Cargo-Vinylaktion

Ein lauer Herbstabend. Pullover-Wetter und das Mitte Oktober. Kühle Getränke vom Büdchen, gute Laune inklusive. Dazu sind an diesem 10. Oktober 2018 die Emocore Pioniere von Samiam aus der Bay Area zu Gast im, in Köln-Deutz gelegenen, Gebäude 9.

Musikliebhaber*innen-Herz was willst du mehr. Das dachten sich wohl einige Kölnerinnen und Kölner und sicherlich viele weitere Menschen aus einem größeren Umkreis auch. Ein Mittwoch Abend und ein bis auf den letzten Platz gefüllter Veranstaltungsort. Das Publikum, dass sich am Alter der Band orientiert, ist entspannt, größtenteils männlich und hat große Freude daran die Helden der eigenen, längst in irgendwelchen Erinnerungskisten verstauten, Jugend auf der Bühne sehen zu können. Soweit, so schön.

Die eingeplante Vorband TV Haze aus Melbourne musste krankheitsbedingt leider absagen, als Ersatz spielte die Kölner Band Leer. Instrumental Rock mit abwechslungsreichen Tempowechseln. Ein paar Menschen schauten sich das Heimspiel der Band an. Wenn man schon mal da ist, wieso nicht.

Kurz vor 21.30 Uhr fangen die Zuschauer*innen an, Richtung Eingang zum Konzertraum zu strömen. Es wird gemunkelt, dass es gleich losgehen könnte. Ausnahmsweise hat die Masse wohl recht und pünktlich wie man in den größeren Konzerthäusern zu Köln ist, wird natürlich pünktlich begonnen. Man muss schließlich einen Zeitplan einhalten.

Samiam kommen ziemlichen gelassen auf die Bühne. Kein Rockstar-Getue, keine unangenehm aufstoßende Attitüde. Sehr sympathisch sogar.

Es wird sich darauf konzentriert, weshalb die Leute da sind und was das Publikum so liebt. Die Musik. Kein Lied vergeht, ohne das Fäuste in die Luft gestreckt werden. Es wird der Band zugeprostet. Wieso machen das Menschen eigentlich? Und auf der anderen Seite erfüllt die Band Liedwünsche und transportiert einen großen Spaß von der Bühne runter in die tanzende und wippende Menge. Ab und an ein unverständlicher Zwischenschrei, die Samiam auf ironische Art kontern. „Gib dem Typen seine Pillen.“ Der Schlagzeuger präsentiert das ein oder andere Kunststück, indem er seine Drum-Sticks während des Spielens durch die Luft fliegen lässt.

Samiam zeigen an diesem Abend eine Lichtshow, die dem bunten Herbst gerecht werden konnte und sorgen für viele zufriedene Gesichter. Die Band ist der Beweis dafür, dass man mit einer gewissen Bescheidenheit manchmal mehr überzeugen kann, als mit übermütigem Rockstar-Gehabe.

Titelbild: (c) Paul Schall

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