Als Hamburger durfte man sich vergangenen Dienstag überaus glücklich schätzen: Die einzige Clubshow, die die Alternative-/Emo-Band Brand New auf ihrer aktuellen Tour in Deutschland angekündigt hatte, sollte sich im Knust im Stadtteil St. Pauli ereignen.


Mit Berlin findet sich auf dem Tourposter zwar eine weitere Deutschlandshow, diese hatte jedoch am Wochenende zuvor im Rahmen des Lollapalooza Festivals stattgefunden.

Auch Basement aus Ipswich, England waren an diesem Abend wieder mit von der Partie. Nachdem sie gerade zwei Headline-Shows ohne Brand New (Köln am Sonntag, Berlin am Montag) hinter sich gebracht hatten, nahmen sie nun wieder ihre Rolle als offizieller Tour-Support auf. Und das mit beeindruckender Pünktlichkeit: Schon Augenblicke vor dem eigentlichen Beginn um 21:00 Uhr eröffneten sie mit „Whole“ ihr Set. Auf den Opener des rauen, immer wieder mit Nirvana verglichenen Longplayers „Colourmeinkindness“ folgten unter anderem mit „Fading“ und „Earl Grey“ einige Stücke des Vorgängers „I Wish I Could Stay Here“, auf dem sich die Briten noch wesentlich mehr dem Pop-Punk verschrieben hatten.

Auch das neue Material ließ aber natürlich nicht lange auf sich warten – mit „Summer’s Colour“ spielte man ein Stück der letztjährigen Überraschungsplatte „Further Sky“, anschließend wurde dem Publikum mit „Brother’s Keeper“ ein erster Einblick in die hoffentlich bald erscheinende LP gewährt. Insgesamt spielten Basement somit ein munteres Set, bestehend aus alten, aktuellen und sogar zukünftigen Songs. Fordernde Rufe nach einer Zugabe verpufften im Nichts, stellen aber gleichzeitig unter Beweis, dass die Engländer für viele der geheime Headliner waren – für den ein halbstündiger Auftritt deutlich zu wenig war.

Besonders enttäuschend wurde der kurze Auftritt in Anbetracht der folgenden Umbaupause; knappe 40 Minuten brauchten die Amerikaner von Brand New, um ihr Set vorzubereiten. Doch dieses hatte es dann auch in sich: Trotz der beachtlichen Zeit von 14 Jahren, die seit dem ersten Album „Your Favorite Weapon“ bereits vergangen sind, spielte die Band um Jesse Lacey die Hits sämtlicher vier Longplayer.

Mit insgesamt acht Tracks, darunter auch das gefeierte „Jesus“, hatte das 2006er-Werk „The Devil And God Are Raging Inside Me“ deutlich die Nase vorn – auch „Daisy“ (2009), „Deja Entendu (2003) und das eingangs erwähnte Debüt-Album von 2001 kamen mit jeweils mehreren Songs jedoch keineswegs zu kurz. Die Security hatte alle Hände voll zu tun, von Crowdsurfing bis zu Beinahe-Ohnmachtsanfällen war während der Show der New Yorker alle potenziellen Gefahrensituationen vertreten. Insgesamt spielten Brand New eine halbe Ewigkeit, nichtsdestotrotz waren selbst nach guten 70 Minuten noch keine Anzeichen von Müdigkeit im schwitzigen, prall gefüllten Knust auszumachen.

An dieser Stelle ertönten erneut lautstarke Forderungen nach einer Zugabe, dieses Mal sollten sie jedoch erhört werden. Mit „Play Crack The Sky“, „Mene“ und „You Won’t Know“ gab es drei weitere Tracks, die den Auftritt auf knappe 1,5 Stunden ausdehnten. Nun sichtlich glücklich und zufriedengestellt, aber erst recht schweißgebadet verließen die Konzertbesucher um kurz nach halb zwölf das Gelände, teils Richtung U-Bahn, teils Richtung Auto – für die einzige Clubshow in Deutschland hatte man eben auch An- und Abreisestrapazen in Kauf genommen.



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