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Eine ausverkaufte Show mit ungefähr 500 Besucher*innen. The Baboon Show wissen wie man große Räume füllt und die Masse begeistert. Mit dem Herzen im Punkrock verwurzelt und der (leider) notwendigen Rockstar-Attitüde, wenn man immer erfolgreicher wird.


Es ist viel los im Kölner Bürgerhaus Stollwerck, selbst die Geländerplätze auf der Empore sind vor 21 Uhr bereits komplett belegt. Trotz der Hochverlegung vom Gebäude 9, der eigentlich angedachten Konzertlocation, in das Kulturzentrum der Kölner Südstadt ist die Nachfrage nach wie vor riesig. Schon erstaunlich wenn man bedenkt, dass die Band aus Schweden vor wenigen Jahren noch in dunklen Kellern von Jugendzentren oder beispielsweise im Sonic Ballroom aufgetreten sind.

Die Supportband Lygo, aus Bonn, machen eine Mischung aus Hardcore und Punkrock mit deutschen Texten. Von der ersten Sekunde an erinnern sie mich an Pascow, was alles andere als ein schlechtes Zeichen ist. Vorbands haben es traditionell eher schwer, aber Lygo, sonst auch eher in Azs und kleineren Läden beheimatet, machen ihre Sache richtig gut. Ohne viel Tamtam, straight nach vorne. So macht Punkrock Spaß. Das Publikum nimmt die Darbietung klatschend zur Kenntnis.

Nach einer gefühlten halben Ewigkeit und drei Zigaretten später, startet das ausufernde Intro (wenn es denn wirklich das Intro war) des Headliners. Über die Lautsprecher wird die Band des Abends präsentiert:„Please welcome The Baboon Show“. Niclas Svensson, der Schlagzeuger der Band, wie immer bekleidet mit einer Soviet-Mütze, betritt als erstes die Bühne. Begeisterung ist zu spüren, er feiert sich ein bisschen selbst und das Publikum macht mit. Nach und nach treten Håkan Sörle (Gitarre), Frida Ståhl (Bass) und zu guter Letzt Cecilia Boström (Gesang) ins das Licht der Scheinwerfer.

Nur wenige Sekunden später beginnt das Konzert mit „No Afterglow“, einem Lied vom neuen Album „Radio Rebelde“. Es folgen drei weitere Songs von der Neuveröffentlichung, ehe das Programm etwas gemischter wird. Insgesamt fehlen mir persönlich die älteren Lieder, aber das ist Geschmackssache und die Band ist auf Release-Tour.

Ab dem ersten Moment beginnt das Spiel von der Bühne mit dem Publikum. Das macht, wie es sich für gefühlten Stadion-Rock auch so gehört, eigentlich alles mit. Es wird rhythmisch geklatscht und Zeile um Zeile mitgesungen, Menschen (auch Sänger Cecilia) werden auf Händen getragen und es wird getanzt. Grundsätzlich erst mal nichts außergewöhnliches, denn das gab es auch schon bei kleineren Club-Shows von The Baboon Show. Besonders an dem Abend ist aber, dass sich die Band immer mehr zu einem Massenevent für Menschen mit „Die Toten Hosen“ Shirts entwickelt und man das auch spürt. Die Punkrock-Attitüde ist zwar noch immer in jeder einzelnen Bewegung der Musiker*innen zu spüren, aber durch den andauernden Hype um die Band geht für mich das Gefühl von Underground verloren. Schade.

Nach einer Zugabe ist dann auch Schluss. Lichter an. Es läuft „People Have The Power“ von Patti Smith. Wie passend.

Die Band mit ihrer Haltung, ihren Texten, ihrer Musik sind einfach zu gut, um sie schlecht zu finden, das ändert sich auch nicht mit größeren Hallen, dennoch träume ich mich ein bisschen in einen Abend mit The Baboon Show im Sonic Ballroom zurück. Getreu dem Motto: „Faster, harder…“

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