Vinyl immer portofrei bei jpc.de

Wie es sich für eine junge und ambitionierte Band gehört, gingen Departures wenige Wochen nach dem Release ihres neuen Albums erst einmal ausgiebig auf Tournee.


Im Gepäck hatten Departures dabei nicht nur „Death Touches Us, From The Moment We Begin To Love“ auf feinstem, farbigen Vinyl, sondern auch die Düsseldorfer Kapelle December Youth – eigentlich. Kurz vor der Show in der Astrastube mussten die Nordrhein-Westfalen vermelden, wegen Krankheit nicht spielen zu können, sodass die Anzahl der Main Acts des Abends schlagartig halbiert wurde.

Da sich allerdings das Berliner Trio Elm Tree Circle „eingezeckt“ (O-Ton Sänger und Gitarrist Nic) hatte, gab es zumindest noch eine Support-Band. Deren poppiger, sogar ein wenig Indie-lastiger Punkrock passte zwar nur bedingt ins Programm, zeigte aber dennoch auf, dass die drei Jungs ihr Handwerk durchaus beherrschen. Erstaunlicherweise wurden die Songs immer dann besonders interessant, wenn Gitarrist und Bassist die Rollen – oder besser gesagt: die Instrumente – tauschten; wie sich das Ganze auf CD anhört, lässt sich auf der neuen EP „Drawn“ herausfinden, die vor kurzem über Flix Records erschienen ist.

Nach der obligatorischen Umbaupause betraten die sichtlich angeheiterten Schotten von Departures die Bühne und eröffneten ihr Set mit „Sleepless“. Der Sound war von Beginn an klar und wuchtig; es war ihnen somit ein Leichtes, die inzwischen zumindest angenehm gefüllte Astrastube von sich zu überzeugen. Um den Klischees über britische Hardcore-Bands standzuhalten, floss der Alkohol auch während der Show geradezu kübelweise, dennoch merkte man ihnen diesen Umstand während ihrer Performance nicht annähernd an. Zwischen den Songs schien es hingegen kritischer zu werden: Sänger James McKean verrannte sich in jeder einzelnen seiner Ansagen; einzig sein sympathisch selbstzweifelndes Fluchen war in aller Deutlichkeit zu vernehmen. Aber, um ehrlich zu sein – der ohnehin schon düsteren und emotional aufgeladenen Musik tat sein Geisteszustand wahrscheinlich sogar gut. Zumindest gut genug, damit das Publikum zum Abschluss sogar noch eine Zugabe forderte; einem Wunsch, dem Departures mit dem bereits über fünf Jahre alten Klassiker „Swallowed Up“ mit Freude nachkam.

Zu ungewöhnlich angenehmer Uhrzeit und dennoch ohne das Gefühl, etwas verpasst zu haben, wurde man anschließend in die kalte Hamburger Nacht entlassen. Definitiv schade um December Youth, deren Auftritt sicherlich eine echte Bereicherung des Abends gewesen wäre, aber dennoch schön, um den alltäglichen Wochenrhythmus aufrecht zu erhalten. Und aufgeschoben ist ja bekanntlich auch nicht aufgehoben.

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