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Ein hypothetisches, in den letzten Wochen geführtes Gespräch könnte durchaus so geklungen haben: „EEEEEY ANTEMASQUE!“ „Wiewas?“ „Antemasque! Konzert! Geil!“ „Wer?“ „Kennste nich?“ „Nee, muss ich?“ „Da spielen welche von Mars Volta und At The Drive In mit, und Flea hatte auch seine Finger im Spiel!“ „Und das kann was?“ „Auf jeden.“ (Dass keine Unterhaltung jemals so verläuft, ist ja sekundär, ihr versteht mich schon.)

Der erste Gedanke dabei: Schon wieder eine vermeintliche All-Star-Band. Der zweite: Da gibt’s doch schon genug von. Der dritte: Aber gut, vielleicht können die ja was.

Und zumindest der letzte Gedanke trifft die Nadel im Heuhaufen auf den Kopf. Was Antemasque im FZW in Dortmund boten, ist definitiv über aller Schublade. Als Teil des 25. Geburtstags der Visions traten die Herren um Omar Rodríguez-López nach Flood Of Red und The Intersphere in der gut gefüllte Halle vor das wartende Publikum. Klar, mit Casper am vorherigen und den Beatsteaks am darauffolgenden Abend konnten die Zuschauerzahlen wohl nicht mithalten – aber das ist in dem Falle auch wunderbar.

Stattdessen sollte es jedem in der Menge möglich sein, dieses Konzert zu genießen, ohne über vielleicht bald vor lauter Aufregung ohnmächtelnde Mädchen stolpern zu müssen. Der einzige, bei dem man besorgt war, dass er vielleicht bald umfallen müsste, war stattdessen Cedric Bixler-Zavala selbst – was der Herr an Energie und Bewegungsfreude auf der Bühne an den Tag legen kann, sucht seinesgleichen. Der Sänger von The Mars Volta und At The Drive In fegt über die Bühne, springt, gestikuliert wild, trinkt zwischendrin Tee (aus einem auf der Bühne befindlichen Wasserkocher?) und, man kann es nicht anders sagen, zieht die Zuschauer in seinen Bann; die Musik tut ihr übriges. Antemasque zelebrieren trotz unspektakulären Bühnenaufbaus die Atmosphäre und ihre Musik, die sich irgendwo zwischen Hard und Progressive Rock, Psychedelic, Soul und vielen weiteren tollen Dingen bewegt. Meckern kann man da durchaus nicht; erst recht nicht, wenn das, was da von der Bühne herunterschallt, von so hoher Qualität ist – spielerisch, unterhaltungstechnisch, wie auch klanglich. Aber auch kein Wunder – auch wenn es sich hier um die erste Tour dieser Band handelt, haben die Herren auch alle genügend Spielpraxis, um sie Songs des ersten Albums in bestem Sound und ausgewalzten, zumindest gejammt wirkenden Zwischenpassagen über die Bühne ins Publikum zu bringen.

Nach knapp 80 Minuten verlassen Antemasque dann die Bühne. Den Encore-Rufen des Publikums wird nicht stattgegeben. Das ist für den ein oder anderen sicher schade, aber nach diesem energievollen wie energieraubenden Auftritt auch wirklich kein Wunder. Es bleibt abzuwarten, wann und wie man Antemasque das nächste Mal im Ruhrgebiet zu Gesicht bekommt, aber es ist zu vermuten, dass die Größe der Halle wie auch der Zuschauerzahl noch weiter zunimmt.

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