Vinyl immer portofrei bei jpc.de

Hallo, Janus! Ein spannendes Kennenlernen mit SAFI in Hamburg.

Sonnenbrillen und Tanktops. Dünne Luft in der S-Bahn und leere Blicke. Es ist einer der heißesten Tage des Jahres,nicht die besten Voraussetzungen für ein Clubkonzert.

Während sich die Menschenmasse über das Schulterblatt schiebt, gehe ich mit fokussiertem Blick durch sie hindurch. Manch einer mag mich hier für unsympathisch halten, weil ich gehend überhole und jedes Schlendern mit bösem Blick bestrafe. Damit kann ich leben. Nebenan findet das LOSS OF BREATH – Festival statt, ein jährliches Hardcore/Screamo/Doom-Event in der Roten Flora. Ich freue mich über bekannte Gesichter und entschuldige mich mit der Aussicht auf ein späteres Wiedersehen.

Treppe ins Dunkel, Grußwort, im Geschehen. Der Club ist relativ leer, vereinzelt sitzen die Menschen auf den Sitzgelegenheiten. Den Support machen heute DES KÖNIGS GOLDENE. Die Gesangsmelodien gefallen mir, die Texte weniger. Die Band strahlt etwas unsicheres aus und die leicht altbacken anmutende Rock-Attitüde spricht mich nicht an. Der Sänger trägt eine Sonnenbrille und kann deswegen die Setlist kaum lesen. Vermutlich ein Sinnbild für die Situationsironie des Konzertes an einem solchen Tag. Man kann es den Musikern nicht verübeln, heute nicht unglaublich motiviert zu sein: Es ist fast unerträglich warm. Das Set der Band plätschert eher an mir vorüber, als dass es mich fesselt. Hat mich ein Song angesprochen, so folgt ein weiterer, der mich wieder abhängt. DES KÖNIGS GOLDENE verlassen die Bühne und ich die Szenerie. Draußen vermeintlich frische Luft,Sonnenlicht. Was ich genieße: Es wird später und bleibt warm. Daran könnte ich mich gewöhnen. Eine Gesprächslänge später das selbe Spiel:

Treppe ins Dunkel, Grußwort, wieder im Geschehen. Jetzt ist es plötzlich gefüllter hier. Menschen stehen wartend vor der Bühne, es herrscht Spannung. SAFI betreten die Bühne und beginnen einen Hybrid aus Konzert, Klangwelt und Interaktion. Effektgitarren und Schreie erzeugen Wände, denen sich hier kein Mensch entziehen kann. Blicke in die Runde zeigen überzeugtes Nicken, beeindrucktes Starren und Hingabe. Manche Stücke haben eine Erzählweise, die Texte sind bewegen sich auf dem Grad zwischen Direktheit und Metaphorik. Was ist das hier? Grunge, Noise, Hamburger Schule – Von Allem ein Bisschen. SAFI berichtet davon, dass das Equipment der Band erst sehr kurzvor Setbeginn in Hamburg ankam und der Rest der Band ebenfalls. Merkt man hier niemandem an. Für einige Songs wird ein zusätzlicher Gitarrist auf die Bühne gebeten, ansonsten spielt die Band manche Stücke auch ohne E-Bass. Das Publikum reagiert mit lautem Applaus und Bewegung, trotz der Hitze. Den obligatorischen Sicherheitsabstand vor der Bühne mag aber trotzdem niemand so recht überwinden, schade eigentlich. Zugabe gefordert wird dennoch. Die Band legt offen, auf der Setlist schon eine Option geplant zu haben und spielt zwei ältere Songs. Danach muss ich sagen: Die Songs von „JANUS“ sprechen mich mehr an, danke für dieses Album.

Schreibfehler gefunden? Sag uns bescheid, indem Du den Fehler markierst und Strg + Enter drückst.

Lade mehr ähnliche Artikel
Lade mehr von Marc Michael Mays
Lade mehr in Konzerte
Bitte Anmelden um zu kommentieren

Kommentar verfassen

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Auch Interessant

BERICHT: Cult Leader, Coilguns und Lifetaker @ Die Trompete Bochum 13.06.19

Shôgun Konzerte aus Dortmund haben sich erneut nicht lumpen lassen und ein hochkarätig bes…