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Die Waldbühne am westlichen Stadtrand Berlins wurde am vergangenen Wochenende regelrecht zur Pilgerstätte für Folk- und Indie-Fans jeglichen Alters. Wenige Monate nach der exklusiven Albumpräsentation im – deutlich zu kleinen – Magnet Club spielte die britische Erfolgsband Mumford & Suns erneut zwei Abende in Folge an der Spree. Dieses Mal jedoch vor entsprechender Kulisse: Obwohl der zuerst angekündigte Freitag mit 22.290 Zuschauern restlos ausverkauft war, blieben auch am Samstag, wenn überhaupt, nur wenige Plätze leer.

Und das zu Recht: Schon die eröffnende Band Bear’s Den lieferte ein starkes Set ab. Trotz ihrer verhältnismäßig kurzen Spielzeit von 25 Minuten merkte man den Engländern an, wie überwältigt sie von diesem Abend waren. Zwar sind sie auch in ihrer Heimat schon Vorband von Mumford & Sons gewesen; vor einer solchen Kulisse spielen zu dürfen, schien aber nochmal eine große Steigerung zu sein. Diese nahmen sie entsprechend zum Anlass, ihr im vergangenen Jahr erschienenes Debütalbum „Islands“ zu promoten – sehr zur Freude des Publikums.

Auch Everything Everything nutzten die große Bühne selbstverständlich zur Promotion ihres neuen Albums: „Get To Heaven“ heißt die Scheibe, die erst vor wenigen Wochen (22.06.2015) das Licht der Welt erblickte. Ihr Indie-Rock ging dabei zwar ordentlich „nach vorne“, wie man heutzutage so schön sagt, das Publikum schien jedoch nicht vollkommen überzeugt – vielleicht passte die Geschwindigkeit, die die ehemaligen Musikwissenschaftsstudenten vorlegten, auch einfach nicht zum Gesamtkonzept des Abends.

Nach einer weiteren Umbaupause, in der Zuschauer eifrig das gesamte Publikum zu LaOla-Wellen anstiftete, war es dann endlich soweit – Marcus Mumford und seine Mitstreiter läuteten ihr Set mit „Snake Eyes“ vom aktuellen Album „Wilder Minds“ ein. Zwar hatten sie unlängst erklärt, sich mit dem neuen Stil besser identifizieren zu können, nichtsdestotrotz waren sie sich der Erwartungshaltung ihrer Fans zu jederzeit bewusst und lieferten eine angenehme Mischung aus der diesjährigen Veröffentlichung und den beiden überaus erfolgreichen Vorgängern „Sigh No More“ und „Babel“. Für eine trotz der beachtlichen Größe der Show irgendwie intime Atmosphäre sorgte der Non-Album-Track „Sister“, den die Briten einzig mit Gesang, Banjo und Gitarre dem lauwarmen Berliner Abend entgegen sangen. Nach guten zwei Stunden und diversen Instrumentenwechseln, wie man sie von der Band kennt (Marcus sprang an die Drums, Ben dagegen ans Klavier), wurde das mehr als zufriedengestellte Publikum in die Nacht entlassen – ganz bestimmt nicht nur mit einem Lächeln auf den Lippen, sondern auch einem Mumford-Song im Ohr.


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