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Vorweg: Alles, was über Beach House und ihrem vierten Album zu lesen ist und zu lesen sein wird, stimmt. Man kann diesen spartanisch reduzierten Pop, der ohne große Variationen auskommen muss und dafür mit einer betörenden Monotonie beglückt, kaum als etwas anderes bezeichnen, als man es bereits hundertfach lesen musste. Und so schwebt der Begriff Dream-Pop als einzig adäquate Umschreibung für den Sound des Duos aus Baltimore über den Köpfen der Redakteure aller Welt, die kollektiv ihre Begeisterung für „Bloom“ in den Gazetten und Magazinen zum Ausdruck bringen möchten.

LP kaufen iTunes Vö: 25.05.2012 Cooperative Music

Und tatsächlich: Beach House vertonen das euphorische Gefühl eines anbrechenden Morgens nach deiner besten Nacht. In Slow Motion läuft der Hörer im sommerlichen Morgengrauen am Strand und wohnt dem schönsten Sonnenaufgang seit Ewigkeiten bei. Und auch wenn es mal gelegentlich etwas kühl durch die sommerlich-leichte Kleidung zieht, bleibt „Bloom“ stets der perfekte Sound für einen perfekten Start in einen perfekten Tag. Hier stört einfach nichts und jeder Ton, jedes Becken, jedes Wort unterwirft sich bedingungslos der Klanglandschaft, die sich beharrlich durch die zehn Kompositionen des Albums zieht.

Und so legen Victoria Legrand und Alex Scally größten Wert darauf, ihr neuestes Werk vor allem als Sound verstanden zu wissen. Der eigentliche Song bleibt sekundär und so ist es kaum verwunderlich, dass ein Großteil der Tracks übergangslos miteinander verbunden ist. Mit unspektakulären Liedern, durch Meeresrauschen oder durch den Verzerrer gezogene Naturgeräusche ineinander verwoben, bleiben Beach House bei ihrem Erfolgsrezept, ein kompaktes Album ohne Überraschungen und Ausbrüche, ohne Höhen und Tiefen, ohne Ecken und Kanten machen zu wollen, das sich dem Klang und der damit verbundenen Emotion unterordnen soll. Und genau das machen die beiden mit dezenten Beats, unaufdringlich verhalltem Gesang und einer wunderschön flirrenden Gitarre in ungehörter Perfektion und zeigen damit, dass man sich als Band auch weiterentwickeln kann, ohne etwas Elementares zu verändern.

Nur der, der Musik nach üblichen und überholten Konventionen beurteilt, nach großen Hits Ausschau hält und Bands an ihren Vorgängern und Vorbildern misst, wird wahrscheinlich enttäuscht sein, dass der wunderbare Opener „Myth“ im Verlauf des Albums keinen ernsthaften Konkurrenten mehr bekommen wird und sich die allerbesten musikalischen Momente allesamt in der ersten Hälfte von „Bloom“ tummeln. Aber so ein wunderbarer Morgen kann eben nicht ewig dauern und so überlebt „Bloom“ mit dieser eigentümlich melancholisch-euphorischen Stimmung jegliche Kritik völlig mühelos, denn das soll mal erst mal jemand besser vertonen als Beach House 2012.

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