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Druckluft, 12. September. Hmn. Leer. Schade. Diese Konzerte unter der Woche machen wirklich niemandem sonderlich Spaß. Man checkt letzte Verbindungen und jeder muss dann morgen noch irgendwie früh aus. Deswegen diese gähnende Leere.

Vielleicht 20 Leute versammeln sich, noch vertieft im Gespräch, in der Halle, als Andalucia anfangen. Ich muss gestehen, ich bin wirklich gespannt. Konnte im Netz auf die Schnelle nichts finden und dachte: Lässte dich halt mal überraschen. Die zweiköpfige Band kommt aus Münster und macht so eine Mischung aus Noise und Punk. So irgendwie halt. Es ist laut, brachial und schallend. Erinnern ein bisschen an Dinosaur Jr., die Jungs. Nur irgendwie fehlt mir der Bass. Es ist schöner Lärm, die beiden wissen wirklich, was sie da spielen und es ist authentisch, aber der Sound ist einfach zu spartanisch.

Noch eine Zigarette, ein Bier und dann kommen da auch schon Messer.

Jetzt, das muss ich gestehen, bin ich ein bisschen aufgeregt. Die Platte ‚Im Schwindel‘ haben wir im PrettyInNoise-Quartier rauf und runter gehört und dieser knackige Sound hat mich seit jeher im Griff. Großartige Truppe mit schönen Ideen, die angenehm an Joy Division erinnern (auch wenn sie das bestimmt niemals lesen wollen). Das Konzert beginnt mit Lügen. Und mit technischen Schwierigkeiten, aber Frontmann Hendrik Otremba bleibt souverän und vor allem eins: super gelassen. Das ist jetzt wirklich eine Überraschung. Durch das viele Hören und auch ihren Auftritt in ihrem neuen Video zu ‚Neonlicht‘ habe ich wirklich anderes erwartet. Mehr so ein Künstler-Image mit Distanz und einer Prise Arroganz. Doch hier haben wir es mit bodenständigen, netten Menschen zu tun. Schön, wie er sich bei uns bedankt, als wäre es ihr erster Gig. Ich muss lächeln. Der Sound ist, trotz grenzwertigem PA-Mix, der auch einmal ausfällt, genau wie ich ihn mir vorgestellt habe: Runder, wuchtiger Bass, feine Gitarrenklänge, dreschende Drums und die Stimme kommt gut durch. Super!

Auch die neuen Songs werden vorgestellt. Ich stehe vor der Band, als wäre ich ein kleines Kind, aber als die neuen Songs erklingen, bin ich einfach nur glücklich. Ich freue mich also auf den Weihnachtsmann, der mir das neue Messer-Album bringt.

Nachträglich noch ein Pluspunkt: Als ich ein Poster kaufen möchte, sagt Gitarrist Pascal zu mir: ‚Die sind voll zerknittert! Ich geb‘ dir einfach mal drei mit!“ Cool, habe jetzt mein Zimmer mit Messer-Postern tapeziert. Danke!

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