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Irgendwie stand der Abend von vornherein unter keinem guten Stern. Nicht nur, dass das Konzert in Köln stattfand und man sich zu dritt von Duisburg-Düsseldorf-Krefeld auf den Weg machen musste (und in Köln bekanntlich nur selten etwas gutes passierte). Auch schien man es im Sonic Ballroom nicht für nötig zu halten, die mit 21:30 eh schon extrem spät angesetzte Anfangszeit auch einzuhalten. Irgendwann jenseits der 22 Uhr fing die scheinbar erste Band vor fluktuierenden 15 Leuten an – nicht, wie angepriesen, Severe, sondern eine Band, deren Name ich nicht verstanden habe und die eigentlich in einem nahegelegenen anderen Laden spielen sollten.

Vielleicht haben wir die erste Band aber auch verschlafen, kann natürlich auch sein. Immerhin waren die Sofas im pittoresken Biergärtchen des Sonic Ballrooms bequem und nach einem Tag auf den Beinen genau das richtige, um mal ein wenig zu rumzusitzen. (Auch wenn das im Hellen betrachtet sicher anders aussehn mag.)

Die dort auf der Bühne spielten jedenfalls die (eigentlich zurecht) aktuell ganz hippe Post-Metal-Hardcore-Irgendwas-Punk-Mischung, die auf Platte auch durchaus gut klingen kann, es aber im Sonic Ballroom nicht tat. Hier kommen wir dann neben später Anfangszeit (selbst 21:30 ist an der Grenze des akzeptablen, erst recht mitten in der Woche, manche Menschen müssen früh aufstehen) zum zweiten große Manko des Abends: Der Sound war, gelinde gesagt, ziemliche Grütze. Dass dem Sänger irgendwann die Stimme wegblieb, weil das Mikro den Geist aufgab, ist kein Problem und kann immer mal passieren – aber wieso denkt man beim Sonic Ballroom, dass LAUTLAUTLAUT besser sein sollte als akzeptable Klangqualität? Den Masterregler um die Hälfte runterschieben hätte immer noch genug Lautstärke produziert, aber vielleicht auch nebenbei dafür gesorgt, dass man irgendwas anderes zu hören bekommt als pulsierenden Soundmatsch und ’nen Typen der – so das Mikro denn funktioniert – irgendwo im Hintergrund rumbrüllt.

Wenig später betraten dann Generation Of Vipers die Bühne und machten ihr Ding, und das auch nicht schlecht. Der sehr düstere Post-Irgendwas weiß zu gefallen, wenn auch erneut auf Platte besser als im Sonic Ballroom. Erneut zu verschmerzende technische Probleme (diesmal ein Gitarrenkabel), erneut nicht zu verschmerzender Soundmatsch. Und das zu einem Preis, der für die Größe des Konzerts schon im oberen Spektrum angesiedelt ist. Nun, man kann eben nicht immer Glück haben, jener nicht näher bezeichnete Laden in direkter Nähe, in dem vor kurzem KREIS UND RED APOLLO (BERICHT) spielten, machte seine Sache jedenfalls ein wenig besser. Nach so einem Murks bleibt der Sonic Ballroom erstmal auf der Liste der Läden, um die man auch ruhig einen Bogen machen kann… Immerhin spielen Generation Of Vipers demnächst auch im Waldmeister in Solingen. Es bleibt zu hoffen, dass der Sound dort dann ein wenig besser ist.

Epilog: In Köln passiert wirklich nie etwas gutes. Dieses Mal gab’s kein Handynetz, Köln scheint mich dazu zu zwingen, meine Handy-PIN zu vergessen und mein Handy so auch unbenutzbar zu machen, ausserdem kommen keine Züge und überhaupt ist Ehrenfeld, wenn man von späten Konzertbeginnen genervt ist, nicht hip oder szene, sondern usselig. Cooles Wort; usselig.

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