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Wer seine Tour unter das Motto „The World’s Number One Entertainers“ stellt, der hat zweifellos ein ganz großes Ego und das trifft hier ganz besonders zu.

Mark Oliver Everett ist Eels, egal wer neben und für ihn noch an den Instrumenten dabei ist, der Mastermind Everett ist seit über 25 Jahren das Zentrum des Eels-Universums.

Im Zuge der zwischenzeitlich beendeten Welt-Tournee besuchte der aus Virginia stammende Indie-Rocker am 11. September für das 41.ste von insgesamt 44 Konzerten die Frankfurter Batschkapp, die seit inzwischen 6 Jahren im Industriegebiet des Stadtteils Seckbach residiert und in einer ehemaligen Produktionshalle mit großzügiger Außenfläche untergebracht ist. Bei Großveranstaltungen haben bis zu 1.500 Gäste Platz und etwa die Hälfte der zulässigen Kapazität dürfte an dem Abend den Weg in die Batschkapp gefunden haben. Die übertriebenen Kontrollen am Einlass und die ständige Präsenz von Security während des Konzertes deuteten darauf hin, dass man offenbar reichlich Erfahrung mit Problem-Publikum hat. Anders ist das massive Aufgebot an Security nicht zu interpretieren. Ungeachtet davon haben sowohl der musikalische Vortrag der Vorgruppe Chaos, Chaos aus Los Angeles als auch die Eels-Show für reichlich gute Stimmung gesorgt.

Die Vorgruppe Chaos, Chaos, eine 2-Frau-Band, die mit Keyboard und Schlagzeug Experimental-Pop zu Gehör brachte, durfte ca. 30 Minuten lang einige Songs aus dem selbstbetitelten Album aus 2018 vortragen. Stimmungsmäßig war das ganz ansprechend und wurde vom Publikum dementsprechend mit reichlich Beifall honoriert.

Nach kurzer Umbaupause erklangen dann die Fanfaren zu Rocky und die Begleitmusiker um Mark Oliver Everett betraten gemächlich die Bühne. Everett selbst erschien als Letzter und ergriff zu den ersten Klängen des The Who-Klassikers Out in the Street das Schellen-Tambourin, das er zu dem Song kräftig im Einsatz hatte. Es folgten Mississippi Delta von Bobbie Gentry und ein Prince-Cover von Raspberry Beret. Nach den drei Songs schnappte sich Herr Everett dann eine elektrische Gitarre und startete das reguläre Eels-Set auch direkt mit Bone dry aus dem aktuellen Album The Deconstruction (2018).


Eels
Eels | (c) Richard Kilian

Im Laufe des Konzertes gab es aus dem Album noch die Songs You are the shining Light und Today is the Day zu hören. Ansonsten freute sich das Publikum über einen Querschnitt aus vielen der insgesamt 12 Studio-Alben, mit Hits wie Novocaine for the Soul, I Need Some Sleep, My Beloved Monster, In my Dreams,  I Like the Way This Is Going und I Like Birds.

Ohne Pause rockte die Band nahezu 110 Minuten und streute mit She said Yeah auch ein Rolling Stones-Cover ein, bevor sich Mark Oliver Everett mit kurzen Winken vom Publikum verabschiedete. Dank der kräftigen Zugabe-Rufe erschien die Band nach wenigen Minuten zur ersten Zugabe (Fresh Feeling), um gleich wieder von der Bühne zu gehen.

Energisches Dauerklatschen brachte alle Musiker dann doch nochmal für eine zweite Zugabe hervor und es folgte nach Mr. E’s Beautiful Blues und Fresh Blood noch der Brian-Wilson-Klassiker Love and Mercy in einer Mash-up mit den Eels-Songs Blinking Lights (For Me) und Wonderful, Glorious bevor Mark Oliver Everett mit den Worten „God bless Brian Wilson, Pete Townsend and Rock´n Roll“ final die Bühne verlies. Die verbliebenen Band-Mitglieder gönnten dem Publikum zum Schluss noch mit The End ein flottes Beatles-Cover.

Nach ca. 145 Minuten war die Eels-Show vorbei und es bleibt in Erinnerung, dass Rock’n Roll funktionieren kann, wenn die Band tatsächlich auch Spaß hat. Schön wäre gewesen, wenn Mark Oliver Everett dem Publikum zumindest ein paar interessante Worte (außer seinen zwei bis drei Fräulein-Sprüchen) gegönnt hätte. Aber am Ende einer so langen Tournee sind auch da offenbar schon ziemlich alle Reserven aufgebraucht gewesen.

Titelbild: Eels | (c) Richard Kilian

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