The Foreign Resort – The American Dream

Moon Sounds Records www.theforeignresort.com

Fünf Tracks, um ein Gefühl der urbanen Bedrücktheit zu vermitteln, eine Art städtische Dekadenz, die melancholisch aber irgendwie auch komfortabel ist, wo man sich einfach verlieren kann. Diese Atmosphäre erklingt in der neuen EP von The Foreign Resort, „The American Dream“.

The Foreign Resort aus Dänemark thematisieren in diesem neuen Album den amerikanischen Traum mit seinen dunklen und hellen Seiten. Einerseits die Faszination für dieses Land, die auch die Band selbst durch ihre US-Tour erleben konnte, andererseits die Armut, der extreme Kapitalismus und auch die Isolation in den Metropolen.

Schnelle Beats und Basslines, ein Hauch von Industrial, helle und eingängige Gitarrenriffs und die scharfen Vocals, die an Robert Smith erinnern, kreieren den Mix aus melodischer 80er-Jahre-New Wave und explosivem Post-Punk. Der Opener „The New Blood“ präsentiert schon all diese Elemente in einem kalten, tanzbaren, kompakten Klang aus Kanten und Ecken. Die Drums und der Bass pulsieren dunkel und schnell, während die Gitarren und die Vocals mit ihrem hellen Sound eine Öffnung in dieser Dunkelheit schaffen. Finsterer geht es in „Suburbian Depression“ zu. Die starke Bassline, die etwas sexier Stimme, die hämmernden Beats erinnern an etwas Schleichendes wie eine Schlange, die sich auf einem dunkel-glänzendem Boden bewegt. Eine Schlange, die immer da ist, bereit anzugreifen, wie diese Depression, um die es im Text geht. Die Angst, nur ein Rad der Maschine zu werden. „Suburban depression, you’re own private hell“, singt Mikkel Jakobsen.

Der dritte Track, „Onto Us“, ist der beste auf der EP. Hier erkennt man die industriellen Einflüsse in den Blech-Geräuschen des Einstiegs. Der Sound ist noch voller, sehr dunkel und mitreißend. Hier hört man wieder am besten diese Fähigkeit von The Foreign Resort, Kontraste zu vereinen, das Gefühl der Offenheit und der endlosen Horizonte mit einer bedrückenden Stimmung zusammenzufügen, genau wie dieser amerikanische Traum.

„Under Bright Neon Stars“ klingt, wie der Titel ankündigt, wie eine Nach unter Sternen. Der Song über Obdachlose ist sehr nostalgisch, verzweifelt und berührend. Man fühlt diese kalte nächtliche Atmosphäre, die Gitarren erklingen wie Sterne. Der Sound bewegt sich zwischen schmutzigen Verzerrungen a la A Place To Bury Strangers und klaren Gitarren und Vocals wie bei The Cure.

Wieder Echos von The Cure hört man im letzten Song, „Skyline Decay“. Nach einem ruhigen, atmosphärischen Intro geht es los mit einem schnellen Beat, das an „The Forest“ erinnert und den Zuhörer völlig einnimmt. Der Bass schmeichelt wie Samt, die Gitarren umarmen und entführen.

Mit „The American Dream“ bestätigt die dänische Band den Erfolg von der ersten LP „New Frontiers“. The Foreign Resort mischen ihre Einflüsse, ohne diese zu imitieren, stattdessen schaffen sie einen eigenen Klang, den man schon aus dem letzten, gefeierten Album „New Frontiers“ (2014) kennt – einen sehr dichten, durchproduzierten, kontrastreichen und geschmeidigen Sound, wo Melancholie und Spannung, eingängige Melodien und noisige Momente zu einem Stil werden.



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