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Trip-Hop und Jazz, das muss man sich erstmal trauen. Worldbeat und Downtempo, da muss man sich erstmal was drunter vorstellen können. Hidden Orchestra aber, die muss man erstmal live erlebt haben – und das durften wir gestern im Club Bahnhof Ehrenfeld in Köln. Selbst wenn sie den Jazz nicht neu erfunden hätten, haben sie immer noch dafür gesorgt, dass wir ihn jetzt verstanden haben. Und er ist schön.

Mit einem Hang zum Drum’n’Bass und einer Vorliebe für Extravaganz konnten die Schotten, die sich als „Joe Acheson Quartet“ 2010 bereits einen Namen machten, den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Drums und Bass, da lag auch der Fokus. Im Vordergrund standen die beiden Schlagzeuger Jamie Graham und Tim Lane, die für enorme Impulsivität sorgten. Das Zusammenspiel von elektronischen Beats per Pad und markanten Drums war mitreißend. Kein Wunder also, dass die gelegentlich eingeschobenen Schlagzeug-Duelle zwischen Graham und Lane für Applaus und einen Lacher sorgen konnten.

Mitreißend schön wurde es dann durch atmosphärische Flächen von Band-Oberhaupt Joe Acheson, den man mit Leichtigkeit in einem Atemzug mit Geoff Barrow, Rob Garza und Eric Hilton nennen kann. Ständig in Bewegung bediente er Synthesizer, seinen Bass, futuristische Sampler und Effekte. Poppy Ackroyd, mit ihrem Soloprojekt simultan als Support auf Tour, bestach mit ihrer Bühnenpräsenz, ihren hinreißenden Klaviersounds und den Experimenten auf ihrer E-Violine. Als dann noch der Gastmusiker Philip Cardwell seine Trompete akzentuiert ins Spiel brachte (wie klassisch), war der Gang zum Merchandise-Stand eine Notwendigkeit. Der war ebenfalls üppig. Drei Alben, T-Shirts, Aufkleber und Vinyl.

Nicht genug, denn Hidden Orchestra sind trotz allen musikalischen Talents frei von jeglichen Star-Allüren. Ein langes Gespräch und viele Zigaretten später, waren unsere Platten unterschrieben und ein Lächeln auf unseren Gesichtern. Denn: Dieser Abend war das bis jetzt schönste Konzert des Jahres. Eine großartige Veranstaltung mit unglaublichem Sound (an dieser Stelle auch einen Dank an das CBE-Team) und eine berauschende Erfahrung mit einer beeindruckenden Band. Wir sind ein bisschen verliebt.

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