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Und wieder ein mal ist es angebracht, die Deutsche Bahn zu verfluchen. Und Köln. Und den eigenen Orientierungssinn. Doch dazu eventuell an anderer Stelle mehr. Hier geht es nicht um die Abneigung eines Fastdüsseldorfers gegen das Verkehrssystem der Domstadt, sondern um ein Konzert einer der grandiosesten Postrock-Bands dieses Planeten (und vermutlich auch des restlichen Universums, wenn man der bisherigen Forschung trauen kann).

Insgesamt schien dieser Tag jedoch unter keinem guten Stern zu stehen. Für die aktuelle Tour von Mono nimmt man schon mal einiges auf sich. Aber dass sich der an sich simple Weg via ÖPNV nach Köln und zum Gebäude 9 so kompliziert gestaltete, war nicht abzusehen. Falsche Ausgänge wurden genommen, falsche Wege gegangen, Füße taten weh und Handyakkus waren nicht aufgeladen. Nach einigen Unannehmlichkeiten und Todesängsten in Kölner Seitenstraßen stand man nun aber doch im Gebäude 9 und konnte sich an epischer Musik erfreuen.

Aber ersteinmal galt es, Microphonics zu überstehen. In dem Fall vor allem wirklich überSTEHEN. Die Füße taten an dem Tag genug weh. Dirk Serries und sein Projekt scheinen eine Art Homie von Mono zu sein, auch 2011 im Druckluft in Oberhausen war er der Support der Japaner. Ich vermute, die Musik von Microphonics hat neben Mono auch weitere Fans und ihre Daseinsberechtigung und Herr Serries auch einiges an Talent und Aufwand in seine Stücke gesteckt – aber mir persönlich entgeht der Reiz von Dreißigminutenstücken, die aus einem Ton bestehen. Der technische Aspekt dagegen ist durchaus interessant – E-bow, Gitarre und Sampler, viel mehr braucht Dirk Serries nicht, um ebensolche Dreißigminutenstücke entstehen zu lassen. Die bestehen dann aber eben trotzdem noch aus einem Ton und sind auch dadurch akustisch (für mich) nicht interessanter. Andererseits hätte Herr Serries auch das beste Set seines Lebens abliefern können, nach einem Tag mit solchem Vorlauf und durch’s Vorlaufen schmerzende Füße mag meine Wahrnehmung auch ein wenig getrübt gewesen sein.

So war es dann leider auch mit Mono – der Sound im Gebäude 9 war nicht hundert Prozent perfekt, das Timing der vier Musiker nicht immer hundert Prozent exakt, die Songauswahl transportierte fast soetwas wie (Achtung, unbeabsichtigter Wortwitz) Monotonie. Das mag auch an der beinahe ungünstig gewählten Mischung aus stilistisch immer sehr ähnlichen Stücken gelegen haben, die größtenteils von den letzten beiden nach wie vor grandiosen Alben Hymn To The Immortal Wind und For My Parents bestand. Auch wenn ich vermutlich bisherige Konzerte der Japaner in der Erinnerung im Nachhinein idealisierte – ein wenig mehr älteres, heftigeres Material hätte da sicher nicht schlecht ausgesehen und geklungen.

Trotz aller Kritik – Mono und die Stücke von Mono wissen live natürlich zu begeistern. Der monotypische Gänsehauteffekt, hervorgerufen durch schönste Musik, stellte sich bei der ersten wundervollen Melodie natürlich auch ein und hielt eine lange Zeit an. Zu schade nur, dass die Deutsche Bahn doof ist und man den letzten Zug erreichen musste und so ein Paar Minuten vor Ende gehen musste.

Insgesamt bleibt noch zu sagen: Das nächste Mal, wenn Mono in der näheren Nähe sind, ist auf jeden Fall nach wie vor ein Pflichttermin – und diesmal nicht mit Bus und Bahn und zu Fuß, sondern komfortabler. Vielleicht gebe ich dann auch Microphonics noch einmal eine Chance, aller guten Dinge sind schließlich drei.

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