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Schwer greifbarer Indie-Post-Rock-Trip der mit jedem Durchgang weiter wächst.

Volvopenta aus Mülheim an der Ruhr haben mit „Yoshiwara“ ein unwahrscheinlich vielschichtiges und abwechslungsreiches Stück Musik geschaffen. In klassischer Rockbandbesetzung und mit lediglich nur dezent eingesetzten Effekten, schaffen sie einen Klangteppich, der einen durchaus zu fesseln weiß, wenn man ihn denn lässt.

Der Opener „Beton“ wartet mit einem simplen, aber unwahrscheinlich hypnotischen Gitarrenriff auf, das sich bis zum Ende des Songs ständig weiter entwickelt und mit reduzierten Soli immer melodiöser wird. Die psychedelische, offenbar bewusst etwas in den Hintergrund gemischte Stimme des Sängers kann hier eher als weiteres Instrument verstanden werden und ist Teil des stimmigen Konzepts. „The Short Sleep“ wiederum basiert auf einer eingängigen Melodie, die sich schon in den ersten Takten im Kopf festsetzt und träumerisch, versöhnlich das Stück anführt. Die Stimme wird mit Effekten unterlegt, der Song öffnet sich immer weiter, bis er förmlich in ausladenden Post-Rock-Gitarrenklängen zum Höhepunkt kommt. „28 Seconds In Hell“ wirkt etwas experimenteller und verbreitet eine fiebrige, regelrecht bedrohliche Stimmung, die mit dem etwas dynamischeren Noiserocker „Wolfskull“ weitergeführt und durch weit hinter seiner apokalyptischen Kulisse aufflammenden, verzweifelten Schreien noch verstärkt wird. Bei „Dirty Lights And Rain“ sieht die Welt schon wieder ganz anders aus, die Apokalypse bleibt aus und ansprechende Post-Rock-Klänge, wie sie in den 90er Jahren von der Insel kamen, füllen den Raum. „G Song“ wirkt im Anschluss wie ein Grunge-Überbleibsel, gepaart mit drogenschwangerer Psychedelia, voller Fuzz und stoischer Wiederholung weniger Akkorde. Wieder etwas weniger erbaulich schraubt sich letztendendes „Rust“ hoch in die letzten Sphären des Albums und hinterlässt einen ein wenig Verstörung, da man sich im Moment gar nicht sicher ist, wie man sich nach diesem Feuerwerk der unterschiedlichsten Stimmungen fühlen soll.

Es mag sein, dass man sich nach dem erstmaligen Genuss des Albums nicht ganz sicher ist, mit was man es hier genau zu tun hat. Es sei aber versichert, dass „Yoshiwara“ mit jedem Durchlauf wächst und sich schlussendlich zu einer Perle des modernen Post-Rocks mausert.

Physisch erscheint das Album auf hervorragend gefertigtem, äußerst ansprechend verpacktem Vinyl, das als spezielles Gimmick „Inside Out“ geschnitten ist und somit von innen nach außen läuft. Das Krefelder Label Tonzonen Records hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet.

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