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Nochmals neu aufgelegte EP, die endlich den weiten Weg von Australien in die europäischen Wohnzimmer schafft und dank unserem liebsten Label Denovali zudem nicht nur als rundum gelungener Appetizer für das erste Full Length Album der Gebrüder Sherry fungieren darf, sondern auch, wie ein Paukenschlag durch die alte Welt hallen würde, wenn es Gerechtigkeit in ihr gäbe.

Unheimlich, eigenartig und anmutig einer viel zu schnellen und hektischen Zeit entrissen, gaukelt das Duo aus Melbourne einen wunderschönen vom simplen Blues getragenen Indie-Pop vor hinter dem sich aber eigentlich eine zwielichtige Séance bei Kerzenlicht und Rotwein versteckt. Ein Rendezvous mit den Stimmen der Vergangenheit, die sich in der Poesie und Lyrik längst vergangener Tage wohler fühlen als in dem postmodernen Geschwafel der heutigen Popkultur. Und so legt sich ein feiner Film Staub auf die fünf Kompositionen, der aber Songs wie „Distance“ eher zum Funkeln bringt als ihnen auch nur eine Spur Glanz zu nehmen. Minimalistisch von einfachster Rhythmik und spärlichen Akkorden getragen, mit morbidem Unterton und einem über allem wachenden, leicht androgyn wirkenden und meist mehrstimmigen oder geloopten Gesang veredelt, empfehlen sich A Dead Forest Index für Freunde handgemachter und außergewöhnlicher Musik.

Sich mit einer ersten und ursprünglich sogar selbst produzierten EP dermaßen stilsicher in der Einzigartigkeit zu positionieren, macht „Antique“ nur formell zum großen Wurf. Die Geister, die sich in dem Harmonium, in den Schellenkränzen und beschwörenden acapellas  verstecken und die man beim atemberaubenden „Black Mud“ förmlich im Hintergrund schreien hört, machen dieses Album darüber hinaus zum spirituellen Gewinn und zu einer dringenden Kaufempfehlung für alle, die zu gerne mal wissen wollten, wie eine spiritistische Sitzung mit Dax Riggs, Chelsea Wolfe und den frühen Dead Can Dance musikalisch klingen könnte. Fantastisch. Berührend. Einzigartig.

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