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Dem auch 2015 noch gesetzlich vorgeschriebenen Tanzverbot zum Trotz machten die Rheinländer von Love A am Karfreitag Halt auf der Hamburger Reeperbahn. Dass die entsprechenden Konzertposter bereits zu Beginn der Woche mit dem „Ausverkauft!“-Schild überklebt wurden, ließ ein schwitziges Molotow versprechen.

Das kleine, so ohne Vorhang ein wenig nackt wirkende Fenster hinter der Bühne ließ noch Tageslicht in den Konzertraum, als die fast-lokale Supportband begann: „The One“ aus Kiel durften eine gute halbe Stunde ihr Können unter Beweis stellen. Mit ihrem melodischen, deutschsprachigen Punk waren sie bestens geeignet, um das Publikum auf den kommenden Headliner einzustimmen; gleichzeitig nutzten sie die Chance, ihre aktuelle Platte „Weniger ist mehr“ zu präsentieren. Die Bühnenpräsenz ließe sich zwar sicherlich noch optimieren, musikalisch gab es bei den Jungs und Mädels jedoch absolut nichts zu bemängeln – ihre Chancen, selber bald als Headliner im Molotow zu spielen, haben sie mit diesem Auftritt auf jeden Fall gesteigert.

Um Punkt 21 Uhr – und somit für Hamburg noch vergleichsweise früh – betraten Love A den Ort des Geschehens. Tageslicht gab es inzwischen nicht mehr; das Fenster bot stattdessen nun besten Ausblick auf das nächtliche Geschehen auf dem Kiez. Unmittelbar daneben bewiesen vier junge Männer, warum sie zu Recht in einem Atemzug mit genreprägenden Bands wie Turbostaat oder Muff Potter genannt werden. Sänger Jörkk ließ sein heimliches Comedy-Talent zum Vorschein kommen und brachte das Publikum zwischen den Songs regelmäßig zum Lachen, fungierte aber natürlich gleichzeitig auch als einzigartiger Frontmann der wie immer auf höchstem Niveau performenden Band.

Zuhörer und Zuhörerinnen jeglichen Alters brüllten „Juri“ mit, schmunzelten über „Modem“, dachten über „100.000 Stühle leer“ nach oder pogten zu „Valentinstag (in Husum)“ – das mit dem Tanzverbot hatte man ja eh nicht so ernst nehmen wollen. Nach beträchtlichen 55 Minuten versuchten Love A zwar, die Show zu beenden, man ließ sie aber natürlich nicht.

Es wurde also weiter gerockt: Drei Zugaben, darunter auch der erstveröffentlichte „Jagd und Hund“-Track „Trümmer“, wurden gespielt, bis sich einem das gleiche Bild bot. Abschlussgruß aussprechen, Drumsticks wegwerfen, Gitarre ablegen, ins Publikum winken. Fordernde Rufe nach einer Zugabe. Die Band ließ sich erneut zu weiteren Songs überreden, ehe sie nach inzwischen fast 90 Minuten endgültig von der Bühne wich, sich – vorbei am mittlerweile komplett beschlagenen, schweißnassen Fenster – in Richtung Backstage verzog und das Publikum, ganz nach dem Motto „Love A(ftershowparty)“, in eine lange Molotow-Nacht entließ.

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