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Eurosonic 2016 – Wieder einmal haben sich die Musikbranche und viele Musikbegeisterte aus aller Welt in Groningen versammelt, um neue Perlen beim Eurosonic Noorderslag in Groningen zu entdecken.


In der sonst recht beschaulichen Studentenstadt im Norden der Niederlande steht einmal im Jahr die Welt Kopf. Dieses Jahr feiert das Eurosonic als eines der bedeutendsten Newcomerfestivals in Europa das 30-jährige Jubiläum. An drei Tagen haben sich mehr als 300 Bands und Djs dort versammelt, um sich vor Trendscouts und Festivalbesuchern zu profilieren. Wir haben für euch ein paar Highlights zusammengestellt!

Frances – Sadsschouwburg
Mit Piano und Herz
Gefeiert wird sie als neue Adele und dementsprechend groß ist der Andrang zum Konzert. Das imposante Venue verleiht der Performance von France eine wunderschöne Atmosphäre. Die 21-jährige Britin sitzt am Piano und säuselt ihre Baladen in das Mikrofon – die Masse scheint begeistert. Ihre Stimme ist tatsächlich atemberaubend, ihre Songs erzählen von Schmerz und Liebe und sind sehr ausgereift. Nur ein Piano und Frances, das reicht, um in 45 Minuten zu überzeugen. Während sie bei ihren Songs auf Platte mit mehr elektronischen Elementen arbeitet, kann man deutlich erkennen, dass sie diese Effekte Live ohne Probleme weglassen kann, ohne, dass die Musik an Qualität einbüßt. Von Frances werden wir noch viel hören!

Das beweist auch der Song „Coming Up For Air“:

Der letzte veröffentliche Song „Borrowed Time“ gibt’s bei Spotify bereits zu Hören:


www.francesmusic.com

Be Forest – De Spieghel
Indiepop im Traumnebel
Mit ihrem sphärischen Sound bezaubert die italienische Band Be Forest den ganzen Saal. Die Mischung aus schrillen Gitarren und der unglaublich zarten Stimme von den Sängerinnen Constanza und Erica macht den Auftritt zu einem traumähnlichen Erlebnis. In dumpfes Licht getunkt und mit Nebel umgeben ist die Dramaturgie des Auftritts perfekt an die etwas düstere Setlist angepasst. Im Februar 2014 erschien ihr bereits zweites Album „Earthbeat“, allerdings haben sie sich seither deutlich weiterentwickelt und viele neue Songs vorgestellt, die aufzeigen wie vielseitig Be Forest sind. Ihre neue Single „Glow“ erscheint am 22. Januar. Diese Band werden wir diesen Sommer noch auf einigen Festivals sehen!
www.beforestofficial.tumblr.com

A.O.S.O.O.N. – Groninger Forum
Britischer Indiepop zum Träumen
Das britische Duo A.O.S.O.O.N. (steht für A Lot Of Something Out Of Nothing) hat durch die Veröffentlichung ihrer EP „What Is This About“ im Vorhinein zumindest in UK schon für Begeisterung gesorgt. Nur zwei Tage vor dem Eurosonic spielen sie in Köln in der ausverkauften „Wohngemeinschaft“ vor begeistertem Publikum. Die Sängerin Marisa Hylton besticht auch in den Niederlanden mit ihrer glasklaren, zerbrechlichen Stimme und deutlichen britischen Akzent, während Manny Folorunso sie mit dem Bass begleitet. Beide sind offensichtlich sehr aufgeregt, meistern das aber charmant zu überspielen durch schüchterne, aber sympathische Ansagen zwischen den Liedern. Leider leidet die Qualität des Konzertes an der Songauswahl, so wurden die Balladen an den Anfang gesetzt, sodass das zu Beginn volle Groninger Forum sich immer weiter leert. Wer sich das Konzert jedoch in voller Länge anschaut, geht nach 45 Minuten mit einem beschwingten Gefühl wieder in die Kälte hinaus. AOSOON sind noch längst nicht am Ende angekommen, sie haben gerade erst angefangen.

„Under“ von AOSOON:


www.facebook.com/AOSOON

FùGù MANGO – Minerva Art Academy
Belgische Bongo-Party
Kaum hat man die Minerva Art Academy betreten, wippen die Füße. Der wilde Mix aus Funk, Bongos, elektronischen Elementen und Gitarrensounds geht direkt ins Blut und die Menge tanzt. FùGù Mango ist eine Band aus Belgien, die sich an Everything Everything und Stereolab orientiert und sichtlich Spaß auf der Bühne hat. Diese Band macht Laune und ist genau das richtige für Liebhaber von tanzbarer, grooviger Musik.

„Mango Chicks“:

GO!ZILLA – De Spieghel
Nächtlicher Abriss mit psychedelischen Rock
Wieder eine Band aus Italien, dieses Mal reißen sie die Bude ab. Das kleine Dachgeschoss im De Spieghel ist gut gefüllt, die Leute haben Bock auf Abriss. Die Mischung aus psychedelischem Rock und frechen Punk ist deutlichen vom 90er-Jahre-Grunge inspiriert und ist gut ausgereift. Seit 2011 touren die GO!ZILLAs durch Europa und haben erst letztes Jahr ein neues Album veröffentlicht. Dass die Band bereits eingespielt ist merkt man an dem energiegeladenen Auftritt zur späten Stunde. Diese Jungs wissen, wie man einheizt!

GO!ZILLA zum Nachhören:


www.gozillaband.com

Douglas Firs – Brouwerij Martinus
Internationaler Rock in der Brauerei
In der charismatischen Umgebung einer kleinen Brauerei treten die jungen Belgier auf, um ihren Hauptauftritt am späten Abend anzuteasern. Und das schaffen sie sehr gut, denn durch den durchschlagenden Erfolg ihres ersten Albums in den Beneluxländern verschaffte ihnen eine große Fanbase, die offensichtlich auch hier anzutreffen war. Sogar Noel Gallagher – der nicht gerade dafür bekannt ist, andere Bands zu loben – hat sich positiv über die erste Singleauskopplung deskommenden Albums geäußert. Die Musik von Douglas Firs ist ein Mix aus Folk, Indie und Americana, wobei die Einflüsse perfekt aufeinander abgemischt sind. Der Sänger Gertjan van Hellemont schreibt herzzerreißende Balladen und singt sie so emotional, dass sie ins Mark gehen. Dennoch kann er bei den flotten Rockstücken auch ordentlich aufdrehen. Noch dieses Jahr im April erscheint das zweite Album in Deutschland und da lohnt es sich reinzuhören!

„Caroline“ von Douglas Firs:


www.douglasfirs.be

Leyya – USVA
Spannender, österreichischer Elektro-Pop zum Dahinschmelzen
Vor der Tür bildet sich schon mehrere Minuten vor dem Auftritt eine lange Menschenschlange, die sich den Auftritt der jungen Österreicherin anschauen möchten. Eigentlich als Duo agierend, wird für Liveauftritte auf ein Quartett aufgestockt und das lohnt sich! Mit ihrer Musik experimentiert das Duo Leyya mit vielen elektronischen Elementen und erschafft eine sphärische, hypnotisierende Atmosphäre in dem kleinen Venue. Die Österreicher beeindrucken vor allem durch den ausgereiften, internationalen Sound. Es hat fast den Anschein als wollten Leyya verwirren – so ist die Band in schummeriges, rotes Licht getaucht und die fragile Stimme legt sich über die Songs, die alles andere als die typischen Songstrukturen aufweisen. Mit ihrem Debütalbum „Spanish Disco“ haben sie bereits letztes Frühjahr hohe Wellen geschlagen und setzen hoffentlich bald noch einen drauf.

„Superego“ von Leyya:


www.leyya-music.com

Desert Mountain Tribe – De Spieghel
Oasis trifft Tame Impala
Bei Desert Mountain Tribe erwartet den Zuschauer scharfer, Psych-Rock mit Oasis-Touch und Shoegaze-Einflüssen. Zwei der drei Bandmitglieder sind Brüder, die nach London zogen, um mit Sänger Jonty Balls ihr Projekt zu komplettieren. Neben knüppelhartem Rock legen sie auch Rock’n’Roll und ruhigere Töne aufs Parkett. Die Setlist bringt das Dachgeschoss des De Spieghels zum glühen und die Menschenmassen strömen hinein. Auf dem kommenden Album liegen nach dieser Performance jedenfalls große Hoffnungen!

„Way Down“ von Desert Mountain Tribe:


www.facebook.com/desertmountaintribe

Rag’n’Bone Man – Groninger Forum
Soulige Töne eines Hünen
Letztes Jahr war der Name des Briten auf der BBC1 X-tra Hot List for 2015 zu finden und dementsprechend groß ist das Aufgebot an Interessierten beim Konzert. Der stämmige Newcomer kombiniert HipHop, Funk, Blues und Soul in einer beeindruckenden Art und Weise. Seine Stimme garantiert den Gänsehauteffekt und bringt die Massen zum Jubeln. Auf der Bühne passiert nicht viel, das braucht es aber auch nicht. Er hat eine Backgroundsängerin mitgebracht, sowie Band und hält die Festivalbesuchern mit charmanten, schüchternen Ansprachen bei Laune. Sobald er anfängt zu singen, kann man sich der Magie seines Stimmorgans nicht entziehen. Zwischen zwei Songs kündigt er sein Album an, das noch dieses Jahr erscheinen soll – das wird noch ein dickes Ding!

„Hell Yeah“ von Rag’n’Bone Man:

www.ragnbonemanmusic.com

Golan – Newscafé
Tanzgarantie aus Rumänien
Das Trio aus Bukarest verbindet nicht nur Jazz, R’n’B und Elektro, sondern lebt die Musik. Auf der kleinen Bühne tümmlen sich insgesamt 9 Musiker inklusive Streichquartett und erschaffen eine unglaubliche Atmosphäre in dem Kellerloch vom „Newscafé“. Die Gäste tanzen sich die Füße wund, während die Rumänen eine Show hinlegen, die seinesgleichen sucht. In ihrem Heimatland haben sie bereits alle wichtigen Preise abgeräumt, waren mit Roisin Murphy auf Tour und werden bald einige Shows von Parov Stelar eröffnen. Die Multiinstrumentalisten zeigen alle Facetten ihrer Musik auf und bringen den Dancefloor zum schmelzen. Wir wollen mehr davon!

„Pomises“ von Golan:


www.golansound.com

21.02.16 Berlin, UDK Live Session
22.02.16 Berlin, Kultstätte Keller
23.02.16 Essen, Hotel Shanghai

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