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Beirut sind zurück! Die Indieband der Nullerjahre, die sich auch heute noch auf ihre treue Fanbase berufen kann, womöglich, weil man schon immer Beirut bekommt, wenn Beirut drauf steht.

Vö: 01.02.2019

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Daran hat sich auch auf dem neuen Album „Gallipoli“ nichts geändert. Der Wahlberliner Zach Cordon tat das, wovon viele von uns träumen, aber nie gewagt haben: er packte seinen Rucksack und haute ab.

Es ging nach Italien, genauer nach Gallipoli, scheinbar weil ihm der Name gefiel. Klingt auch funny. Gallipoli. Er holte die restlichen Mitglieder rüber in den „Hacken“ von Italien und die Arbeit am neuen Album begann.

Der Opener des Albums „When I Die“ begrüßt alle mit einer wärmenden Umarmung. Während sich der Bass kontinuierlich durch den Song zupft, schleichen leise triumphierende Bläser durch die Takte. Eine leicht sakrale Stimmung schwingt bei den ersten Minuten bereits mit, so auch im nächsten Stück, der ersten Single, „Gallipoli“. Wie eine musikalische Postkarte aus dem südlichen Italien versetzt der Song den Hörer automatisch in ein Café am Kanal, die Sonne brennt auf der Haut und ein verträumt, nostalgischer Blick geht über den nahegelegenen Marktplatz.

„Varieties of Exile“ ist ein Song, der die Musik von Beirut erklärt. Während der Anfang noch recht einfach ist, schwillt die Instrumentierung bis zu einem fast unerträglichen Maße an Harmonie an und gleitet dann über in ein monumentales Finale über: zerbrechlich, elegant und unglaublich leichtfüßig. Wer keine Worte findet, um Beirut zu beschreiben, nehme doch einfach diesen Song. Getrieben von Freiheit und Elementen der verschiedensten Genres deckt dieser Song so gut wie alles ab, wofür die US-amerikanische Band steht.

Die Risikobereitschaft auf der neuen Platte wieder Dinge auszuprobieren und die spürbare Freude an jedem einzelnen Track macht „Gallipoli“ zu einem besonderen Erlebnis.

Das Improvisationstalent der Musiker zahlt sich hier aus. Bei den zwölf Tracks wird man von Zach Condon an die Hand genommen und durch angejazzte Sounds („Corfu“) und Afrobeats („Light In The Atoll“), loungige Sounds („Family Curse“) geführt, ohne dass man geistig den Hängemattenplatz auf der Terasse zum Meer aufgeben muss. Wo Gallipoli läuft, da kann Fernweh nicht weit seit.

Mit dem fünften Album zeigen Beirut wieder was sie können und lassen sich von vielen Quellen inspirieren, was dieses Album zu einem der besten in ihrer Diskografie macht. Fast für jeden was dabei, vor allem aber wahnsinnig viel Cleverness bei der Umsetzung und Instrumentierung. Es scheint fast als hätten sie sich von allem Druck freigespielt und die Freiheit in Italien gefunden, nach der sie gesucht haben.

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Bewertung der Autorin Jenny
Zusammenfassung
Mit dem fünften Album zeigen Beirut wieder was sie können und lassen sich von vielen Quellen inspirieren, was dieses Album zu einem der besten in ihrer Diskografie macht.
5
Leser Bewertung 4.84 ( 6 Bewertungen)
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