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In Dortmund gibt es gefühlt nur eine einzige Location. Wann immer es einen in die Stadt der Gelb-Schwarzen zieht, führt einen der Weg am U-Turm vorbei zum FZW, welches ein wirklich abwechslungsreiches Booking betreibt. An diesem Samstag spielen Mastodon in der größeren der zwei Hallen. Die Progressive Band aus Atlanta hat dieses Jahr ihr neues Album Once More ‘Roung the Sun veröffentlicht, welches es bis auf Platz 16 der deutschen Albumcharts geschafft hat. Dementsprechend ist auch heute der Andrang groß. Das Konzert ist ausverkauft und die Schlange vor dem FZW geht nahtlos in die Schlange zur Garderobe über. Der erste Blick gilt anschließend dem Merch. Es bleibt ein kurzer Blick angesichts von Preisen von 30 Euro für ein T-Shirt. Bei aller Liebe, das ist viel zu teuer.

Also zieht es mich direkt in die Halle, wo die erste von zwei Vorbands bereits mit ihrem Set begonnen hat. Die Band hört auf den schwer zu googlenden Namen Krokodil. Der Sound liegt irgendwo zwischen Sludge, Progressive und Core, ein wilder Mix und als Opener für den heutigen Abend nicht die schlechteste Wahl. Der Sound ist schon auf einem guten Niveau und die Lautstärke ordentlich. Die Gitarrenriffs sind recht eingängig, wenn auch das Rad nicht neu erfunden wird. Neben gutturalem Gesang gibt es auch einige Parts, in denen der Sänger auf cleanen Gesang zurückgreift. Leider ist es wie so oft, denn es scheint nur wenige Sänger zu geben, die sowohl gutturalen als auch cleanen Gesang gut beherrschen. Der Sänger von Krokodil gehört (noch) nicht dazu, denn bei den cleanen Abschnitten zeigen sich stimmliche Schwächen. Das trübt den eigentlich recht soliden Auftritt etwas, der nach einer knappen halben Stunde endet.

Nach einer angenehm kurzen Umbaupause stehen Big Business auf der Bühne. Das Duo aus Drums und Bass erzeugt einen Sound, irgendwo zwischen Stoner und Sludge. Bands aus zwei Personen scheinen im Moment nach meinem persönlichen Empfinden ziemlich im Trend zu liegen, wobei in der Regel Gitarre und Drums zusammen spielen. Der Bass ist allerdings so stark verzerrt, dass es auch durchaus eine tief gestimmte Gitarre sein könnte. Die Musik ist auf jeden Fall gut hörbar und natürlich werden an der einen oder anderen Stelle Drumsoli eingestreut. Neben vielen instrumentellen Parts singt der Bassist, welcher eine sehr markante Stimme hat. Im Gegensatz zu Krokodil befinden sich bei Big Business auch einige Menschen in der Halle, die sich mit der Band beschäftigt haben. Die Stimmung ist besser und hier und da werden auch Textzeilen mitgesungen. Das große Manko der Band ist auf Dauer der eintönige Sound. Nach und nach hat man das Gefühl, als würden alle Songs gleich klingen und so ist es gar nicht so schlecht, dass der Auftritt ebenfalls bereits nach ca. 30 Minuten zu Ende ist.

Mastodon betreten bereits um 20:40 Uhr die Bühne und starten ihr Set mit Tread Lightly, einem Track des neuen Albums. Im Hintergrund hängt ein riesiges Banner des Albumcovers, welches belichtet wird und neben einigen Scheinwerfern für die simple visuelle Begleitung des Sets sorgt. Simpel, aber effektiv und die Musik sollte bei Mastodon im Vordergrund stehen. Der Fokus der Setlist liegt wenig überraschend auf dem neuen Album. Ganze acht Songs werden gespielt und alle vom Publikum gut aufgenommen. Endlich kommt richtig Stimmung auf und nach und nach bildet sich ein kleiner Pit und einzelne Corwdsurfer lassen sich von der Menge nach vorne Tragen. Auf der Bühne geben Brent Hinds und Co alles. Ohne viel Federlesen und Ansagen wird ein Song nach dem anderen präsentiert. Manch einen mögen die fehlenden Ansagen stören, aber ich finde, dass zu Mastodon keine ausschweifenden Worte passen. Die Musik spricht für sich. Der feine Mix aus Progressive Metal und Sludge mit Soli vom allerfeinsten überzeugt wohl heute das gesamte FZW. Auch gesanglich gibt es nichts auszusetzen. Die Band vergisst natürlich auch nicht ihre älteren Werke und gibt von jedem bisher erschienenen Album zumindest einen Song zum Besten. Nach knapp einer Stunde gibt es dann doch die erste Ansage, die sich allerdings auf das allseits bekannte Lob für das Publikum beschränkt. Anschließend wird weiter gespielt und eine frickelige Passage nach der anderen abgerufen. Blood and Thunder setzt nach knapp 80 Minuten den Schlusspunkt. Drummer Brann Dailor tritt alleine vor die Menge und hält eine kurze Rede, die damit endet, dass das Outro dem kürzlich verstorbenen Isaiah „Ikey“ Owens gewidmet ist. Damit endet das Konzert, keine Zugabe. Mastodon haben heute auf jeden Fall überzeugt. Allerdings hätten es auch noch 20 weiteren Minuten sein dürfen.

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