Mit der Veröffentlichung ihres aktuellen Longplayers „Promise Everything“ bewiesen Basement bereits eindrucksvoll ihre musikalische Entwicklung. Selbiges lässt sich auch über die Live-Performance des Quintetts aus Ipswich, UK sagen: Aus den jugendlichen Pop-Punkern ist eine reife, selbstbewusste Rockband geworden, deren Bühnenpräsenz problemlos das vollgepackte Knust unterhalten kann.


Tigers Jaw, die vor gar nicht allzu langer Zeit im Rahmen ihrer Headliner-Tour das Hafenklang bespielten, läuteten den Abend ein. Im deutlich größeren Knust waren sie an diesem Abend jedoch der Problematik der akustischen Weitläufigkeit ausgesetzt – die Wirkung der sonst so intimen und atmosphärischen Songs ging in dieser Location ein wenig verloren. Besonders zu vermerken war genannter Umstand während des Coversongs „In Between Days“ (The Cure), der dementsprechend leider nur äußerst beiläufig an den großen Robert Smith erinnern ließ.

Nichtsdestotrotz gaben Ben Walsh und Brianna Collins mit Unterstützung ihrer Band ein kräftiges Set zum Besten, das wie erwartet vom derzeitigen Album „Charmers“ dominiert wurde. Sehr zur Freude des Publikums kam aber auch das unbetitelte Erstlingswerk zur Geltung; insbesondere „Never Saw It Coming“ wurde voller Enthusiasmus mitgesungen.

Die anschließend aufspielenden Basement wussten – wie sollte es anders sein? – das Level natürlich noch zu erhöhen. Sänger Andrew Fisher brauchte ein wenig, bis er sich warmgesungen hatte, dann legte er jedoch so richtig los. Jeder Song wurde auf der Bühne zum Meisterwerk, jede seiner Tanzeinlagen zum Augenschmaus.

Auffällig war dabei vor allem der Unterschied zwischen altem und neuem Material: So gut das kürzlich erschienene Werk „Promise Everything“ auch ist, in Sachen Authentizität behielt das Material von „I Wish I Could Stay Here“ und vor allem „Colourmeinkindness“ deutlich die Oberhand. Der Eindruck bestätigte sich auch vor der Bühne: Ob „Spoiled“, „Fading“ oder „Earl Grey“, man kannte sie alle in- und auswendig. Die Anzahl der (im Knust als durchaus waghalsig zu bezeichnenden) Stagedives unterstrich das Gefühl; dagegen kamen auch „Aquasun“ mit seinem unverwechselbaren Refrain und das großartige „Oversized“ nicht an.

Insgesamt bewiesen die Briten mit ihrem knapp einstündigen Set ein weiteres Mal ihre überragenden Live-Qualitäten. Es ist aber natürlich nicht nur die Energie, von der sich andere Bands so einige Scheiben abschneiden könnten – auch die musikalische Genialität des Quintetts ist schlicht und ergreifend nicht abzustreiten. Da stört es dann auch gar nicht, dass beide Bands erst vergangenen Herbst in der Stadt waren; solche Glanzleistungen hört und sieht man sich gerne so oft wie nur irgendwie möglich an.

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