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And So I Watch You From Afar dürfte es diesmal schwer fallen, ihre Reisegruppe beisammen zu halten: Ohne die druckvollen Ausbrüche vorheriger Alben, die den Grenzenlosen Spieltrieb der Band kanalisierten, verläuft sich ihr überbordender Klangkosmos schillernd, aber ziellos in der Ferne, bis seine Idee nur noch von Weitem zu erahnen ist.

Erneut heben die Reiseleiter And So I Watch You From Afar ihren grellbunten Regenschirm, um Hörlustige durch neu erschlossene Post-Rock Paradiese zu lotsen. Nachdem „All Hail Bright Futures“ uns mit Steel Pans und exotischen Pedalboard-Vögeln einen Abstecher in die Tropen bescherte, folgt nun- ja, was eigentlich?

Auch „Heirs“ ist geprägt durch das verblüffende Talent der vier Musiker aus Belfast, ihre Musik klingen zu lassen wie ein Kinderspiel: Angetrieben von Neugierde, Übermut und ungebrochener Spielfreude, spielen And So I Watch You From Afar den Hörgewohnheiten Streiche und drehen der tendenziell eher ernsten und schwermütigen Attitüde des Post-Rock eine lange Nase.
Notorisch gut gelaunt verpasst die Band ihrem zappeligen, von bizarren Effekten und aufgeputschen (und -gepitchten) Gitarrenloops getragenem Sound ein Regenbogen-Passepartout. Sie entführen ihre Hörer mit verhallten Chören, epischen Melodieschleifen und pumpendem Beats in eine weichgezeichnete Science-Fiction-Utopie, in der schlechte Laune mit Strafrunden im Freudensprünge-machen bestraft wird.

Denn das euphorische Spiel der Band rutscht auf „Heirs“ erstmals ins Verkrampfte, das Ausgelassene ins Überdrehte. Das stampfende, verzerrte Elektro-Intro von „Fucking Liver“ macht Spaß, keine Frage, aber wenn sich nach und nach erwähnte Feel-Good-Chöre, undefinierbare Fieplaute und Trompeten darüber schieben, fordern diverse Synapsen zwangsläufig den Vorruhestand.

And So I Watch You From Afar dürfte es diesmal schwer fallen, ihre Reisegruppe beisammen zu halten: Ohne die druckvollen Ausbrüche vorheriger Alben, die den Grenzenlosen Spieltrieb der Band kanalisierten, verläuft sich ihr überbordender Klangkosmos schillernd, aber ziellos in der Ferne, bis seine Idee nur noch von Weitem zu erahnen ist.



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