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Nachdem stilecht von draußen die Glocke läutete, konnte die Vorstellung im Kinosaal des Thalia beginnen. Die PAPER BEAT SCISSORS und Support durch MICHAEL FEUERSTACK (ex-Snailhouse) standen auf dem Programm.

Ein gelungener Einstieg in den Abend durch Michael Feuerstack: witzig, leidenschaftlich und sehr vertieft in seine melancholischen Texte über Liebe und Natur, wusste er mit seinen Songs und seiner publikumsnahen Art zu begeistern. Er selber drückte es so aus: „it’s a kind of hippie music“. Das fließende, sensible Gitarrenspiel war zum Niederknien. Trotzdem wollte der Funke nicht so recht auf mich überspringen. Irgendetwas fehlte…es könnte die Einzigartigkeit gewesen sein. Zweifelsohne ist es tolle Musik. Wenn man seine Songs hört, fällt es allerdings schwer zu sagen: „das kann nur der sympathische Kanadier Michael Feuerstack sein“.

Die Bühne im Thalia ist nun wirklich nicht für ihre Größe bekannt, aber für die 7-köpfige Band (auch Michael Feuerstack war wieder dabei) Paper Beat Scissors trotz der Vielzahl an Instrumenten kein Hindernis. Es wirkte sogar sehr charmant, wie die Musiker sich um den Hauptakteur der Band – Tim Crabtree – tummelten. Neben der klassischen Bandbesetzung sorgten Fagott, Violine, Lap Steel und Tuba für einen unglaublichen Wohlklang und Harmonie. Im Mittelpunkt stand dann der aus England kommende, charismatische Wahl-Kanadier. Sein leidender und eindringlicher Gesang, untermalt vom britischen Akzent und einer schier unnachahmlichen Mimik, ließ die Songs leben – gab ihnen Seele, Geschichte und Einzigartigkeit. Mal ganz leise („Tendrils“), mal drückend laut bis zur Ekstase („Folds“ oder „Forgotten“), lebt die Band die Geschichten Crabtree‘s. Seine Songs sind intim, ehrlich und live besonders gut. Nach 50 Minuten war der Zauber vorbei, aber eine Solo-Zugabe gab Crabtree noch. Schade, dass die Band nur so ein kleines Zeitfenster zur Verfügung hatte, da anschließend noch eine Filmvorstellung im Kinosaal stattfinden sollte.

Paper Beat Scissors – Eine Empfehlung, nicht nur für Liebhaber von Folk und Singer-Songwriter-Musik.

Dass die Band live zum Teil wirklich anders ist, als es einem die Aufnahmen suggerieren, schadet dem Album aber keineswegs. Von keinem geringeren als Jeremy Gara (Arcade Fire) gemixt, ist das Album wirklich großartig geworden. Wenn ich aus dem Fenster schaue passt die Musik irgendwie. Ich kann nicht so richtig erklären warum. Ist auch völlig egal. Sie ist eben gut.

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