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Neoklassischer Jazz, Poptupfer und Soundtrack-Charakter – eine grandiose Mischung.

LP kaufen Vö: 24.11.2017 Tambourhinoceros

Der dänische Jazzpianist/Komponist August Rosenbaum ist offenbar eine ganz schöne Nummer in seinem Heimatland. Er heimst reihenweise Preise ein, wird für die Komposition von Film- und TV-Musik engagiert und gilt in allen möglichen Kreisen als heißes Nachwuchstalent. Mit seinem aktuellen Album „Vista“ bekommen wir einen perfekten Eindruck davon, zu was dieser noch recht junge Musiker letztlich fähig ist.

Dass Rosenbaum in erster Linie Jazzer ist, lässt sich bei den allermeisten Stücken des Albums unmöglich verleugnen. Immer wieder taucht ein klassisches Piano, ein Kontrabass oder typische Bläser auf, die zur der überwiegend coolen Stimmung beitragen. Instrumente wie Synthesizer oder Marimba sorgen stets dafür, dass es ein bißchen spacig, mancherorts sogar etwa krautig („Nomad“) und nicht selten auch verschlagen bis gruselig („Belmondo“, „Tristana“) zugeht und dass man sich gerne mal nach Twin Peaks versetzt fühlt. Eine besondere Räumlichkeit wird durch analoge und elektrische Streicher geschaffen und veredelt den Gesamtsound immens.

Einige der Stücke besitzen auch eine moderne, triphoppige Note, die zum Beispiel das einleitenden „Angelo“ oder das auf Schwebeteppichen getragene „Killer“. Ab und an kommen auch Stimmen zum Einsatz, die aber von klassischem Gesang sehr weit entfernt sind. Das superschräge „Calling Out“ beginnt wie ein Werbespot und wird dann von einem psychedelisch anmutenden Soulquartett vorgetragen. Bei „Credo“ singt (ich vermute) eine Frau, deren Stimme aber derart verfremdet und in futuristische Sounds gebettet wurde, dass man hier kaum von Vocals sprechen kann.

Das Album klingt insgesamt überaus experimentell, innovativ und ambitioniert. Einem Instrumentalalbum eine gewisse Spannungskurve zu verleihen, gehört zu den Geniestreichen des Komponisten, aber genau das hier ziemlich gut geglückt. Rosenbaum verbindet überaus gekonnt klassische Jazzsounds, mit 70er/80er Elektro und einigen modernen Facetten und kreiert damit ein eingängiges Kopfhöreralbum mit mannigfaltig transportierten Stimmungen.

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