Und wieder eine zum Wetter passende Scheibe, die hier im Player ihre Runden dreht: The Future Is Now von Toe – zwar nur eine kurze EP, dafür aber durchaus interessant und vielschichtig.

Denn: Der deutsche Sommer passt schön zum japanischen Post-Rock Marke Toe. Da ist auf viel zu wenig Platz viel zu viel auf einmal los – mit dem wichtigen Unterschied: Bei Toe ist es gut, beim deutschen Sommer dagegen… naja, genug von Texten über den Regen.

Was Toe nämlich besser als das Wetter können: Das Allerlei in eine irgendwie erträgliche Kombination bringen. Ob die Japaner nun Post- oder doch eher Math-Rock machen, sei mal dahingestellt. Zum Glück ist die vier Stücke starke EP trotz aller Mathrockigkeit nämlich wenig nervös und – überraschend entspannt.

Besonders das zweite Stück, ‚Tsuki Kake‘, sticht da hervor: Gesang, Synthesizer, clean vor sich hin klimpernde (und mal nicht mit minutenlangem Delay versehene) Gitarren und eine ziemlich relaxte Gesamtstimmung (mit einem dezenten Anstrich Jazz) lassen einen überlegen, ob es das Stück nicht auf eine Playlist für einen (hypothetischen) Sommer (denn der reale lässt ja auf sich warten) passt, zum wenns-nicht-gerade-regnet-in-der-Sonne-liegen und so. Als Kollaboration mit der Sängerin Aco zeigt ‚Tsuki Kake‘ nebenbei auch, welche zusätzliche wichtige Dimension ansonsten eher instrumentaler Post-Rock durch ein wenig Gesang gewinnen kann, selbst wenn der sich in ziemlichen Minimalismus kleidet.

Der Titeltrack, ‚The Future Is Now‘ ist ähnlicherweise aber ein faszinierendes Paradoxon: Einerseits schaffen Tasten- und Saiteninstrumente hier erneut eine zurückgenommene, entspannte Athmosphäre, die aber fast schon aufs Bizarrste mit den hektischen Drums kontrastieren, als gäbe es gerade Rhythmen oder Pausenzeichen für Schlagzeuger gar nicht.

Aber auch die anderen beiden Stücke der EP bestechen durch ihre elaborierte und gut ausgeführte Struktur, die wirklich mehr an Math- denn an reinen Post-Rock erinnert, und dabei im Gegensatz zu manchen Genrekollegen keineswegs anstrengend, unentspannt und übertrieben, aber eben auch nicht generisch oder langweilig erscheint. Klar, ein bisschen mehr Vielfalt, besonders, was die klangliche Ausgestaltung und den Sound betrifft, hätte nicht geschadet. So klingen die einzelnen Stücke hintereinander weg gehört zwar ein wenig austauschbar, einzeln aber vollkommen solide, gut und – paradoxerweise – optimistisch-sommerlich. Das hört man beim sonst meist so schweren Post-Math-Whatever-Rock auch nicht häufig.

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