2008 müsste es gewesen sein, als ich mich eines Freitag nachmittags auf den Weg in das 400 km entfernte Marburg gemacht habe um endlich die Band zu sehen, die ich schon so lange live sehen wollte. Im Zuge dessen war mir auch die Entfernung herzlich egal. Das Ende vom Lied war, dass das Konzert schlussendlich ausfiel (bzw. nur die Vorband „The Ocean“ spielte) weil die Band nach einem umgekippten LKW im Stau stand und es nicht mehr rechtzeitig zum Ort des Geschehens schaffte, sauer und enttäuscht war ich damals, gleichzeitig dachte ich mir aber auch, dass die Möglichkeit, diese band zu sehen bestimmt noch ein zweites Mal kommen würde.

Jetzt, fast 5 Jahre später, ist es dann endlich so weit und Cult of Luna kommen, kurz vor dem Release ihres neuen Albums „Vertikal“ (Review) auf Europatour. Kurzentschlossen kaufe ich Karten für die Kulturfabrik in Esch sur-Alzette im Süden Luxemburgs. Erneut eine weite Strecke, aber das kennen wir ja schon, und so hoffe ich dass das alte Sprichwort „aller guten Dinge sind 3“ heute mal nicht eintreten wird.

Natürlich sind wir viel zu früh da, hatten wir Stau und etwaige Verzögerungen mit eingerechnet, aber nach einer kleinen Stärkung in der Innenstadt und verharren im Auto bei klirrender Kälte gehen fast pünktlich um 20 Uhr die Pforten zur Kulturfabrik auf, und nebenbei erfahre ich auch das erste Mal, dass die Vorband an diesem Abend die Schweizer „Abraham“ sein werden. „Super!“ denk ich mir, hatte ich doch in das neue Album mal kurz reingehört und es gefiel mir doch recht gut.

Punkt 20:30 ging es dann los, Abraham betraten die Bühne und legen mit „Dawn“ los. Freut mich, genau der Song ist mir noch am besten von „The Serpent, The Prophet and The Whore“ in Erinnerung. Sound ist druckvoll und kommt mir auch nicht zu verwaschen vor. Vielleicht ein wenig zu basslastig, aber das Problem ist nicht neu und auf fast jeder Metal-Veranstaltung zu finden. Leider erfüllen sich meine Erwartungen nicht auf die gesamte Spielzeit und bis auf „Start with a Heartbeat“ bleibt mir auch sonst nicht viel in Erinnerung. Nach einer halben Stunde und unter ordentlichem Applaus verlassen „Abraham“ die Bühne um Platz für Cult of Luna zu machen.

Wie erwartet startet die Band mit dem Intro des neuen Albums und dem folgenden „I: The Weapon“, übrigens ohne Sänger Klas Rydberg, was aber bereits im Vorfeld in einem online-Chat mit Johannes (Persson, Gitarre/Gesang, Anm. d. Red.) angekündigt wurde.

Die Lichtshow ist einfach atemberaubend und verleiht dem, übrigens mit 2 bespielten Drumsets bestückten Bühnenbild eine einzigartige Atmosphäre. Trotz alledem wäre ein Epileptiker hier wohl alles andere als gut aufgehoben. Jeder Song wird frenetisch bejubelt, am stärksten macht sich dies jedoch bei „Finland“ bemerkbar, der wohl bisher stärkste (Live-)Song der Band auf den auch ich mich am meisten gefreut habe.

Die Band bleibt gewohnt schweigsam und lässt sich nur zum Ende hin zu einem höflichen „Thank You“ hinreissen, was dem Konzerterlebnis an sich aber keinen Abriss tut.

Cult of Luna versteht es den Zuschauer mit sehr langsam aufbauenden Soundwänden in den Bann zu ziehen um einem im nächsten Moment das Elend der Welt um die Ohren zu schleudern, am treffendsten steht hierfür wohl „Vicarious Redemption“ der mit Abstand längste, aber auch unter anderem besten Song von „Vertikal“.

Nach ca. 1 1/2 Stunden intensivem Konzerterlebnis endet mit dem grandiosen „In Awe Of“ und ohne Zugabe ein grandioser Abend für den sich der weite Weg mehr als gelohnt hat, einzig zu bemerken bleibt wohl, dass es sowohl von den ersten beiden Alben, als auch von „Salvation“ kein einziger Song in die Setlist geschafft hat.

Es ist zwar zu bedauern dass Songs wie „Leave Me Here“, „Adrift“ oder auch „Dark City, Dead Men“ vom „Somewhere Along The Highway“-Album live inzwischen auf der Strecke geblieben sind.

Dies ist aber wohl unter anderem auch der hohen Spielzeit der einzelnen Songs geschuldet, dann muss man sich halt einfach noch mal die „Fire Was Born“-DVD ansehen.

Wer sich dieses Erlebnis nicht entgehen möchte, hat auch in Zukunft noch einmal die Möglichkeit auch in näheren Gefilden die Band zu erleben, die weiteren Dates lauten:

mit „Abraham“:

20.01 Sheffield, UK – Corporation
21.01 Wolverhampton, UK – Slade Rooms
22.01. London, UK – The Garage
24.01. Paris, FRA – Le Divan Du Monde
25.01. Vannes, FRA – L’Echonova
26.01. Bordeaux, FRA – Le Krakatoa
27.01. Bilbao, SPA – Sonora
28.01. Porto, POR – Hard Club
29.01. Lisbon, POR – Paradise Garage
30.01. Madrid, SPA – Caracol
31.01. Barcelona, SPA – Razzmatazz 3
01.02. Beaumont, FRA – Le Tremplin
02.02. Karlsruhe, GER – Stadtimitte

mit „The Ocean“:

20.04. Tilburg, NET – Roadburn Festival
21.04. Belefort La Poudriere, FRA – Impetus Festival
22.04. Fribourg, SWI – Fri-Son
23.04. Mezzago, ITA – Bloom
24.04. Rome, ITA – Traffic Live Club
25.04. Missano, ITA – Adriatico Boulevard
26.04. Winterthur, SWI – Gaswerk
27.04. Zagreb, CRO – Club Attack
29.04. Bucharest, ROM – Silver Church
30.04. Timisoara, ROM – Daos Club0
01.05. Budapest, HUN – A38
02.05. Innsbruck, AUT – PMK
04.05. Marburg, GER – KFZ
05.05. Munich, GER – Kranhalle
06.05. Stuttgart, GER – Universum
07.05. Bielefeld, GER – Forum
08-05. Cologne, GER – Gebäude 9

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