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Ein überaus gut gefüllter und unbestuhlter Saal in der angesehenen Veranstaltungsstätte des Mousonturms im Frankfurter Ostend ist schon eine ziemlich intime Atmosphäre und sowohl der sympathische Jon Bryant, der für Radical Face den Support machte, als auch der Hauptakt selbst fühlten sich angesichts der direkten Nähe des Publikums sichtlich wohl und genossen den allzu gerne gespendeten Applaus.

Um 20.00 Uhr steht Jon Bryant mit seinen 3 Mitstreitern auf der Bühne und präsentiert sich als guter Singer/Songwriter aber auch als kurzweiliger Unterhalter, der gerne mit dem Publikum interagiert. Das Set dauert gute 40 Minuten und unterhält das Publikum ausgesprochen gut, obwohl sicher kaum jemand den Künstler vorher gekannt haben wird.

Nach einer Umbaupause kommt pünktlich um 21.00 Uhr Ben Cooper, begleitet von seinem Bassisten, dem Schlagzeuger und einem (neuen) Gitarristen, auf die Bühne. Mittig steht hinter einem Mikrophon ein einsamer Stuhl, auf dem Ben Cooper dann auch Platz nimmt. Ein kurzes „Hello“, zwei Töne zum Einstimmen der akustischen Gitarre und dann eine erste Ansage. Ben Cooper verkündet dem Publikum, dass er davon ausgeht, dass die Band für ihr langweiliges Bühnenbild ins Guiness-Buch der Rekorde kommen dürfte und er heute Abend ausschließlich Songs spielen wird, die sich die Fans über seine Internetseite gewünscht hätten. Wem das nicht gefalle, der soll nicht ihm Vorwürfe machen sondern den Fans.

Mit Names beginnt der ausgesprochen unterhaltsame und abwechslungsreiche Set, der sich durch alle Alben zieht. Das rechts auf der Bühne platzierte Schlagzeug ist fast durchgehend der Taktgeber zumal viele der Songs ein Marsch-Thema im Arrangement haben. Schwungvoll trägt er die Band durch die Klassiker und auch die Songs des Neuen Albums Therapy. Links auf der Bühne hat sich der Bassist und Cellist eingefunden, der im Laufe des Konzerts regelmäßig lustige Kommentare einwirft. Dann gibt es noch den jungen Gitarrist, der neu mit der Band tourt, und sich dann auch direkt im Rahmen der Vorstellungsrunde hörbar verspielt, was sowohl Band als auch Publikum mit freudig aufnehmen.

Cooper lässt es sich nicht nehmen, jeden der Songs anzumoderieren und den ZuhörerInnen somit auch eine kleine Geschichte zu den Songs mitzugeben. Die Erzählung vom Mädchen, das mit toten Tieren spielt (Secrets),  dem Geschwisterpaar, bei dem einer Sterben muss und der andere ihm beim Sterben zusieht (Severus and Stone), dem Jungen ohne Stimme (The Mute) oder dem Mann, der jemanden umgebracht hat (A pound of Flesh). Durchgehend morbide Geschichten, von denen Ben Cooper sagt, dass er sie an einem dunklen Ort geschrieben hat, die aber auch immer eine tiefe Barmherzigkeit und Liebe in sich tragen.

Nach etwas mehr als 70 Minuten verlässt die Band nach dem Song Always Gold unter langanhaltendem Applaus die Bühne. Ausdauerndes Klatschen und heftiges Füßestampfen bewegt Ben Cooper dazu die Bühne wider zu betreten. Er verkündet dazu, dass er den anderen Bandmitgliedern eine Toiletten-Pause gönne. Nur mit der akustischen Gitarre spielt er den traurigen Song Homesick, bevor die anderen Bandmitglieder wieder die Bühne betreten. Mit der Mitsing-Hymne Welcome Home und dem ebenfalls zum Mitsingen geeigneten Song We’re on our way, beschließt Radical Face das Konzert und lässt durchweg glücklich strahlende Gesichter zurück.

Ein sehr gut gelungener Abend in einer wunderbaren Location mit zwei gut aufgelegten Akts, die das Publikum begeistert haben.

Titelbild: Radical Face | (c) Richard Kilian

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