, zunächst einmal eine Pause einzulegen, denn es ist faktisch einfach zu warm, um die ganze Zeit mit meinem Fotoequipment von einer Bühne zur nächsten zu gehen. Das nächste Konzert, auf das ich mich also freue, ist von der norwegischen Band, Spurv, die ich 2015 auf dem VIVID erstmals gesehen habe und deren Zusage für das Dunk! mich überrascht hatte. Spurv haben ihr Debüt im Herbst 2015 veröffentlicht und in letzter Zeit nicht viel auf sich aufmerksam gemacht, sodass sie von meinem Radar verschwunden sind. Als sie die Stargazer Stage betreten, fällt mir auf, dass sich auch in der Besetzung der Musiker ein wenig geändert hat. Dort, wo 2015 noch eine Aushilfsviolinistin stand, steht nun ein junger Mann mit Posaune und Keyboard, was sich auch in der Interpretation der alten Stücke bemerkbar macht. Der Qualität ihrer Musik tut das keinen Abbruch. Spurv sind jung, doch sie waren von Anfang an sehr professionell in der Komposition ihrer Musik sowie in ihrer Live-Performance. Ich hoffe sehr, dass sie schon bald auf größeren Bühnen spielen werden, um der Welt ihren durch nordische Kühle angehauchten Post-Rock darzubieten. Momentan läuft übrigens noch eine Crowdfunding-Kampagne, um Spurv bei der Produktion ihres neuen Albums zu helfen. Unterstützt sie gern, wenn ihr mögt!

Spurv

Spätestens bei diesem Konzert auf der Stargazer Stage fällt mir auf, wie stark auch diese sich in den letzten zwei Jahren verändert hat. Wo noch 2015 ein schwarzer Bühnenhintergrund gewesen ist, der mit kleinen LEDs wie ein Sternenhimmel beleuchtet war – zum Stargazen, natürlich! –, gibt es seitdem nur noch eine aufgehängte schwarze Leinwand, um etwaige Projektionen abzuspielen, was kaum eine Band macht, und da der Rest des Zelts weiß ist, macht die Beleuchtung im Tageslicht nichts her. Ich würde mir wünschen, dass der Innenraum des Stargazer-Zelts dunkler wäre, sehe aber ein, dass eine Abdunkelung zu aufwendig wäre. Davon abgesehen, dass ich auch nicht bei knapp 30°, die wir bisher erreicht haben, in einem schwarzen Zelt stehen wollen würde.

Für den Rest des Abends beschließe ich, mir nur noch die folgenden Bands auf der Main Stage anzusehen. Auf Spurv folgen dort die Schweden von pg.lost, die im vergangenen Jahr ihr verdammt starkes Album „Versus“ veröffentlicht hatten. Ich hatte viele Jahre darauf gewartet, sie endlich einmal live zu sehen – tatsächlich ist dieser Auftritt nicht mehr der erste, den ich besuche, doch der größere, schönere, bei dem die Band viel mehr im Vordergrund steht als in ihrer Position als Supporter, in der ich sie zuvor gesehen habe. Und neben einer Mehrheit aus neuen Titeln des aktuellen Albums erfüllen pg.lost mir einen kleinen Traum und spielen ihren Klassiker „Yes I Am“, der mir mehr als jeder andere Song des Sets eine Gänsehaut verschafft.

pg.lost

Was nun folgt, ist der Bericht über eine Band, die mir nichts bedeutet. Um die ich mich im Traum nicht reißen würde. Die ich praktisch nie gehört habe. Die mir das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Swans.

Es gibt keine Band, die ist, wie die Swans, und es gibt keinen Musiker, der mit einem Michael Gira vergleichbar wäre. Und gänzlich unabhängig davon, dass mich die Musik, die Swans produzieren, kaum interessiert, habe ich beschlossen, mir diesen Auftritt in jedem Falle anzusehen. Allein schon wegen der schier unmöglichen Gelegenheit, diesen auch zu fotografieren und die sagenumwobene Lautstärke am eigenen Leib zu spüren.

Der Bühnenaufbau ist zugleich schlicht und massiv. Pragmatisch, gespickt mit einer Opulenz, die das Resultat der geplanten Geräuschhaftigkeit darstellt. Im hinteren Teil der Bühne befinden sich Piano und Schlagzeug in einer Reihe mit den großen Verstärkern. Vorn in der Mitte positioniert Michael Gira beim Aufbau einen Notenständer. Der Rest der Schwanenschar verteilt sich auf der Bühne, die Blicke auf den ernsten Maestro gerichtet. Es gibt keine exzeptionelle Bühnenbeleuchtung, nichts, das von der Band ablenken könnte, nichts, das die Musik untermalen müsste. Mit dem Rücken zum Publikum beginnt das Spiel des Frontmanns, das Dirigat, denn nichts an der Show wirkt vorherbestimmt. Die Band erweckt viel eher den Eindruck eines Improvisationsspiels, in dem Schlagzeuger Phil Puleo in einen strengen Blickkontakt mit Michael Gira vertieft ist, während die restlichen Musiker sich aufmerksam und angeregt an ihnen zu orientieren scheinen. Über einen Zeitraum von gefühlt einer halben Stunde, in der ich das Gefühl habe, nicht atmen zu können und den Halt zu verlieren, pulsiert ihre Musik durch den Raum wie das Blut durch einen Organismus. Alles lebt, alles stirbt, wird erbaut und zerfällt. Letztlich kann ich nicht sagen, was dort auf der Bühne geschieht. Es ist laut, es ist anstrengend, und obwohl ich nach etwa vierzig Minuten das Zelt verlasse, kann ich nichts Anderes sagen, als dass es eine wunderbare Erfahrung war, diese Meister einmal sehen und hören zu können. Auch außerhalb der Main Stage ist die Laustärke praktisch unerträglich. Ein Besuch der Toilettencontainer versichert mich in der Annahme, dass auch Schrauben und Scharniere Schmerz empfinden können.

Ich hoffe inständig, dass alle Fans der Swans bei diesem Auftritt auf ihre Kosten gekommen sind.

Swans

Wie in jedem Jahr muss man am Donnerstagabend die Party, wenn man denn eine möchte, selbst in die Hand nehmen. Da es aber auch der erste offizielle Abend des Festivals ist und es noch so viel zu erleben, zu arbeiten und zu feiern gibt, mache ich mich auch in diesem Jahr zu einer eher frühen Stunde auf den Weg in mein Schlafgemach.


Freitag, 26.05.2017

Es ist früh, es ist kühl, es ist klamm. Niemand würde im ersten Moment erwarten, dass die Temperaturen auch heute wieder in sommerliche Höhen ansteigen werden, doch der Himmel ist blau und nur leicht bedeckt von weißer Watte. Wie immer schnappe ich mir meinen Rechner, die Kamera und meinen großen Kaffeebecher, um mich auf den Weg zum Frühstück zu machen, Kaffee zu trinken und meine Fotos des Vortages zu bearbeiten. Doch schon nach wenigen Minuten im Haus trifft mich die große Ernüchterung: es gibt offensichtlich kein freies Wifi. Was für viele der privaten Gäste vielleicht relativ egal ist, ist für mich als zwar akkreditierter aber eben doch nicht offizieller Pressemensch schon etwas verzwickter. Die Möglichkeit, meine Fotos des Vorabends schneller zu veröffentlichen und somit auch den Content für Pretty in Noise bereitzustellen, ist für mich sehr wichtig und diesen Anspruch kann ich in diesem Falle nicht erfüllen. Auch andere Fotografen sehen sich vor dem gleichen Problem. Doch andererseits ergibt sich hierdurch für mich die Möglichkeit, mehr Freizeit zu haben, nicht den ganzen Tag zu arbeiten, auch mal einen Vormittag mit meinen Freunden zu verbringen. Glück im Unglück, vielleicht. Dennoch ein Kritikpunkt, den ich an diesem Festival äußern möchte; bestenfalls ohne in Grundsatzdiskussionen über die Verwöhntheit der heutigen Gesellschaft auszubrechen.

Die Temperaturen steigen an diesem Tage tatsächlich wieder recht schnell an und ich vergesse doch glatt, mir das Dekolleté mit Sonnenschutz einzucremen. Ich beschließe, dass der Auftritt von Aidan Baker und Karen Willems mein erster Konzertbesuch an diesem Tage sein soll. Vermutlich werde ich mir später dafür in den Hintern beißen, welche schönen Bands und Acts ich verpassen werde (Hint: Hätte ich gewusst, wie fotogen der Drummer der belgischen band Kozmotron ist, hätte ich es mir vielleicht noch einmal anders überlegt), doch in diesem Moment gibt es für mich nichts Wichtigeres als kühle Getränke und Schatten.

Ich treibe mich noch ein wenig im gemeinschaftlichen Bereich hinter dem Häuschen herum, quatsche mit Mau von Aloud Music und spreche irgendwann die Musiker von Lost in Kiev an, um ihnen zu sagen, wie wunderbar ich ihren gestrigen Auftritt fand.

An diesem Ort, an dem alle Menschen zusammenfinden, stoße ich auch auf CJ und Wilson, die Gründer der Musik-Dienstleistungsfirma A Thousand Arms, über die wir bereits im vergangenen Jahr berichtet hatten, sowie auf David Zeidler von Arctic Drones, der ebenfalls mit A Thousand Arms zusammenarbeitet und seine Finger in der Organisation des Dunk! USA im Spiel hat. Es zeichnet sich hier schon ab, dass diese Kontakte einen fruchtbaren Boden bieten werden.

Frisch und erholt stehe ich sodann um 16:20 Uhr an der Stargazer Stage, um mir den Auftritt eines weiteren besonderen Musikprojektes anzusehen: Aidan Baker, Gitarrist des kanadischen Duos Nadja, und Karen Willems, Schlagzeugerin der belgischen Band Inwolves, die im vergangenen Jahr auf dem Dunk! gespielt hat, teilen sich die Bühne, um ihre atmosphärische Improvisationsmusik zum Besten zu geben. Ungelogen: Sie improvisieren tatsächlich! Karen Willems hat ein großes Repertoire an Alltagsgegenständen mitgebracht, die sie in ihr Schlagzeugspiel einbaut. Man kann nicht sagen, dass es sich hierbei um Musik, um Melodien handelt; gleichzeitig weiß ich von vorn herein, dass gerade Karen durch ihr Schaffen aus der Masse der Schlagzeuger heraussticht. Sie lebt ihr Instrument, weiß in jeder Sekunde, was sie tut, ist eins mit ihrem Equipment. Mit einem Kinderspielzeug aus klatschenden Plastikhänden erweckt sie den Eindruck von flatternden Fledermäusen, während Aidan Baker eine ruhige Hintergrundstimmung durch die stark verzerrte Gitarre erschafft. Es werden Eisenketten eingesetzt, um den Klängen ein verheißungsvolles, düsteres Kleid zu verleihen; Karens Körper windet sich auf dem Hocker, ihre Arme und Beine zucken. Sie ist eine wahre Erscheinung, eine Verkörperung aus Klang und Mystik. Im anschließenden Interview mit Aidan konnte ich herausfinden, dass der gesamte Auftritt sowie auch das Album „Nonland“, das sie kurz zuvor veröffentlicht haben, rein improvisiert waren. Aidan Baker und Karen Willems sind, in ihrer besonderen musikalischen Nische, Ausnahmetalente und ich bin dankbar dafür, diesen spannenden Auftritt gesehen zu haben.

Aidan Baker

Karen Willems

Während ich mir ein Getränk hole und mich zum gemeinsamen Interview mit Aidan Baker auf die Wiese setze, spielen Meniscus und The Chapel Of Exquises Aedents Pears ohne mich. Mit Aidan spreche ich dafür über das Leben in Deutschland, die Politik in Europa und die Musik im Allgemeinen. Ich hätte es vermutlich nicht besser treffen können.

Als nächstes ziehen mich also We Lost The Sea wieder zur Main Stage, wo geschätzt 35°C herrschen. Die Australier, die es leider viel zu selten nach Europa verschlägt, kündigten an, das komplette aktuelle Album „Departure Songs“ (2015) zu spielen, womit sie etwas verwirklichen, was ich mir geschätzt mein halbes Leben lang wunderschön ausgemalt habe. Viel zu oft verfolgen Musikalben klangliche Konzepte, die durch die Vereinzelung der Songs auf Konzerten jäh zerrissen werden. Als ein solches Konzept bietet „Departure Songs“ eine gute Basis, um die Titel zusammenhängend zu spielen. Natürlich lässt diese Vorgehensweise keinen Platz für Überraschungen, was jedoch in den Hintergrund rückt, wenn die Struktur eines Albums so wunderbar ist wie diese.

Szenisch ist der Auftritt von We Lost The Sea ebenfalls ein Hingucker. Mit einem neuen „Departure Songs“-Artwork, das sie speziell für die Europatour auch auf Shirts gedruckt haben, schmücken sie den Bühnenhintergrund und die Beleuchtung taucht die Bühne in tiefe, satte Farben. Ich würde mich sehr freuen, die Australier schon bald wiedersehen zu können, um noch mehr von dieser musikalischen Tiefe in mich aufnehmen zu können.

We Lost The Sea

Leider verpasse ich aufgrund der zeitlichen Überschneidungen der Stargazer und Forest Stage die britische Band Alma, doch in diesem Falle ist das belgische Trio Ilydaen mit ihrem neuen Album „Veil“ wichtiger. Daniel Schyns, Gitarrist der Band, begrüßte mich schon am Donnerstag sehr erfreut auf dem Festivalgelände – okay, ich fand ihn am Pissoir! – und darum freue ich mich besonders, einen Freund vom Dunk! 2015 wiederzutreffen und auftreten zu sehen. Die Stimmung bei Ilydaen ist zuverlässig gut. Für gewöhnlich spielen die Belgier nicht auf der Bühne, sondern bauen sich inmitten des Publikums auf, das somit in einem Kreis um die Band herum stehen kann. Auf der Forest Stage lässt sich dieses Konzept wenigstens teilweise durchführen, sodass lediglich der Drummer auf der Bühne spielt, während Gitarrist und Bassist vor der Bühne Position beziehen. Für die wenigen Personen, die Ilydaen sind, beweisen sie doch auch ihre große Klanggewalt. Musikalisch fügen sie sich nicht nahtlos in den gängigen instrumentalen Post-Rock ein. Ihre Musik klingt roher, ist nicht auf melodische, emotionale Klanglandschaften ausgelegt, sondern auf pure Kraft. Eine breite Dynamik und innovative Effektspielereien sucht man bei Ilydaen vergeblich, doch was man findet, ist mindestens genau so viel wert: ehrliche Energie. Zwischenzeitlich ergibt sich eine kleine technische Störung, sodass der Bass nicht mehr zu hören ist. Hierdurch lassen sich jedoch weder Musiker noch Fans aus der Ruhe bringen. Während der Bassist nach einer Lösung sucht, spielen Drummer und Gitarrist ihren Loop weiter; ein Fan hilft bei der Beseitigung der Störung, wonach es weitergeht, als wäre nichts gewesen. Der Applaus am Ende dieses Songs ist dabei besonders laut, denn so ist die Fangemeinde auf dem Dunk! – gutmütig, freundlich und unterstützend.

Ilydaen

Nach Ilydaen hechten wir schnellstens zurück zur Main Stage, in deren Zelt sich die Temperatur mittlerweile vielleicht um wenige Tausendstel Grad abgekühlt hat, denn wir freuen uns auf And So I Watch You From Afar (folgend der Kürze wegen einfach ASIWYFA geschrieben). Ich fürchte, all jenen, die diese Band nicht kennen, kann ich ihre Musik auch nicht in aller Kürze beschreiben. Einigen wir uns also auf: laut, wild gut gelaunt. Und in diesem Moment tritt das ein, was ich eigentlich schon bei Swans erwartet hätte: der Bass im Intro ist so schrecklich laut, dass ich bereits im Begriff bin, den Fotograben wieder zu verlassen, da mir das Atmen schwerfällt und ich Schmerzen in Magen bekomme. Wir Fotografen schauen uns gegenseitig betreten an und halten unseren Schmerz aus. Ich habe einmal gelesen, dass eine besonders tiefe Bassfrequenz, die der Resonanzfrequenz unseres Körpers nahekommt, lebensgefährlich sein kann, was mich sehr in Sorge versetzt. Doch mit dem Einsetzen der anderen Instrumente und nachdem ein paar Augenblicke vergangen sind, wird der Bass offenbar reguliert und ich kann mich mit voller Konzentration ASIWYFA widmen.

Gefühlt (ihr wisst ja, ich kann mir bei den meisten Bands nur sehr schlecht Songtitel und Albenzugehörigkeiten merken) sind die meisten Songs, die die Nordiren spielen, ihren letzten beiden Alben „All Hail Bright Futures“ und „Heirs“ entnommen. Die Stimmung auf der Bühne, die so ausgelassen ist wie die Musik selbst, geht größtenteils von Gitarrist Rory aus, der sich wild und schnell über die Bühne bewegt, während Bandkollege und Bassist Johnny als großer Fels in der Brandung in der Mitte der Bühne postiert ist. Das Publikum ist hellauf begeistert und ich persönlich würde sagen, ASIWYFA haben mit ihrem Auftritt einen der besten Auftritte des diesjährigen Dunk! Festivals hingelegt. Einzig meine große Kameratasche hält mich leider davon ab, ein wild tanzender und hüpfender Fan zu sein. Wenngleich ASIWYFA nur selten Vocals einsetzen, die eher als Instrument denn Inhalt dienen, verleiten sie die Fans jedoch immer zum Mitsingen. So auch zum Ende des Gigs, als sie ihren vielleicht bekanntesten Song „Big Thinks Do Remarkable“ anstimmen und auch den letzten Anwesenden ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

ASIWYFA

Ich wäre jetzt in Stimmung für Pfeffi und Party und wenigstens kenne ich das nächste Musikprojekt gut genug, als dass ich mich nicht von seinem Namen in die Irre führen lassen muss. Die Rede ist von The Best Pessimist, dem Projekt des ukrainischen Musikkomponisten Sergey Lunev, der glücklicherweise mit einer Handvoll Musikern Konzerte gibt und sich damit von manch einem Solokünstler unterscheidet. Und während die ersten Assoziationen mit dem Namen eher in eine negative Richtung gehen, ist die Musik von The Best Pessimist atmosphärisch, dynamisch und ausgewogen, verbindet verträumte Melodien mit energetischen Riffs und erinnert zurecht an Bands wie The American Dollar und Mono. Mittlerweile ist auch die richtige Abendstimmung eingetreten, um einen Auftritt auf der Stargazer Stage mit ihrer Licht- und Nebeltechnik zu genießen. Das Zelt ist tatsächlich sehr belebt und in den vorderen Reihen tanzen und headbangen die Fans zur Musik, was Frontmann Sergey besonders zu erfreuen scheint. Am Ende des Konzerts bedankt er sich umfangreich bei den Besuchern, welche ihn mit einem wirklich schönen und langen Applaus verabschieden.

The Best Pessimist

Zum Ende des heutigen Festivaltages hat das Dunk!-Team einen weiteren besonderen Headliner eingeladen. Eine Band, die möglicherweise ebenso wenig in das Line-Up passt wie Swans am Vortag: die amerikanischen Pioniere des Drone Dooms namens Earth. Ich bin mir nicht sicher, was die Organisatoren dazu gebracht hat, Earth zum Dunk! zu holen, aber mich persönlich erfreut dieses Ereignis ungemein, da ich seit meiner Jugend ein Fan dieser Band bin. Dass dies jedoch nicht auf die meisten der Dunk!-Besucher zuzutreffen scheint, macht sich darin bemerkbar, dass das Zelt der Main Stage doch vergleichsweise leer ist. Wir erfreuten Fans und Gäste dieser Band aus dem Bundesstaat Washington, die ihren Stil schon so häufig modifiziert hat und doch immer ihren besonderen, eigenen Strukturen treu geblieben ist, wir genießen die langsamen und kraftvollen Drumschläge von Schlagzeugerin Adrienne Davies und geben uns dem Gitarrenostinato des Frontmanns Dylan Carlson hin. Die Luft ist erfüllt von Marihuanageruch, während wir zu Titeln wie „Torn By The Fox Of The Crescent Moon“, „Even Hell Has Its Heroes“, „The Bees Made Honey In The Lion’s Skull“ und “There Is A Serpent Coming” tanzen. Es fällt mir schwer, zu beurteilen, wie andere Besucher Earth empfunden haben, doch ich als großer Fan bin nach diesem Abschluss des Abends sehr zufrieden und freue mich auf eine schöne After Show Party mit alten und neuen Freunden.

Earth

Angekommen bei den Fries Guys, ist die Party schon in vollem Gange. Es wird das beste aus dem Eurodance der 90er gespielt, dazu belgische Lieder, die von den belgischen Besuchern mitgegröhlt werden, während der Rest von uns kein Wort versteht, und ein paar Rock- und Alternative-Klassiker. Ich weiß nicht, wie die Jungs das machen, aber die Playlist ist in jedem Jahr die gleiche. Ich trinke mit den Spurv-Jungs Pfeffi und Bier, während sich eine sehr wilde Polonaise über den Platz schlängelt, an der sich Personen beteiligten, von denen ich es nicht erwartet hätte. An diesem Abend erscheint es mir, als wäre die Party sehr viel früher als gewöhnlich abgebrochen worden. Wir ziehen uns in das Camp eines Freundes zurück, trinken weiter und es endet, wie es enden muss. Wir legen uns ins Gras, schauen in den Sternenhimmel und singen um halb fünf morgens alle Lieder aus dem Soundtrack des Königs der Löwen. Laut.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Besuchern entschuldigen, die im Umkreis von 200m versucht haben, zu schlafen. Ihr müsst verstehen, es war the world for once in perfect harmony.

Und zum Krähen des Hahnes aus der Nachbarschaft fallen auch mir langsam die Augen zu.


Samstag, 27.05.2017

Ein erneuter heißer Tag macht sich in meinem Zelt breit. Ich bin erstaunt darüber, dass es vergleichsweise früh ist, obwohl ich doch erst im Morgengrauen zu Bett gegangen bin, und mache mich sehr bald schon auf den Weg zur Frühstücksausgabe. Vor Ort treffe ich meinen Kumpel Chris, mit dem ich mich, bewaffnet mit Nutellabroten und Kaffee, auf den Rand des Stargazer-Zeltes setze. Während wir reden, essen und unseren Kaffee trinken, ereignet sich der unerwartete Umstand, dass Chris ohnmächtig wird, nach vorn überkippt und sich die Nase am Boden aufschlägt. Auf diesem Dunk! ist einfach immer etwas los! Gemeinsam mit zwei starken Männern richte ich Chris wieder auf und jemand ist so nett, ihm eine Flasche Wasser zu reichen. Nach diesem kurzen Schrecken und in der Hitze beschließe ich, dass ich mich heute ebenfalls nur dann im großen Zelt aufhalten würde, wenn es dringend notwendig wäre. So verbringe ich die meiste Zeit des frühen Tages auf der schattigen Wiese oder im Wald, rede mit Norwegern, Spaniern und Amerikanern und bin insgeheim aufgeregt auf mein persönliches Highlight des Tages mit dem Namen Mirza Ramic, besser bekannt als Frontmann von Arms and Sleepers. Nachdem ich nach seinem Auftritt im vergangenen Jahr nicht dazu gekommen bin, mich mit Mirza zu unterhalten, habe ich für heute direkt ein Interview mit ihm vereinbart. Lediglich auf eine Uhrzeit haben wir uns noch nicht geeinigt. Und da ich bereits weiß, dass Arms and Sleepers für mich der letzte Act dieses Festivals sein werden, freue ich mich noch mehr auf meinen persönlichen Headliner. Bis dahin vertreibe ich mir die Zeit jedoch größtenteils an der Stargazer Stage.

Um 14:50 Uhr beziehe ich meinen Posten vor der Stargazer Stage, um mir das Hamburger Gespann Halma anzusehen. Habt ihr schon einmal von dieser Band gehört? Gegründet hat sich die instrumentale Rockband bereits 1999; ihr aktuelles Album „Granular“ von 2015 ist bei Kapitän Platte erschienen. Stilistisch irgendwo zwischen Post-Rock und Dark Jazz stehend, bezeichnen sie ihre Musik selbst als Slow-Core. Der Auftritt dieser nicht mehr ganz jungen Band ist sehr ruhig und gelassen, ohne Schnickschnack. Entspannend und unaufregend genug für diesen heißen Nachmittag. Ich glaube, ich bin ein Fan geworden. Positiv anzumerken ist außerdem, dass es sich einmal mehr um eine Band mit einer Schlagzeugerin handelt; somit schon der dritte Auftritt an diesem Wochenende mit einer Frau an den Drums (weiterhin Earth und Karen Willems).

Halma

Briqueville, ein düsteres Musikprojekt aus Belgien, das mit seinen Maskierungen und nebelumhüllt die Main Stage in Schwingung versetzt hat, lasse ich der Temperatur wegen leider ausfallen. Am Ende ärgere ich mich natürlich darüber, mir diese Szenerie fotografisch entgangen lassen zu haben, aber ich bin mir sicher, dass es irgendwann eine erneute Chance dazu geben wird.

In der Zwischenzeit esse ich Pommes und lasse mir mit einer Sprühflasche Wasser ins Gesicht sprühen, gieße mir immer wieder Wasser über meine schwarzen Schuhe und bestelle mir diverse Eiskaffees. Zu Xenon Field aus Irland stehe ich wieder vor der Bühne und diese beiden jungen Musiker faszinieren mich vom ersten Moment an. Ihre Musik ist grundsätzlich elektronisch-geräuschvoll mit Live-Kompositionen aus Gitarre und E-Schlagzeug. Viele andere Besucher teilen meine Meinung, dass es sich um absolut tanzbares Material handelt, was die Musiker sichtlich erfreut. Als Bühnendekoration haben sie eine recht große LED-Tafel aufgebaut, die in wechselnden Strukturen blinkt und mit ihren vielen Kabeln dem elektronischen Flair der Musik visuellen Tribut zollt. In einer kurzen Pause stellt einer der beiden die Band vor und verkündet, dass sie beide nicht nur am selben Tag Geburtstag hätten, sondern dieser Geburtstag tatsächlich heute wäre. Das Publikum jubelt und feiert zwei junge Männer, die dankbarer vielleicht nicht aussehen könnten. Es sind diese ganz kleinen, ziemlich unbekannten Künstler, denen das Dunk! in jedem Jahr eine so tolle Bühne bietet.

Xenon Field

Nach Xenon Field zieht es mich endlich, zum ersten Mal an diesem Tag, auf die Main Stage, weil ich mir Set and Setting aus Florida auf gar keinen Fall entgehen lassen darf. Neben Pray For Sound, die als nächste Band auf der Main Stage im Stundenplan stehen, haben Set and Setting mit „Reflectionless“ meiner Meinung nach eine der stärksten Neuerscheinungen dieses Jahres veröffentlicht. Ähnlich wie Lost in Kiev, erscheinen auch Set and Setting eher als Metalband, denen der bisherige, stumpfe Metal zu langweilig geworden ist. Der Bass ist tief, die Drums knallen und die Haare wehen durch die Luft. Was diese Band spielt, ist kein Schmuse-Post-Rock, sondern brachialer Post-Metal, der seine Einflüsse definitiv auch aus dem Black Metal entnimmt. Waren die eigentlich schon immer so hart? Ich müsste wohl noch einmal die zwei älteren Alben anhören, um dies zu beurteilen.

Set and Setting

Das Kontrastprogramm dazu bilden sogleich The Void of Expansion, die die Stargazer Stage bezogen haben. Zwei Personen, ein Schlagzeug, eine Gitarre. Die Musik ist gar nicht so verschieden von der Aidan Bakers und Karen Willems, obschon im direkten Vergleich Karen Willems das talentiertere Monster am Schlagzeug ist. Ich wünsche mir in diesem Moment eigentlich ein Play-off der beiden. Eigentlich wären The Void of Expansion ganz nach meinem Geschmack, auch live. Sehr experimentell, schlagzeugtechnisch ungewöhnlich, improvisiert wirkend… aber nachdem ich durch Set and Setting mit so viel Energie aufgeheizt bin, beschließe ich doch, mir eher Barst auf der Forest Stage anzusehen, die ich im vergangenen Jahr bereits nicht gesehen habe. Das belgische Projekt des Musikers Bart Desmet, unter Vertrag bei keinen geringeren als den Damen und Herren von Consouling Sounds, ist Consouling-typisch eine dunkle Mischung aus Drone, Noise, Hardcore und einer Prise Ambient. Die Band, die Saxophon, Percussions, E-Gitarre und Synths einsetzt, macht sich phantastisch im Wald, obwohl es nicht einmal dunkel ist an diesem frühen Abend um kurz vor halb sieben. Den ganzen Tag hat sich bereits eine sehr große Menschenmenge im Wald getummelt und vermutlich finden die an diesem Abend spielenden Musiker mehr Anklang als sie es in einem gemäßigteren Klima getan hätten.

40 Minuten Spielzeit sind für eine Band, die viele Songs von mindestens 20 Minuten Lauflänge haben, reichlich wenig. Sieht man sich jedoch die Verausgabung und Erschöpfung der Musiker nach nur einem einzigen Stück an, kann man extrapolieren, wie der Zustand nach einer längeren Auftrittsdauer wäre. Es handelt sich bei Barst um Künstler, die in jeden Taktschlag all ihre Empfindungen legen und somit eine einzigartig aufgeladene, ja, sehr ekstatische Atmosphäre liefern. Im 27-minütigen Titel „Ascend“ ihres Albums „The Downfall“ werden wir in einen Strudel aus Gefühlen und Lärm gerissen, der die einen Menschen sich bewegen, die anderen sich hinlegen und die Augen schließen lässt. Mit hypnotischen Rhythmen und dem lyrischen Sprechgesang von Bart Desmet, schwitzend, leidenschaftlich, auf dem Boden kniend, gibt es kaum eine Wahl, dem gnadenlosen Einfluss dieser Musik zu entfliehen. Und obwohl es kaum noch vorstellbar ist, steigert sich die Dramatik der Musik bis ins Unermessliche. Mit hochrotem Kopf das Saxophon spielend, mit schweißbedeckten Stirnen, mit weit aufgerissenen Augen in das Mikrophon schreiend, explodiert der Wald unter den Händen und Stimmen dieser Musiker. Nach diesem Höhepunkt gehe ich wie in Trance zu meinen Freunden und ich werde an dieser Stelle nicht wiedergeben, was ich zu ihnen sage, doch seid gewiss, dass es etwas mit einer Zigarette zu tun hat. Welchen Song Barst in ihrer restlichen Spielzeit anstimmen, schneide ich nicht mehr mit. Zu groß ist meine eigene Erschöpfung nach dieser musikalischen Orgie.

Barst

Ich muss, muss, muss zurück zur Main Stage. All mein Jammern nach Abkühlung nützt nichts, denn im Zelt sind schon alle Notausgänge geöffnet, um einen besseren Durchzug zu gewähren und außerdem kann ich mir Pray for Sound aus Boston nicht entgehen lassen. Wie schon zuvor gesagt, empfinde ich auch ihre neuste LP mit dem Titel „Everything Is Beautiful“ als eine der bisher schönsten Neuerscheinungen dieses Jahres. Pray for Sound sind junge Wilde mit riesigen Herzen und dem Blick für die Magie in den kleinen Dingen dieser Welt. Darum ist „Everything Is Beautiful“ das kleine Meisterwerk geworden, das es ist. Auf der Bühne explodiert die Musik wie ein Feuerwerk aus Farben und Schönheit, wahrer Freude und positiver Energie. Ich weine vielleicht ein bisschen, aber vor Liebe! In der Zwischenzeit unterhalte ich mich auch ein bisschen mit den Jungs von Arctic Drones und A Thousand Arms, die ganz besonders stolz auf ihre Schützlinge sind. Im Herzen fiebere ich aber doch schon sehr doll auf Arms and Sleepers, muss ich gestehen.

Pray For Sound

Nach Pray For Sound lege ich eine Pause ein, um zu Abend zu essen. Zwar würde ich unbedingt gern Syndrome sehen, ich muss jedoch leider dringend meinen Kameraakku aufladen, weil ich dies über den Vormittag versäumt hatte. Ich beschließe außerdem, mir das Q&A mit Mirza von Arms and Sleepers anzusehen, das das Transviews-Team jährlich mit den Musikern veranstaltet. Während die Musiker auf der Couch sitzen, wird dem Publikum ein Mikrophon zugeworfen, durch welches sie Fragen an die Musiker stellen können. Und natürlich wird alles auf Video aufgezeichnet. Eigentlich möchte ich ja bloß zusehen, um für mein späteres Interview mit Mirza zu wissen, welche Fragen ihm bereits gestellt worden sind. Tatsächlich kann ich mal wieder meine Klappe nicht halten und rede mit Mirza ein bisschen über Essen. Was auch sonst?! Wir sind mittlerweile übrigens für die Nacht zum Interview verabredet. Das klingt bereits komisch, aber glaubt mir: es soll noch bizarrer werden.

Während Mooncake aus Russland ihren Soundcheck machen, ist der Innenbereich des Zeltes abgesperrt. Ich freue mich sehr auf Mooncake, deren Soundcheck sich in die Länge zieht wie Kaugummi auf heißem Asphalt und bin umso genervter, als ich mir 30 Minuten nach dem eigentlichen Konzertbeginn immer noch im Zelteingang die Beine in den Bauch stehe. Wir haben versucht, die Zeit mit einer erneuten Performance des Königs der Löwen zu überbrücken, doch am Ende resigniere ich vor der Hitze und dem Gedränge und gehe eben wieder ins Camp zurück. Natürlich beginnen Mooncake, als ich es mir gerade mit einem Bier im Campingstuhl bequem gemacht habe. Und natürlich klingen sie so verdammt gut, dass ich mich für meine Bequemlichkeit ärgere, aber die Zeit ist schon so weit fortgeschritten und zu Arms and Sleepers will ich ja in jedem Fall pünktlich vor der Stargazer Stage erscheinen.

Was nun folgt, für den Rest des Abends, ist nichts weiter als ein erhabener Zustand des Fangirltums. Ich hatte bereits 2016 mein Herz an Arms and Sleepers verloren und auch an diesem Abend habe ich mir den besten Platz vor der Bühne ausgesucht. Mit dem neuen Album „Life is Everywhere“ haben Mirza und seine Dauer-Live-Band auch neue visuelle Darbietungen mitgebracht. Zum Intro „Chicagoland“ gibt es mittlerweile das live abgespielte Video, das von Victor Ferreira (bekannt unter dem Musiker-Pseudonym Sun Glitters) produziert wurde, auch auf YouTube zu sehen. Wie bereits im Q&A angekündigt, spielen Arms and Sleepers heute keine Titel des neuen Albums, die Rapgesang beinhalten. Dafür hören wir „Time Will Tell“, den wunderschönen Titel „Love Is Everywhere“ und natürlich den Gassenhauer „Swim Team“. Erinnert ihr euch daran, dass im vergangenen Jahr jemand laut „Swim Team!“ aus dem Publikum rief? Ich habe diesen Menschen kennengelernt. Es ist Robert, einer der Arctic Drones-Autoren, der neben mir steht und gemeinsam tanzen wir wie die Verrückten. In den nächsten Tagen und Wochen nach dem Festival werden wir sehr aufgeregt die auftauchenden Videos verfolgen, um unsere peinliche Performance zu sehen.

Arms and Sleepers

Am Ende des Auftritts gibt Mirza, trotz bereits überzogener Zeit, eine seiner bekannten Ansprachen, in denen er sich vor allem bei den Personen bedankt, die darauf verzichtet haben, schnellstmöglich zu God Is An Astronaut zu stürmen. Man muss ihn einfach gernhaben, diesen komischen Kauz.

Und so kommen wir einmal mehr zu meiner Angewohnheit, mir nicht oder nur sehr bedingt den Headliner am Samstagabend anzusehen. God Is An Astronaut, das muss ich einfach festhalten, interessieren mich nicht die Bohne. Ich könnte euch also mit Fotos versorgen und irgendeine Meinung zu dem Auftritt einer Band abgeben, die mich niemals von sich überzeugen wird. Davon hättet aber weder ihr noch ich etwas.

Also erzähle ich euch lieber davon, wie ich Mirza am Merch-Stand treffe und die Nacht mit ihm verbringe. Professionell, natürlich! Was ihr wieder denkt.

Als God Is An Astronaut die letzten zwei Songs ihres Auftrittes spielen, begebe ich mich frisch geduscht in den Merch-Bereich, da ich mit Mirza zum Interview verabredet bin. Während er noch seine Verkaufsschicht zu Ende betreibt, quatsche ich weiter mit David von Arctic Drones und entwickle bereits Pläne für einen Besuch des Dunk! USA im Oktober. CJ baut langsam den Stand von A Thousand Arms ab und überrascht mich mit einem T-Shirt. Die Stimmung ist sehr gut, doch bereits merklich melancholischer, denn niemand möchte, dass dieses Festival endet. Nach Beendigung des Auftritts geht immer alles sehr schnell. Das Zelt wird geräumt und mitten in der Nacht wird bereits mit den Abbauarbeiten begonnen. Irgendwann werden wir letzten Besucher auch gebeten, das Zelt zu verlassen, damit das schwere Equipment ohne Hindernisse aus dem Zelt geschafft werden kann. Vor dem Eingang rede ich mit dem Arctic Drones-Team weiter. Ich hätte nicht erwartet, dass sich zwischen unseren Magazinen mal ein engeres Verhältnis ergeben könnte. Nach einer Weile kommt Mirza auch aus dem Zelt und wir überlegen kurz, wo wir uns zum Interview niederlassen könnten. Im Bereich rund um die Bars ist es zu laut, da die After Show Party in vollem Gange ist. Ich sage scherzhaft, wir könnten in den Wald gehen, um unsere Ruhe zu haben und nach einem kurzen betretenen Lachen beschließe ich, dass das überhaupt keine schlechte Idee wäre. Wenn er mich nicht direkt sehen könnte, würde ich mich vielleicht sicherer fühlen in der Interviewsituation, sage ich zu Mirza. Also gehen wir in Richtung des Waldes und laufen nebeneinander in die Dunkelheit, lassen uns irgendwann mitten auf dem Waldweg nieder und mit der Musik der Party im Hintergrund führen wir ein beinahe 60-minütiges Interview. Es ist bereits weit nach 3 Uhr, als wir uns verabschieden und ich, wie auf jedem Dunk!, selig, glücklich und doch so melancholisch einschlafe. Ich werde zu Regen aufwachen und mich, wie auf jedem Dunk!, fragen, ob ich das nicht alles nur geträumt habe.

Fazit: Dunk!festival 2017 

Pro:
Beste Bands und Organisation
Wunderbares Essen mit größerer Auswahl
Noch größere Bühne
Sehr schöne neue Lichttechnik
Verbesserte sanitäre Anlagen
Sehr viele Musikerinnen

Contra:
Kein freies Wifi
Merch-Bereich im Zelt
Breiterer Innenraum, bei dem man z.T. Säulen im Blickfeld hat
Zu viele Besucher (die Camping- und Parkfläche hat tatsächlich nicht ausgereicht)
Stargazer Stage macht optisch nicht mehr viel her

Einige dieser Kritikpunkte mögen sehr hoch gegriffen sein, aber wenn man einmal beachtet, dass es im letzten Jahr praktisch keine negativen Punkte gab, ist dies schon eine ziemliche Häufung. Das Dunk! ist ein relativ teurer Spaß und natürlich bieten die Organisatoren auch sehr sehr viel für dieses Geld, vor allem wunderbare Bands. Dennoch bekomme ich zunehmend den Eindruck, dass die größer-besser-weiter-Politik sich nachteilig auf einige Bereiche des Festivals auswirkt. Ein größeres Bühnenzelt anzuschaffen, in dem man nicht von jeder Stelle aus einen guten Blick auf die Bühne hat und in dem sich der Merch-Bereich befindet, in dem man keine Gespräche mehr führen kann, obwohl dort Interviews stattfinden, ist für mich keine perfekte Lösung. Und als Pressemitglied hat mich das fehlende Wifi in meiner Arbeit behindert.


Dunk! USA 2017

In der Zwischenzeit hat sich beim Line-Up für die erste Edition des Dunk! USA in Burlington, Vermont einiges getan. Und das beste wird sein: Ich werde auch von dort aus für euch berichten!

Neben den Bands Pray for Sound, Set and Setting und Arms and Sleepers, die bereits in Belgien aufgetreten sind, werden Emma Ruth Rundle, die ihre Show in diesem Jahr leider absagen musste, This Patch of Sky, thisquietarmy und Ranges mit von der Partie sein. Eine besondere Freude für mich sind die Bestätigungen zweier meiner absoluten Lieblingsbands: The End Of The Ocean und Junius! Ich würde euch jetzt noch verraten, welcher Musiker aus einer anderen bekannten Post-Rock-Band bei Junius am Bass stehen wird, aber ich möchte euch ja nicht alles vorwegnehmen.

Bisher ist noch nicht mehr zu sagen, als dass das Festival im Higher Ground stattfinden wird – einer Konzertlokalität mit zwei Floors. Der „Stargazer“ Room bietet Platz für 350 Besucher, der Hauptsaal für 750 Personen, sodass im Endeffekt die gleichen Konditionen geschaffen sind wie in Belgien. Im Außenbereich wird es Food Trucks und Sitzgelegenheiten geben (hoffentlich überdacht, schließlich reden wir vom Herbst in New England!). Der einzige große Unterschied wird also darin bestehen, dass es keine Campingmöglichkeiten gibt und alle Besucher sich eine Unterkunft suchen müssen.

Alle Informationen zum Dunk! USA und das komplette Line-Up erhaltet ihr unter der offiziellen Adresse www.dunkfestival.be/usa und natürlich wie immer bei uns!

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