Cargo-Vinylaktion

Über ein Konzert von Poliça zu schreiben wird für mich zunehmend schwierig, denn einerseits ist es eine der ganz wenigen Bands (und einzige der letzten Jahre), die es schafft mich über ihre ersten drei Alben hinweg zu begeistern. Die nicht irgendwann die Fähigkeit verliert Songs zu schreiben, die ich dann wochenlang auf Repeat höre. Die mit jeder Entwicklung einen Schritt nach vorne macht und tatsächlich immer besser wird.


Aber auch beim dritten Konzert in vier Jahren können sie diese Qualitäten nicht vollständig live zeigen. Beim ersten lag es vielleicht noch daran, dass der Sound eine Katastrophe war und beim zweiten viel zu laut. Große Hoffnungen habe ich mir diesmal gespart, denn erst plant Prime Entertainment das Konzert in der Kölner Kantine, das so ziemlich der weitest von der Stadt entfernte Ort innerhalb der Stadtgrenze ist, um es dann vom Regen in die Traufe ins unsägliche Luxor zu legen, dessen beste Tage vor zehn Jahren schon vorbei waren. Konzertbeginn 19 Uhr, damit die Happy-Hour-Party für Studenten anfangen kann, während in einer vernünftigen Location gerade der Hauptact auf die Bühne kommt.

Poliça
© Marc Weber

Sehe ich also nichts vom Support, denn ich bin berufstätig. Die Pausenmusik lässt schon zu laut und mit einem immerzu röhrenden, undefinierten Bass schauriges erwarten.

Aber ich habe doch noch ein bißchen Glück, denn ganz vorne in der ersten Reihe hört man eher den Bühnensound und tatsächlich war der ganz okay und das war schon ein bisschen mehr als erwartet. Man merkt sogar, dass man mit den zwei Schlagzeugern, Bassist und der wunderbaren Channy Leaneagh eine großartig eingespielte Liveband vor sich hat. Die sich, auch wenn Channy ein wenig angeschlagen scheint, mit Dynamik und Groove durch alle drei Alben spielt und auch gleich mehrere neue Songs präsentiert.

Poliça
© Marc Weber

Nach einem Song als Zugabe ist dann aber schnell Sense und die Konservenmusik wird schnell hochgedreht. Ist ja schließlich jetzt Happy Hour.

Nur bei meinen Freunden nicht, die weiter hinten standen, denn die sind längst weg. Wegen des Sounds im Zuschauerraum. Der war wohl nicht gut. So ganz und gar nicht gut.

Poliça
© Marc Weber

Und ich stelle mir weiterhin die Frage und träume vor mich hin, wie ein Poliça-Konzert unter vernünftigen Bedingungen wäre…

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