Cargo-Vinylaktion

Die Düsseldorfer Elektro-Punk-was-auch-immer-Band 100blumen veröffentlichen mit „Keine Namen – Keine Strukturen“ ihren neuesten Longplayer über Plastic Bomb Records und Sleeping Cat Records.

Vö: 19.07.2018 Plastic Bomb Records Sleeping Cat Records iTunes LP kaufen

Die Platte erscheint am 19. Juli 2018, ist ab Lied Nummer 1 sehr mitreißend und kann auf zwei Arten wunderbar gehört werden. Entweder wild tanzend und alles ausblendend oder aber auf die Texte achtend. Probiert beides mal aus.

Das Album beginnt mit dem Lied „Madness“. Ein gezogenes, spannungserzeugendes Intro, ein kurzer Break, neuer Beat, dann setzt der Gesang ein. „Ist das Leben nur ein Spiel, welche Rolle spiele ich.“ ist die große Frage, die sich jeder Mensch vermutlich schon mal gestellt hat. Mal wirkt der Gesang melancholisch, traurig, im nächsten Moment klingt es nach einem unaufhaltsamen Hass à la Atari Teenage Riot. Natürlich ist diese Ambivalenz der Gesangsstimmen den beiden Sängern Marcel und Chris geschuldet. Starker Start in ein Album was extrem abwechslungsreich seine Runden dreht und ganz und gar nicht eintönig ist.

„Pyro One“ ist als Gast in dem Lied „Drunkyard“ zu hören. „I wanna drink, i wanna stay free, fuck you and your national identity. Saufen gegen Rechts ist das Motto. Unterschreibe ich sofort mit lebenslanger Gültigkeit. Das Lied endet fast im Stile einer Art Elektro-Crust Geschichte.

Gesellschaftskritik zieht sich durch das gesamte Album und somit irgendwie auch das Konzept von „Keine Namen – Keine Strukturen“. Mit viel Bass und einer Menge Hass kommt die Platte leider genau richtig. Vielleicht sollte man Horst Seehofer damit in Dauerschleife beschallen.

Dort wo in den Liedern der Hass fehlt, ist ein großer See voll Traurigkeit zu hören. „Viel zu wenig“ ist ein solcher Song, der mich wie kaum ein anderer auf dieser Platte bewegt und berührt. Starke Lyrics, emotional vorgetragen. Da steckt eine Menge in „100blumen“ und sie rufen auf „Keine Namen – Keine Strukturen“ extrem viel davon ab.

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  • 7.5/10
    Autor Paul Schall - 7.5/10
7.5/10

Kurzfassung

Gesellschaftskritik zieht sich durch das gesamte Album und somit irgendwie auch das Konzept von „Keine Namen – Keine Strukturen“. Mit viel Bass und einer Menge Hass kommt die Platte leider genau richtig. Vielleicht sollte man Horst Seehofer damit in Dauerschleife beschallen.

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