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Großer Pathos, viele viele Instrumente, diese so schön leidende Stimme und jeder Song eine Hymne. Das sind Arcade Fire.

Vö: 28.07.2018 Sonovox Records iTunes LP kaufen

Arcade Fire sind im Prinzip das musikalische Pendant zu sogenannten „Coming-of-Age Filmen“. Traurig, ironisch und sehr schön, ohne, dass wirklich jemand zu Schaden kommt.

Auch auf „Everything Now“ geht das Erfolgsrezept sehr gut auf. Großes Getöse und clevere Marketing-Ideen gepaart mit einer Art Konzeptalbum. Das funktioniert gut, die Musik entwickelt sich organisch weiter und alles fügt sich wunderbar zusammen. Das ist aber auch nicht schwer, denn wo Ecken und Kanten fehlen, entsteht selten Spannung.

Und trotz Allem ist das Album sehr gut zu hören. Altbekanntes wie das schön herumklimpernde Klavier im Titeltrack „Everything Now“ mischt sich mit härteren Gitarrenklängen in „Infinite Content“ (nicht zu verwechseln mit dem so schön herumschunkelnden „Infinite_Content“), oder einem mit Bläsern bestückten funky Sound in „Signs of Life“.

„Peter Pan“ hat eine seltsame anziehende Ohrwurm Wirkung, obwohl es musikalisch am wenigsten greifbar ist. Eigentlich lassen sich alle Songs musikalisch einfach mit „Arcade Fire“ beschreiben. Jede Note klingt zu 100 Prozent nach der Band, manchmal vielleicht zu sehr.

Eine Frage bleibt offen – ist das jetzt ironisch oder sind die einfach vollkommen stehen geblieben? Ist da denn noch die Musik im Vordergrund?

Sie verliert sich scheinbar in allem, was sonst noch passiert. Ein Besuch der offiziellen Website ist überfordernd. Es ploppen überall kleine Fenster auf, die sehr stark nach Windows XP oder früher aussehen und aufforden sich das Album zu kaufen, oder sich Noten und MIDI-Dateien schicken zu lassen um einen eigenen Song aufzunehmen. Das Album kommt noch dazu in 20 verschiedenen Versionen Artwork Versionen.

Und dann gibt es da noch diese „Everything Now Corp“, die auf ihrer Facebookseite sehr seltsamen Merch wie Zigaretten, Kondome oder Wodka anpreisen.

Aber ohne solche Aktionen würde dem Album etwas fehlen. Es hinterlässt ein paar Fragezeichen. Vielleicht kommen bei dem Einigen gesellschaftskritische Fragen auf, oder bei jemand anderem macht die Musik einfach nur Spaß. So oder so, die Musik bewirkt etwas, und das ist gut so.

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