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Postrock aus Bielefeld – Achtung, kann Spuren von Metal enthalten.

Seit 2014 werkelt die junge Postrock-Band Soonago jetzt bereits am eigenen Sound und trägt die Früchte ihrer Arbeit mit dem feinen Debut-Album „Nephele“ zum Markt. Die vier Stücke mit einer Gesamtspielzeit von einer guten, halben Stunde sind hoffentlich ein Vorbote auf weitere Veröffentlichungen der Bielefelder, die ihre Sache nämlich wirklich mehr als ordentlich machen.

CHRONOS beginnt sehr stimmungsvoll mit einem sanft schwebenden Soundfaden, um den sich nach nicht allzu langer Zeit schon die ersten Gitarrennoten, Bass und Drums weben. Letztere sorgen mit stetig wechselnden Patterns für Abwechslung und Lebendigkeit, bis tiefe, bratende Gitarren zeigen, dass es hier nicht nur sanft zugehen wird. Nach einem kurzen Ausbruch setzen wieder sanfte Töne ein, die Melodie wird noch mal ausgebaut, was sehr stimmig rüberkommt. Wieder setzt der Song zu einer Steigerung an, verdichtet sich zusehends und schießt gegen Ende sogar mit derben, aber nicht zu aufdringlichen, abgehackten Metalstakkatos scharf. Leicht mahnend startet KYTOS mit einem saucoolen Progmetal-Riff, ihr Handwerk scheint die Band zu beherrschen. In Hintergrund fiedeln die typischen Postrockgitarren und leiten über einen ruhigeren Part zu einem weiteren, aufregenden Riff. Die Parts beginnen bzw. enden relativ abrupt, was man in diesem Genre nicht besonders häufig erlebt. Geschmacksage, ich finde es eigentlich ganz passend. GONA legt in Sachen Rifforientierung gleich noch eine Schippe drauf, die Gitarren werden gar gedoppelt, was hier ganz besonders gut wirkt. Umherschweifende Gitarren sorgen für eine wunderbar träumerische Stimmung, bis letztlich der Metal wieder Einzug hält und wieder ordentlich durch die Landschaft mäht. Allerdings wird hier nie auf griffige Melodien oder Tempi- oder Strukturwechsel verzichtet, was hier klar zugunsten des Hörvergnügens ausfällt. KAIROS ist wieder ein Melodiemonster erster Güte und vorerst etwas mehr Rock als Metal, wird aber von Part zu Part wieder zunehmend derber. Manchmal beschleicht mich der Gedanke, dass vielleicht ein paar Parts weniger auch nicht schlecht gewesen wären, aber das fällt natürlich wieder in den Bereich des persönlichen Geschmacks.

Man merkt an der Produktion und an kleinen Unsicherheiten, dass es sich hier zum einen eine junge Band und zum anderen um deren Erstling handelt. Wenn man aber sieht, wie viel Mühe man ins Songwriting investiert hat, tut das dem Hörspaß keinen Abbruch. Wir sagen: weiter so, bitte bald mehr davon.

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