Über das Debüt von Ari Roar kann man so oder so straucheln, man fällt aber schlimmstenfalls angenehm. Caleb Campbell bringt auf „Calm Down” schlicht und einfach sehr gut komponierten und produzierten Gitarrenpop.

Vö: 25.05.2018 Bella Union iTunes LP kaufen

Schon mal von „Ari Roar“ gehört? Kein Problem, ich bis kürzlich auch nicht. Kann man als Entschuldigung anbringen, dass der Verantwortliche hinter „Ari Roar“, Caleb Campbell, aus Dallas im amerikanischen Bundesstaat Texas kommt? Wahrscheinlich eher nicht. Am wichtigsten ist ja am Ende eh nur, dass man drüber stolpert und nicht warum und wie! Jetzt läuft Ari Roars Debüt „Calm Down“ vom 25. Mai 2018 hier auf jeden Fall regelmäßig seit Wochen durch und evtl. brauche ich professionelle Hilfe.

Beruhigt euch! „Calm Down“ startet als erstes von 15 Stücken zwar ausreichend treibend aber fernab von Hektik und lässt einen ersten Blick zu wo es Gitarren- und Gesangsmäßig hin geht.

“Flowers – on your windowsill, devour – every part you fill” wird auf dem 3. Stück samt einer mindestens spaßigen Gitarrenlinie dargeboten, bis „Lost and found” vor allem in der Strophe schon wieder auf eher treibende Elemente aufbaut.

Wer bis hierhin auf irgendeine Art Spaß hatte, sollte ab „Don’t have a fit” den Schuss hören. Rhythmisch geht das Stück mindestens in beide bekannten Beine und sobald zwischenzeitlich minimales auf einer Klaviatur quasi fast das Schlagzeug ersetzt, möchte ich doch jeden höflichst um Begeisterung bitten. Wie luftig kann Gitarrenpop eigentlich sein?

Vor allem hervorzuheben ist noch das Stück „In My Day“, welches sich u.a. vom Arrangement auch mal etwas mehr zutraut. Wenn dann auch noch Zeilen wie: „You need a catalog, I need a dialog“ gesungen werden, ist das halt auch einfach massiv stark.

Die letzte Eskalationsstufe bringt auch der letzte Track. Auf „Lucky One“ verbringt der Texaner nicht ausschließlich aber vor allem gesanglich kaum Zeit in gewohnten Tonalitäten und schlägt auch mal angenehm komische Noten an. Ein sehr gelungener Schlusstakt bis zum Anfang des nächsten Albums oder bis man „Calm Down” wieder von vorne hört.

Ich bin mir nicht zu schade zu erwähnen, dass ich es gute finde, mal wieder 15 Stücke auf einem Album zu bekommen. Die Aneinanderreihung funktioniert und das Album lässt sich sehr gut als gesamtes hören, auch 24 mal.

Über das Debüt von Ari Roar kann man so oder so straucheln, man fällt aber schlimmstenfalls angenehm. Caleb Campbell bringt auf „Calm Down” schlicht und einfach sehr gut komponierten und produzierten Gitarrenpop. Teils Zuckersüß aber oft genug auch neugierig und ungewöhnlich. Parallelen zu Künstlern wie Mac DeMarco oder Frankie Cosmos sind zu begrüßen.

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